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Zollchower gestalten ihren Friedhof neu

Milower Land Zollchower gestalten ihren Friedhof neu

480 Stunden ehrenamtliche Arbeit und jede Menge Schweiß haben die Zollchower in die Umgestaltung ihres Friedhofs investiert. Dieser ist nun zwar deutlich kleiner, bietet aber noch immer genügend Platz und dazu auch endlich mehr Parkmöglichkeiten. Zudem soll die Anlage bald mit einer besonderen Ehrengrabstätte bereichert werden.

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In der Sitzung des Ortsbeirats stellte Wolfgang Gräfe seine Ideen für die Umgestaltung des Zollchower Friedhofs vor.

Quelle: Christin Schmidt

Zollchow. In Zollchow wird Gemeinschaftssinn groß geschrieben. Statt darauf zu warten, dass Politik oder Verwaltung dem Dorf etwas Gutes tun, packen die Bürger hier selbst an. Den Festplatz, das Gemeindehaus, das Vereinshaus und sogar einen Teil des Gehweges haben die Zollchower in den letzten Jahren in Eigenregie erneuert, saniert, um- oder ausgebaut. Nun stemmten sie das nächste große Projekt und gestalteten den Friedhof um.

Weil es immer weniger Bestattungen im Ort gibt und zudem die Nachfrage nach Urnengräbern steigt, wurde ein großer Teil des Friedhofs längst nicht mehr genutzt. Hinzu kamen Unebenheiten auf dem Gelände sowie eine kaputte und in die Jahre gekommene Zaunanlage. Außerdem mangelte es an Parkplätzen. Höchste Zeit also für eine Umgestaltung der Anlage.

Gemeinde Milower Land unterstützt das Vorhaben

Als Ortsvorsteher Wolfgang Gräfe (CDU) im Februar in einer Sitzung des Ortsbeirats seine Ideen dazu vorstellte, stimmten ihm die Zollchower nicht nur zu, sie versprachen auch mit anzupacken. Am ersten Arbeitseinsatz Ende April beteiligten sich etwa 30 Bürger und am vergangenen Wochenende kamen wieder 30 Zollchower, die das Vorhaben mit Fachwissen und Tatendrang unterstützten. Zudem stellten ortsansässige Unternehmen Technik und zum Teil auch Material zur Verfügung. Mit Radlader, Traktoren, Bagger und LKW machte sich das Dorf ans Werk. Unter anderem wurden 130 Meter Zaun gesetzt und einhundert Meter alte Hecke herausgerissen. Die Helfer entfernten alte und kranke Bäume und ersetzten diese durch neue, für den Friedhof geeignete Exemplare.

14 neue Winterlinden säumen nun den Weg zur Trauerhalle

14 neue Winterlinden säumen nun den Weg zur Trauerhalle. Die Bäume haben die Zollchower selbst gepflanzt.

Quelle: privat

Bereits im letzten Jahr hatten fleißige Bürger sieben Winterlinden gepflanzt, sieben weitere kamen im April dazu. Die kleine Allee säumt nun den Weg zur Trauerhalle. „Jetzt sind endlich Strukturen erkennbar“, freut sich Wolfgang Gräfe. Während die Männer in erster Linie damit beschäftigt waren, die Borde für den neuen Zaun zu setzen, bemühten sich die Frauen mit Harken und schwerer Technik das Gelände zu glätten. Ganze zehn LKW-Ladungen Füllboden wurden auf den nun wesentlich kleineren Friedhof gebracht, um die über Jahre entstandenen Unebenheiten auszugleichen. Noch wird etwas Mutterboden benötigt. Wolfgang Gräfe hofft, dass ein Unternehmen aus der Region hier mit einer Spende helfen kann. Die Gemeinde Milower Land unterstützte das Vorhaben mit rund 4000 Euro für den Zaun.

Von Kattes wollen Erinnerungsstätte anlegen

Das emsige Treiben auf dem Friedhof erregte am vergangenen Wochenende sogar die Aufmerksamkeit eines Magdeburgers, der gerade durch den Ort fuhr. „Er hielt an und wollte wissen, was hier los ist. Als ich ihm erklärte, dass wir unseren Friedhof umgestalten, konnte er es kaum glauben. Dass es noch so eine Dorfgemeinschaft gibt, begeisterte ihn“, erzählt Gräfe. Inzwischen kommen auch Anfragen aus anderen Orten, sogar aus dem Löwenberger Land haben sich interessierte Besucher angemeldet, die sich den Friedhof anschauen und Ideen für ihre Gemeinde sammeln wollen. Und die Familie von Katte, die zum altmärkischen Uradel gehört und Wurzeln in Zollchow hat, kündigte an, neben der Trauerhalle eine Erinnerungsstätte anzulegen.

Sogar Kinder nahmen Schippe und Harke in die Hand und trugen ihren Teil zur Umgestaltung des Friedhofs bei

Sogar Kinder nahmen Schippe und Harke in die Hand und trugen ihren Teil zur Umgestaltung des Friedhofs bei.

Quelle: privat

„Ich bin richtig stolz auf unsere Leute“, betont Gräfe mit Blick auf das vollbrachte Werk. „Wir haben nicht nur jede Menge Geld gespart, wir haben die Gemeinschaft gestärkt und die Arbeit hat Qualität“, erklärt der Ortsvorsteher und zeigt auf den schnurgeraden Zaun. „Besser hätte das kein Profi machen können.“ Wie es ihm immer wieder gelingt, die Zollchower für derartige Projekte zu begeistern? „Man muss auf die Menschen zugehen, sie müssen mitreden dürfen und ihren Einsatz anerkennen“, sagt Gräfe.

480 Stunden ehrenamtlicher Einsatz

Mit zwei großen Arbeitseinsätzen im April und im Mai haben die Zollchower ihrem Friedhof ein neues Gesicht gegeben.

480 Stunden freiwillige Arbeit wurden geleistet. Ein Großteil der Arbeit ist bereits geschafft.

In den nächsten Wochen und Monaten soll noch eine Hecke als Sichtschutz zur Straße gepflanzt werden.

Auch ein neues Eingangstor wird noch eingesetzt und dann wird Rasen angesät.

Außerdem sollen alte Grabsteine in einem Gräberfeld angelegt werden, um so einen Teil der Dorfgeschichte zu bewahren.

Von Christin Schmidt

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