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Zu wenig Kita-Plätze in Rathenow

Kein Platz für 30 angemeldete Kinder Zu wenig Kita-Plätze in Rathenow

Weil der geplante Neubau einer Kita wegen des unsicheren Baugrundes geplatzt ist, wird es in der Stadt Rathenow auf bislang nicht absehbare Zeit viel zu wenig Betreuungsplätze geben. Rund 30 Kinder, für die ein Platz beantragt wurde, können gegenwärtig nicht versorgt werden, hat die Stadtverwaltung auf Anfrage mitgeteilt.

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Quelle: dpa

Rathenow. Eine genaue Zahl der fehlenden Plätze könne nicht beziffert werden, so Pressesprecherin Anja Schulz nach Rückfrage im Fachamt, da zahlreiche Anfragen direkt bei den Kitas gestellt würden. Bisher sei es aber immer noch gelungen, Eltern in Arbeit Betreuungsmöglichkeiten anzubieten. Nicht in jedem Fall sei das die gewünschte Kita.

Auf die Frage, was getan wird, um den Mangel an Kita-Plätzen zu beheben, antwortet Anja Schulz: Kinder aus anderen Gemeinden würden in städtischen Rathenower Kitas nicht aufgenommen. Es werde vermittelt an Tagespflegestellen, also Tagesmütter. Und es würden Rathenower Kindern Kita-Plätze in anderen Gemeinden vermittelt, wobei die Stadt Rathenow dann die Kosten übernehme.

Beim Landkreis, der für die Kita-Bedarfsplanung zuständig ist, ist man offenbar wenig erfreut über die Lage in Rathenow. Bislang war man davon ausgegangen, teilt Pressesprecherin Bianca Lange mit, dass die Stadt den aus Bundesmitteln geförderten Neubau zur Schaffung von 50 Plätzen auch realisiert. Offensichtlich setze die Stadt Rathenow diese Maßnahme aber nicht um. „Sehr ärgerlich“, so Kreissprecherin Bianca Lange, „sind der Zeitverlust und die Nichtnutzung der Fördermittel, die nicht mehr umgewidmet werden können.“ Der Landkreis hoffe nun, dass wenigstens der Um- und Ausbau des Hortgebäudes für die Jahn-Grundschule zeitnah umgesetzt werden könne.

Vom Landkreis ist zu erfahren, dass in Rathenow gegenwärtig 50 Kita-Plätze fehlen. Diesen „zusätzlichen Bedarf“ weise der Kita-Bedarfsplan aus. Zur Frage, wie viele Anmeldungen in Rathenow nicht berücksichtigt werden können, könne man keine Angaben machen: „Dem Landkreis liegen keine Kenntnisse über eine konkrete Warteliste vor.“ Durch einen öffentlich-rechtlichen Vertrag habe die Stadt die Platzvermittlung übernommen.

Geplatzter Neubau

Die Stadt Rathenow hatte geplant, in der Nähe der Kita Olga Benario einen „Ersatzneubau“ mit 50 Plätzen zu errichten.
Geplatzt ist das Projekt im April, weil eine Baugrunduntersuchung zusätzliche Kosten von 400.000 Euro ergab, die die Stadt nicht aufbringen kann.
Deshalb verfallen 700.000 Euro Fördermittel.
Geprüft wird, ob beim gewünschten Umbau der Brauerei für die Stadtverwaltung dort noch eine Kita untergebracht werden kann. Der Planungsauftrag soll im August vergeben werden. Früheste Fertigstellung Ende 2017.

Danach befragt, welche Möglichkeiten man beim Landkreis sieht, um die Rathenower Platzkapazitäten zu erhöhen, berichtet Bianca Lange von „mehreren kleinen Lösungsansätzen“. Sie nennt die Werbung von zusätzlichen Kindertagespflegepersonen, also Tagesmüttern. Die Einrichtung einer weiteren Eltern-Kind-Gruppe kündigt sie an, das Jugendamt des Landkreises sei diesbezüglich mit Trägern im Gespräch.

Eine normale Eltern-Kind-Gruppe hat gewöhnlich Platz für fünf bis sechs Kinder und die Werbung weiterer Tagesmütter wird in Rathenow seit Jahren mit nur mäßigem Erfolg betrieben.

Aufhorchen lässt indes die Ankündigung des Landkreises, dass in Rathenow eine weitere Kindertagesstätte geschaffen werden soll. Wo, wie und in welcher Größenordnung – das war dort nicht zu erfahren. Eingeweihte Personen haben aber schon davon gesprochen, dass die Kindertagesstätte in Rathenow-West gebildet werden soll. Es werde eher eine kleinere Einrichtung mit 22 Plätzen sein.

Zudem würden nicht alle Plätze neu geschaffen. Neu wären nur sieben, weil 15 Plätze davon bereits in einer anderen Einrichtung existieren, die in die Kita umgewandelt werden soll. Alles in allem bedeutet das, es gibt in Rathenow gegenwärtig keinen Ansatz, um die fehlenden 50 Kita-Plätze in absehbarer Zeit zu schaffen.

Von Bernd Geske

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