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Havelland Zu wenig Platz trotz Millionen-Anbaus
Lokales Havelland Zu wenig Platz trotz Millionen-Anbaus
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15:42 09.02.2017
Ungläubig lauschten alle Anwesenden den Ausführungen des Architekten – Hortleiterin Jutta Marquardt machte ihrem Ärger Luft.. Quelle: Tanja M. Marotzke
Dallgow-Döberitz

Ungläubige Blicke warfen sich Eltern, Lehrer, Hortbetreuer und Dallgower Gemeindevertreter am Mittwochabend im übervollen Versammlungsraum in der Feuerwache zu. Eigentlich sollte die Sitzung aller Ausschüsse genutzt werden, um Vertreter von Schule und Hort stärker in die Planung für die notwendige Schulerweiterung in der Steinschneiderstraße einzubeziehen, deren Baubeginn bereits für diesen Sommer geplant ist. Offene Fragen zur Bauphase, Lärm, Schmutz und der angedachten Doppelnutzung sollten geklärt werden. Doch bereits der einleitende Vortrag des beauftragten Architekten Martin Seelke aus Berlin zeigte, dass ein ganz anderes Thema den Abend bestimmen würde.

Zwei statt drei Geschosse

Anstelle des dreistöckigen Anbaus mit Verbindungsbau, der mit insgesamt 18 neuen Schul- und Horträumen auch in Zukunft genügend Platz bieten sollte, präsentierte Seelke eine abgespeckte zweistöckige Variante mit lediglich elf zusätzlich nutzbaren Räumen. Weitere vier Unterrichtsräume sollen dafür in dem Gebäude am Kreisverkehr – einem aus Fördermitteln finanziertem Multifunktionsbau – geschaffen werden und auch eine reguläre Doppelnutzung der Räume solle bestehen bleiben. „Die Doppelnutzung ist überhaupt nicht zulässig. Derzeit hat die Gemeinde lediglich eine Ausnahmegenehmigung vom Ministerium, die höchstens noch auf die Bauphase ausgeweitet werden kann – ich denke auch nicht, dass das Jugendamt da mitspielt“, sagte Hortleiterin Jutta Marquardt. Mit dem Abriss des in die Jahre gekommenen Flachbaus und der Errichtung des Erweiterungsbaus käme die Gemeinde nach diesem Entwurf auf genau die gleiche Raumanzahl wie vor dem 3,7 Millionen Euro teuren Bauprojekt. „Es muss endlich ausreichend Platz für Bildung in Dallgow geschaffen werden. Die bisherige Planung erfolgte stets nur auf der Grundlage der aktuellen Schülerzahlen, ohne Berücksichtigung der nahezu sicheren Steigerung in den kommenden Jahren“, gab die Vorsitzende der Elternkonferenz, Andrea Lampe, mit Nachdruck zu bedenken.

Angespannte Stimmung in der Triftstraße am Mittwochabend. Quelle: Tanja M. Marotzke

Empört über den neuen Entwurf zeigten sich auch die anwesenden Gemeindevertreter, die im November ihre Zustimmung für einen ganz anderen Bau gegeben hatten. „Wir brauchen die zusätzlichen Räume und können doch nicht einfach das Gebäude am Kreisverkehr umwandeln. Ich habe keine Lust, schon wieder in die Situation von 2007 zu kommen, indem wir erneut zu klein bauen“, so Jörg Vahl (CDU). „Es kann doch nicht sein, dass wir bauen und sich überhaupt nichts verändert. Ich bin enttäuscht“, sagte auch Petra Budke (Grüne). „Auf einem Treffen von Eltern, Schule, Hort und Verwaltung gingen zuvor alle Seiten Kompromisse ein und erarbeiteten einen Plan, wie man die Belastungen während der Bauzeit minimiert und alle Kinder gut unterbringt. Davon fand sich nichts im nun vorgestellten Konzept“, so Budke weiter.

Realisierung kein Problem

Dabei sei die Realisierung zusätzlicher Räume oder der Dreistöckigkeit kein Problem, so Architekt Martin Seelke. Er hatte den Auftrag für die neue Planung lediglich aus dem Dallgower Bauamt erhalten. Bauamtsleiterin Sabine Kern begründet den Auftrag für das kleinere Gebäude mit Kosteneinsparungen, die sie hätte vornehmen müssen. „Eine Dreigeschossigkeit würde unser Budget übersteigen“, so Kern. Noch in diesem Monat könnte der Haushalt der Gemeinde mit einem Kredit über 3,7 Millionen Euro beschlossen werden, die komplett für den Erweiterungsbau eingeplant wurden. „Wir waren doch schon viel weiter. Ich bin stinkend sauer – sie präsentieren uns lediglich neue Probleme und keine Lösungen“, so Theodor Hölscher (SPD).

Schulneubau in der Bahnhofstraße

Der Vorschlag der Eltern gänzlich auf den Anbau in der Steinschneiderstraße zu verzichten und stattdessen einen Neubau in der Bahnhofstraße zu errichten, stieß bei den Dallgower Gemeindevertretern auf Ablehnung.

Heinrich Maidhoff (SPD): „Das wäre eine städtebauliche Katastrophe – eine neue Schule würde nicht in die Bahnhofstraße passen. In der Wilmsstraße ist alles an einem Ort und die Kinder haben kurze Wege. Die Beeinträchtigungen während der Bauphase lassen sich nicht gänzlich vermeiden, aber es gibt Möglichkeiten.“

Hans Peter Pförtner (Freie Wähler): „Mit der Entwicklung der neuen Dallgower Mitte kommt bereits eine zusätzliche Verkehrsbelastung auf die Bahnhofstraße zu. In der Steinschneiderstraße haben wir mehr Ruhe und Sicherheit und können sogenannte ,Kiss&Goodbye’-Parkplätze einrichten.“

Für Dienstag, den 14. Februar, ist um 19 Uhr in der Aula der Grundschule in der Weißdornallee ein weiterer Abend geplant. Ein überarbeiteter Entwurf soll vorgestellt und die eigentlichen Fragen zur Bauphase endlich beantwortet werden.

Von Laura Sander

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