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Vorsicht vor dem Gemüse

Nach dem Zucchini-Todesfall Vorsicht vor dem Gemüse

Ein Todesfall nach Zucchini-Genuss sorgte unlängst nicht nur unter Kleingärtnern für Aufsehen. Auch Familie Klitzke aus Falkensee hätte nicht gedacht, dass Zucchini giftig sein könnten. Sie hatte hin und wieder bittere Früchte im Erntekorb. Doch sie sind vorsichtig geworden.

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Elisabeth Klitzke mit ihren Zucchini.

Quelle: Peter-Paul Weiler

Falkensee. Nicht nur unter Kleingärtnern sorgte die Nachricht kürzlich für Aufsehen: Ein Mann in Baden-Württemberg war nach dem Verzehr einer normalen Gartenzucchini, die ein wenig bitter schmeckte, ums Leben gekommen. Er hatte sich vergiftet.

Dass so etwas möglich ist, darüber wunderten sich auch Elisabeth und Günter Klitzke in Falkensee. Denn Zucchini steht auch bei ihnen regelmäßig auf dem Speiseplan. Die Früchte ernten sie jedes Jahr in ihrem Garten. Nie gab es Probleme. Im Vorjahr waren es gar so viele Zucchini-Früchte, dass sie einige verschenkt und andere eingefroren haben.

Bitterer Geschmack im Mund

Vor Kurzem sollten diese zu einer Mahlzeit beitragen, die 77-Jährige plante einen Auflauf. „Nachdem ich die Zucchini aus dem Gefrierschrank genommen hatte, probierten wie sie vorher“, sagt sie. Und das war gut so: „Die waren so bitter, dass wir den Geschmack gar nicht mehr aus dem Mund herausbekommen haben“, meint sie. Erst danach las Elisabeth Klitzke den Artikel über den Todesfall in der Zeitung. „Wenn wir die Zucchini aus dem Gefrierschrank aufgegessen hätten, wären wir wohl auch tot gewesen“, meint sie und rät nun auch anderen, dass sie Zucchini unbedingt erst vorher kosten sollten, bevor sie auf den Mittagstisch kommen. „Ich hätte nie gedacht, dass Zucchini giftig sein könnte.“

Für die Falkenseerin erklärt sich nun auch ein Vorfall aus dem vergangenen Jahr. Nach dem Genuss eines Auflaufs mit Zucchini hatten ihr Mann und sie Durchfall. „Wir rannten die ganze Nacht, haben sonst nie Durchfall.“ Sie glaubt, dass schon damals bittere Früchte dabei gewesen sein mussten. Offenbar hatten sie Glück gehabt, dass damals nicht mehr passiert ist.

Appetit lassen sich die Falkenseer nicht verderben

Trotzdem lassen sich die beiden Falkenseer durch den Vorfall in Baden-Württemberg den Appetit auf Zucchini nicht verderben. Erst kürzlich stand wieder ein Auflauf auf dem Tisch. „Der hatte einwandfrei geschmeckt“, meint sie. Allerdings wird jetzt immer vorher erst gekostet, was sie sonst nie gemacht haben.

Experten hatten berichtet, dass die giftige Substanz Cucurbitacin für den Tod des Mannes verantwortlich sein soll. Dieses ist eigentlich aus den Kürbisgewächsen herausgezüchtet worden, doch unter Stress – etwa wegen extremer Hitze – werden trotzdem Gifte produziert. Auch wer seine Samen selber im Garten gewinnt, geht ein großes Risiko ein, heißt es. Das hat Elisabeth Klitzke aber nie gemacht. „Wir haben unsere Zucchini-Samen immer gekauft“, sagt sie.

Wie die Klinik in Nauen auf Anfrage mitteilte, kenne man dort keine Fälle, bei denen sich Menschen durch Gemüse vergiftet haben. Auch beim Gesundheitsamt des Landkreises ist nichts bekannt. „Es liegen keine ähnlich gelagerten Fall-Meldungen über Erkrankungen oder gesundheitliche Befindlichkeitsstörungen nach dem Verzehr von bitteren Zucchini/Gurken aus dem gärtnerischen Eigenanbau vor“, heißt es dort.

Von Andreas Kaatz

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