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Zugereiste Berlinerin stellt Bauernmalerei vor

Nennhausen Zugereiste Berlinerin stellt Bauernmalerei vor

Christine Schott, die Anfang September von Berlin-Spandau nach Nennhausen gezogen ist, liebt und praktiziert die Bauernmalerei. Eine Schachtel mit Sanddornzweigen, weiß-blaue Küchenstühle mit Zwiebelmotiv oder eine Flurgarderobe mit Bildern auf die altrussische Art: Sie arbeitet sehr vielseitig, gestaltet historische Bilder genau nach oder entwirft auch neue Ornamente.

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Die Neu-Nennhausenerin Christine Schott inmitten ihrer Arbeiten. Rechts hält sie ein Sanddornmotiv und links Bauernmalerei auf russische Art.

Quelle: Bernd Geske

Nennhausen. Eine Schachtel mit Sanddornmotiv, weiß-blaue Küchenstühle mit Zwiebelmuster, ein Bügel im Ebereschendekor, ein Teller mit einem Fisch im Stil der Navajo-Indianer und eine ganze Flurgarderobe mit Bildern auf die altrussische Art. Christine Schott (66 Jahre), die am Anfang dieses Monats von Berlin nach Nennhausen gezogen ist, liebt und praktiziert Bauernmalerei auf vielerlei Art. Nach dem Ende ihres beruflichen Schaffens im Angestelltenverhältnis ist sie nun aufs flache Land gegangen, um ihren Ruhestand mit freiberuflicher Tätigkeit anzureichern. „Möbel-Poesie“ hat sie sich als künstlerisches Motto erwählt, und sie erklärt: „Jedes Stück ist für mich wie ein Gedicht.“

Schon als junges Mädchen habe sie die Bauernmalerei fasziniert, erzählt sie. Erst 21 Jahre sei sie gewesen, als sie zwei alte Schränke neu bemalte. Einen mit Weinlaubranken, den anderen mit Ebereschenzweigen und -beeren. Die Schränke hatten ihrem Großvater gehört. „Er hat mir das Künstlerische in die Wiege gelegt“, ist Christine Schott überzeugt. Rudolf Gahlbeck war sein Name, Maler und auch Dichter, geboren in Malchow, lange Zeit gelebt in Schwerin. Er sei ein „toller Mann“ gewesen, findet die nun auch schon im Rentenalter befindliche Enkelin. Im Kloster Malchow gebe es eine Dauerausstellung mit seinen Werken.

Schränke, Tische, Stühle, aber auch kleinere Dinge wie Teller und Löffel

Die Neu-Nennhausenerin verziert mit ihren Bauernmotiven Schränke, Tische, Stühle, Truhen, Regale, aber auch kleinere Gegenstände wie Schachteln, Teller, Dosen und Löffel. Alte Milchkannen hat sie auch schon bemalt, bevorzugt arbeitet sie aber auf Holz. Sie sei in der Lage, ein vorhandenes Motiv genau nachzumalen, teilt sie mit. Auf Wunsch könne sie aber auch eigene Ornamente entwickeln und das Dekor auf modernere Art gestalten. Altes abzuschleifen sei durchaus auch ihre Sache. Reparaturen an den alten Möbel überlasse sie aber lieber einem dafür ausgebildeten Tischler.

Rein beruflich hatte sie gar nichts mit Bauernmalerei zu tun. In der DDR hat sie zunächst Baufacharbeiter mit Abitur gelernt, 1975 in Potsdam ihren Ingenieur für Farb- und Oberflächengestaltung gemacht. Im Büro für Städtebau Berlin war sie lange Zeit für die farbliche Gestaltung von Wohngebieten zuständig. Wegen einer Heirat zwischenzeitlich einige Jahren in Thüringen, kehrte sie nach der Wende zurück nach Berlin, hatte aber keine Chance mehr als Gestalterin. Sie arbeitete zehn Jahre als Küchenhilfe und anschließend 16 Jahre bis zur Rente als Hausmeisterin einer Schule. Da Hausmeister und -meisterinnen von Schulen naturgemäß oft gegen Nachmittag/Abend längere Wartezeiten haben, weil sie am Ende des Tages das Gebäude abschließen müssen, begann Christine Schott, sich die Untätigkeit mit Bauernmalerei zu versüßen.

Christine Schott, Bauernmalerei in Nennhausen

Christine Schott ist Anfang September von Berlin-Spandau nach Nennhausen umgezogen.

Das künstlerische Talent wurde ihr vom Großvater in die Wiege gelegt. Das war Rudolf Gahlbeck, Maler und Dichter, geboren in Malchow. Er hat lange in Schwerin gelebt.

Er hat eine Dauerausstellung im Kloster Malchow.

„Möbel-Poesie“, unter diesem Motto will Christine Schott in Nennhausen freiberuflich tätig sein.

Sie bemalt alte und neue Möbel und Gegenstände mit historischen oder neuen Motiven.

Kontakt: Sie ist erreichbar über Telefonnummer 0176/ 31 888 487.

Sie belegte zwei Kurse für historische Bauernmalerei an einer Schule im fränkischen Morschgereuth. Mehr und mehr fing sie an, nach Feierabend, an Wochenenden und im Urlaub zu malen. Bevor sie nach Nennhausen zog, hat sie in der Künstler-Kolonie Eiswerder von Spandau gelebt und gearbeitet. 2013 bis 2015 hat sie drei Ausstellungen gemacht – Eiswerder, Berlin-Mitte und Köpenick.

Wie kam die gestandene Berlinerin nun ausgerechnet nach Nennhausen? „Weil ich es schön finde hier“, teilt sie mit. Sie lobt das Schloss und den Park. Mit der Regionalbahn komme sie schnell nach Berlin und wieder zurück, könne ihre Kontakte in der Hauptstadt gut pflegen. Das flache Westhavelland inspiriere sie, stellt Christine Schott heraus. In Nennhausen habe sie eine passende Wohnung gefunden, in der sie auch sehr gut arbeiten könne. Dass sie nun schon 66 Lenze gesehen hat, ficht sie überhaupt nicht an. Als Rentnerin wolle sie sich nun ganz ihrer künstlerischen Tätigkeit widmen, und sie kündigt an: „Ich will mir hier etwas aufbauen.“

Von Bernd Geske

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