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Zukunft der MS Sonnenschein bleibt ungewiss

Rathenow Zukunft der MS Sonnenschein bleibt ungewiss

Ab Mittwoch werden auf der MS Sonnenschein Speisen und Getränke serviert. Zwar darf das Schiff keine Passagiere mehr befördern, aber auch als festliegendes Restaurantschiff in der Marina Grütz ist es eine Attraktion. Allerdings könnte die Freude schon bald vorbei sein. Eine Dauergenehmigung wird es nicht geben.

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Die MS Sonnenschein am Grützer Anleger.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Auf der MS Sonnenschein kann ab heute gegessen und getrunken werden. Claudia Mund, Inhaberin der Marina Grütz und seit dem Frühjahr Eignerin des legendären Rathenower Ausflugsschiffes, hat mitgeteilt, dass ab Mittag der Gastronomiebetrieb aufgenommen werde. Zwar fehlt dem fast 100 Jahre alten Schiff die Erlaubnis für den Fahrgastbetrieb. Aber auf den Decks der in Grütz vor Anker liegenden Sonnenschein darf fortan nach Herzenslust gegessen und getrunken werden.

Das ist die gute Nachricht. Doch eine schlechte gibt es auch. Eine dauerhafte Nutzung des Schiffs als Restaurant/Café wird es voraussichtlich nicht geben. Für einen Betrieb, der länger als drei Monate dauert, ist ein Bebauungsplan erforderlich. Das habe man ihr im Rathenower Bauamt mitgeteilt, sagt Claudia Mund. „Als ich das gehört habe, bin ich aus allen Wolken gefallen“, sagt die Eignerin, die das Schiff im Frühjahr vor der Verschrottung gerettet hatte. „Die Steganlage gehört mir und ist genehmigt. Neu gebaut wird nichts. Warum dann ein B-Plan?“

Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus weiß die Antwort. Bei dem Schiff, wenn es denn dauerhaft in Grütz liegen bleiben soll, handele es sich um ein Bauwerk im Außenbereich. Und ein solches sei genehmigungspflichtig. Ohne B-Plan sei da nichts zu machen.

Claudia Mund hat einen entsprechenden Antrag mittlerweile wieder zurückgezogen. Ein B-Plan-Verfahren dauert mindestens ein Jahr, es kostet richtig Geld und der Ausgang ist ungewiss. „Das kann ich nicht leisten“, sagt die Geschäftsfrau, die seit dem Frühjahr 2015 Inhaberin der Marina Grütz ist.

Die „Sonnenschein“ hatte sie erworben, um das gastronomische Angebot der Marina – an Land gibt es bereits ein Restaurant – zu erweitern. Das Schiff sollte am Grützer Anleger fest verankert werden, um Gäste auf den beiden Decks mit dem schönen Ausblick auf die Havellandschaft zu bewirten.

Nun, bis zum Ende dieser Saison wird das möglich sein, weil die B-Plan-Auflage erst greift, wenn das Schiff länger als drei Monate liegt. Was im nächsten Jahr passiert, das weiß Claudia Mund allerdings nicht. Natürlich würde sie das Schiff gerne länger nutzen als drei Monate. Eigentlich hat auch niemand etwas dagegen.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt hat gegen die Pläne keine Einwände, und auch das Gesundheitsamt hat grünes Licht gegeben. Wenn da die Sache mit dem Bebauungsplan nicht wäre. „Vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie ich aus dieser Zwickmühle rauskomme“, sagt Claudia Mund. Die MAZ nimmt Vorschläge gerne entgegen.

Von Markus Kniebeler

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