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Zuwachs für die Goethestraße

Altstadtsanierung in Nauen Zuwachs für die Goethestraße

Zuletzt stand die ehemalige höhere Töchterschule in der Nauener Goethestraße jahrelang leer, war einsturzgefährdet. Im Herbst vergangenen Jahres erfolgte der Abriss. Noch in diesem Jahr soll das Gebäude, das aus drei einzelnen Reihenhäusern bestehen wird, fertiggestellt sein, kündigt Bauherr Andreas Mathea an

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Das historische Stück Holz aus der Bauzeit des Vorgängergebäudes wird Andreas Mathea in die Fassade einfügen.

Quelle: Andreas Kaatz

Nauen. Eine Wanduhr brauchen die künftigen Bewohner des Hauses Goethestraße 46 nicht unbedingt. Ein Blick aus dem Gaubenfenster zur Nauener Jacobikirche reicht. „Die Uhr am Turm geht recht genau“, hat Andreas Mathea schon festgestellt. Der 51-Jährige ist Bauherr des neu entstehenden Gebäudes, das in dem Bereich steht, wo sich bis 1916 die höhere Töchterschule befand. Zuletzt stand das Haus jahrelang leer, war einsturzgefährdet. Im Herbst vergangenen Jahres erfolgte der Abriss.

Noch in diesem Jahr soll das Gebäude, das aus drei einzelnen Reihenhäusern bestehen wird, fertiggestellt sein, kündigt Mathea an. Ein weiteres Mosaiksteinchen in der Altstadtsanierung. Und so wie früher, wird zur Goethestraße hin auch wieder eine Fachwerkfassade zu sehen sein. „Im Zuge des Abrisses wurde das alte Fachwerk abgetragen. Die Hölzer sind weitgehend beim Wiederaufbau des Fachwerks verwendet worden“, sagt er. Lediglich verfaulte Balken wurden aussortiert. Auf der rechten Gebäudeseite entsteht – getreu dem historischen Vorbild – ein Tor. Dahinter wird sich in einem Vorraum eine Eingangstür zu einer der Wohnungen befinden. Neu im Erscheinungsbild sind hingegen die Eingangstüren zu den anderen beiden dreigeschossigen Reihenhäusern – ebenso wie die Gauben auf dem Dach, die es vorher ebenfalls nicht gab.

Noch allerdings haben die vier Gauben keine Fenster, das Dach keine roten Ziegel. Die Gefache müssen noch ausgemauert, die Balken gestrichen werden. Derzeit sind die Handwerker beim Verputzen der Innenwände der Wohnungen, die jeweils 125 Quadratmeter Fläche bieten und für die schon jetzt Mieter gesucht werden. Eine Holzschnitzelheizung auf dem Hof sorgt künftig für die nötige Wärme.
Wertvolle historische Funde aus der Entstehungszeit des Vorgängerbaus gab es im Vorfeld keine – auch nicht im Keller. Von diesem erfuhr man ohnehin erst beim Abriss des baufälligen Hauses. „Der Keller wurde archäologisch untersucht, man hat jedoch darin nichts Außergewöhnliches gefunden“, so der 51-Jährige. Danach wurde alles zugeschüttet.

„Es macht viel Arbeit, aber auch Spaß“, sagt Andreas Mathea über sein Projekt. Er hofft, dass sich das Gebäude künftig gut in die Goethestraße eingliedern wird und die Nauener zufrieden sind. Schon seit einiger Zeit interessiert ihn die Arbeit mit alten Häusern, die „46“ ist nicht sein erstes in der Altstadt von Nauen. So gehört ihm auch die bereits seit längerem erneuerte Remise auf dem Hof der Goethestraße52, in der Loftwohnungen entstanden sind. Und beide Objekte zählen wiederum zum Gebäudeensemble Kerkowsche Höfe, das einen weiteren Baustein in der Nauener Altstadtsanierung darstellt. Die neigt sich jetzt dem Ende entgegen. Bis 2016 sollen zumindest die großen noch unsanierten Projekte auf den Weg gebracht sein – darunter das Kaufhaus, die alte Brauerei und der Berliner Hof.

Nauener Altstadtsanierung

Die Sanierung der Nauener Altstadt soll im Jahre 2016 im Wesentlichen abgeschlossen sein. Begonnen wurde damit nach der Wende. Grundlage bildete eine Denkmalbereichssatzung, die für das 27 Hektar große Areal erlassen wurde.
Weit über 20 Millionen Euro an Städtebaufördermittel flossen in die Erneuerung von Häusern und Straßen.

Zu Beginn der Sanierung gab es 53 Einzeldenkmale, neun davon mussten im Laufe der Jahre abgerissen werden, 40 wurden saniert, vier sind neu hinzugekommen.
Rund 200 Gebäude wurden bisher insgesamt saniert, 62 neu gebaut. Derzeit wird die Holzmarktstraße als letzte der 22 Straßen in der Altstadt umfassend erneuert. ak

Aber auch Mathea möchte die Hände nicht in den Schoß legen, wenn am Standort der Höheren Töchterschule die ersten Mieter das Altstadtflair genießen werden. Auf dem Hof der „46“ will er das Gebäude quasi klonen, es soll dort noch einmal entstehen. Die Baugenehmigung sei schon vorhanden, nun sucht er Kaufinteressenten.

Jetzt will Mathea aber erst einmal das aktuelle Vorhaben gut zu Ende bringen. Wenn Passanten nach Fertigstellung aufmerksam schauen, werden sie in der Fachwerkfassade ablesen können, wie alt das Vorgängergebäude offenbar war. „Anno 1767“ steht auf einem Stück altes Holz, das der Bauherr in einen der Balken einlassen will. Es stammt wohl vom Richtfest des historischen Hauses.

Von Andreas Kaatz

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