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Zwei Bolles mit einem Geschenk im Gepäck

Jugendherberge Milow Zwei Bolles mit einem Geschenk im Gepäck

Immer wieder gern kommen Reinhard und Ursula Bolle aus Radolfzell am Bodensee nach Milow, um in der Jugendherberge Carl Bolle zu übernachten. Sie sind die einzigen Mitglieder der Familie des Milchfabrikanten, die das machen. Jetzt haben sie sogar eine Spende mitgebracht, damit der Anbau des Kutscherhauses verschönert werden kann.

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Wenn Reinhard und Ursula Bolle zum Übernachten in die Milower Jugendherberge kommen, freut sich Herbergsleiterin Manuela Krüger-Gluchowski (Mitte) jedes Mal sehr.

Quelle: Bernd Geske

Milow. Es kommt nicht so häufig vor, dass Nachfahren der großen Familie des legendären Milchfabrikanten Carl Bolle in der gleichnamigen Jugendherberge in Milow übernachten – und auch noch Bolle heißen. In dieser Woche waren Reinhard und Ursula Bolle dort ein paar Tage zu Gast. Wie Reinhard Bolle erzählt, wurde sein Großvater Hermann Bolle einst in Milow geboren. Als junger Mann sei sein Opa dann nach Berlin gegangen, um in der Meierei von Carl Bolle zu arbeiten. Der große Bimmel-Bolle war dessen Onkel und stammte bekanntlich ebenfalls aus Milow. Gemeinsame Vorfahren der beiden seien Johann Christian Bolle und dessen Frau Gertrud (geb. Nobel) gewesen, die aus Milow und Umgebung stammten.

Gefühl der Verbundenheit

Der nun nach Milow gekommene Reinhard Bolle wurde geboren in Berlin, ist Elektroingenieur von Beruf, und wohnt jetzt aber schon seit 50 Jahren in Radolfzell am Bodensee. Obwohl das 850 Kilometer entfernt ist, komme er aus Heimatverbundenheit immer wieder gern nach Berlin, sagt er, und meist statte er dann auch der Jugendherberge in Milow einen Besuch ab. Er besitze eine alte Postkarte von 1897, erzählt er, darauf sei als Sehenswürdigkeit des Ortes Milow auch die Bolle-Villa zu sehen. Genau in jenem Jahr sei sie zum ersten Mal bezogen worden. Ein ganz besonderes Gefühl der Verbundenheit empfinde er außerdem für das Gebäude, erklärt Reinhard Bolle, weil er als junger Westberliner zu Zeiten der Mauer dorthin keinen Zugang bekam. Wie gern wäre er damals mit dem Fahrrad über die Glienicker Brücke nach Milow gefahren.

Schon im Januar 1990, ein paar Wochen nach dem Fall der Mauer, sei er nach Milow gefahren, um sich die alte Villa mal anzusehen, berichtet Reinhard Bolle. Ihr Zustand sei damals nicht besonders gut gewesen. Aber mittlerweile, nach der 2010 abgeschlossenen Sanierung, sei die Jugendherberge sehr schön geworden. Um nun auch selbst einen Beitrag zur weiteren Verschönerung des Objektes zum leisten, hatten Reinhard und Ursula Bolle diesmal eine private Spende mitgebracht, deren Höhe sie aber nicht verraten wollten. Er habe mit guten alten Freuden ein Jubiläum gefeiert, war nur zu erfahren, und da sie ihm unbedingt etwas schenken wollten, habe er um Spenden für die Jugendherberge gebeten.

Viele Familien mit Kindern

Herbergsleiterin Manuela Krüger-Gluchowski durfte sich wünschen, was mit dem Geld gemacht werden soll. Die Wahl fiel auf den Anbau des Kutscherhauses. Mit seiner einfach geputzten Fassade fällt er neben dem schmucken Gebäudeensemble der edlen Gründerzeit-Villa deutlich nach unten ab. Mit Hilfe der Spende soll der Putz nun zu einer stilecht bemalten Fassade werden. Zwischen Teilen in Klinkeroptik werden mehrere Motive aus der Milche-Bolle-Zeit positioniert, die alten Fotografien nachempfunden sind. In den nächsten vier Wochen soll das Werk ausgeführt werden.

Er sei selbst Mitglied im Jugendherbergsverband, so Reinhard Bolle. Bei seinem Besuch habe er sich sehr darüber gefreut, dass so viele Familien mit Kindern dort übernachten.

Es habe ihm gefallen, gerade jetzt während der Bundesgartenschau seine Spende zu übergeben, wo doch sicher in der Region so viel los sei.

Von Bernd Geske

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