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Zwei Brüder aus Wustermark im Traumfinale

DFB-Pokal Zwei Brüder aus Wustermark im Traumfinale

Für Jürgen und Wolfgang Scholz wird es am Samstagabend spannend. Dann stehen sich Borussia Dortmund und Bayern München im Berliner Olympiastadion im DFB-Pokalfinale gegenüber. Das Spiel gemeinsam zu gucken, ist für die Brüder keine Option, denn beim Fußball gehen ihre Meinungen auseinander.

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Jürgen und Wolfgang Scholz (v.l.) – zwei Brüder mit verschiedenen Fußball-Vorlieben.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Wustermark. Noch wirken Wolfgang und Jürgen Scholz entspannt. Damit ist es aber spätestens Samstagabend um 20 Uhr vorbei. Dann stehen sich Borussia Dortmund und Bayern München im Berliner Olympiastadion im DFB-Pokalfinale gegenüber. Jürgen Scholz, Gemeindebrandmeister in Wustermark, wird sich das Spiel gemeinsam mit Freunden öffentlich in Berlin anschauen, Wolfgang Scholz ganz entspannt auf dem heimischen Fernseher.

Das Spiel gemeinsam zu gucken – für die Brüder keine Option. „Ich bin seit den 1970er Jahren Bayern-Fan. Mein Bruder ist ein Gelber“, erklärt Wolfgang Scholz, Bauamtsleiter in der Gemeinde. „Das Public-Viewing im ’Sommergarten’ an der Messe ist nur für Borussen, einen Bayern lassen die da eh nicht rein“, kontert Bruder Jürgen mit einem Augenzwinkern.

Kein Spiel wird verpasst

Der 47-Jährige ist in den frühen 1990er Jahren zum Dortmund-Fan avanciert. „Ich habe damals eigentlich alles an Sport geguckt, was es so gab. Borussia Dortmund hat einfach einen schönen Fußball gespielt und die Fans waren mir von Anfang an sympathisch“, erinnert er sich. Drei bis vier Mal im Jahr unterstützt der 47-Jährige seine Mannschaft sogar im Stadion. „80 000 Menschen machen gemeinsam richtig Stimmung. Außerdem ist das Stadion in Dortmund an sich super – egal wo man sitzt, man hat einen tollen Blick.“

Eher gemütlich und unaufgeregt verbringt Bruder Wolfgang einen Spieltag seiner Mannschaft. „130 Euro für gute Karten – das ist es mir dann doch nicht wert. Trotzdem verpasse ich kein Spiel, die 34 Spieltage sind mir heilig“, so der 53-Jährige. Denn was er so an seinen Bayern mag, weiß Wolfgang Scholz ganz genau. „Natürlich war man als Kind erstmal Fan von einzelnen Spielern, wie Hoeneß, Müller oder Beckenbauer. Erst später dann vom Verein an sich – Bayern München ist immerhin seit 40 Jahren wirtschaftlich und spielerisch ganz weit vorne.“ Langweilig wird es trotzdem nie. „Jedes Mal, wenn die Bayern wieder Meister werden, freue ich mich aufs Neue.“ Seine Frau sieht seine Leidenschaft für den Fußball entspannt.

Fan-Artikel für jede Lebenslage

Noch mehr Glück hat Bruder Jürgen. „Meine Frau ist auch Dortmund-Fan. Wir gucken die Spiele gemeinsam“, so der Feuerwehrchef, an dem, wie er selber sagt, die Merchandising-Industrie schon ordentlich Geld verdient hat. „Ich habe jede Menge Fan-Artikel – vom Kalender, über Bettwäsche, bis hin zu Pullovern oder Mützen, die ich eigentlich immer trage. Mein Trikot ziehe ich zu jedem Spiel an, auch wenn ich nur vor dem Fernseher sitze.“

Der DFB-Pokal

Seit den 1960er Jahren gibt es den DFB-Pokal in seiner heutigen Form. Borussia Dortmund war die erste Mannschaft, die ihn 1964 gewann.

In den Sockel des zwölfeinhalb Pfund schweren und 52 Zentimeter hohen Pokals wird jedes Jahr die Siegermannschaft eingraviert. Das führte in der Vergangenheit bereits dazu, dass der Sockel etwas vergrößert werden musste. Der derzeitige Platz reicht noch bis ins Jahr 2020.

Bayern München ist Rekordsieger des begehrten DFB-Pokals mit 17 Siegen, gefolgt von Werder Bremen und dem FC Schalke 04.

Selber richtig Fußball gespielt, haben die Brüder nie. „Na klar, ab und zu war man mal auf dem Bolzplatz, aber unser Sport ist Basketball. Und auch da spielen wir meist gegeneinander“, lacht Jürgen Scholz. „Besonders gut ist es, wenn Bayern mal verliert, dann gibt es nach dem Training einen Kasten Bier für alle“, stichelt der Dortmund-Fan. Aber obwohl die Brüder zwei konkurrierende Mannschaften unterstützen, ist es noch nie zu einem handfesten Streit gekommen. „Wir mögen uns trotzdem und haben jede Menge Spaß, daran den anderen aufzuziehen“, gibt Wolfgang Scholz zu. Selbst der Wechsel des Top-Spielers Mats Hummels von Dortmund zu den Bayern konnte die Brüder Scholz nicht entzweien. „Reisende soll man nicht aufhalten. Immerhin hat er viel zu Dortmunds Erfolg beigetragen – Bayern hatte einfach das bessere Angebot“, so Jürgen Scholz versöhnlich. Welche Mannschaft am Samstag als Sieger hervorgeht, steht für Jürgen und Wolfgang Scholz fest. Sie tippen 3:1 – natürlich jeder für seine Mannschaft. Das Finale lässt sich mit Sicherheit auch der dritte Bruder Scholz nicht entgehen. Für ihn ist die Partie als eingefleischter Schalke-Fan allerdings nicht ganz so wichtig.

Von Laura Sander

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