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Havelland Zwei Havelländerinnen begeistern Berlin
Lokales Havelland Zwei Havelländerinnen begeistern Berlin
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17:55 14.11.2017
Juli Zeh stellte am Montagabend im fast ausverkauften Sendesaal des rbb ihr Buch „Leere Herzen“ vor. Quelle: Christin Schmidt
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Berlin

Wer mit einer Premierenlesung einen Saal mit eintausend Plätzen füllen kann, der hat es als Autor wirklich geschafft. Für Juli Zeh, die Wahlhavelländerin aus Barnewitz, gilt das allemal. Sie gehört zu den „ganz Großen“ der Literaturszene. Das wurde am Montagabend einmal mehr deutlich.

Während ihr letzter Roman „Unterleuten“ noch auf den Bestsellerlisten zu finden ist, stellte sie nun im großen Sendesaal des rbb in einer Premierenlesung bereits ihr neues Buch „Leere Herzen“ vor. Moderator Knut Elstermann durfte die kritische und schlagfertige Juli Zeh interviewen und selbst einige Havelländer, darunter Rhinows Amtsdirektor Jens Aasmann, waren nach Berlin gekommen, um dieses Ereignis nicht zu verpassen.

Neben den Gästen im Saal verfolgten noch weit mehr Menschen der Premierenlesung live am Radio. Ein Genuss dürfte es für beide Seiten gewesen sein, denn die Autorin und der Moderator boten anspruchsvolle Unterhaltung und jede Menge Humor. Knut Elstermann entlockte Juli Zeh ein „richtig geil“ auf die Frage, wie es für sie ist, so derart erfolgreich zu sein. „Ich bekomme ja auch jede Menge Kritik, aber das Tolle ist einfach, wenn die Leute meine Bücher lesen, der Rest ist mir wirklich scheißegal“, erklärte die Wahlhavelländerin. Das Publikum bedankte sich dafür mit Applaus.

Die einen wollen sterben und machen andere damit reich

Den sollte Juli Zeh an diesem Abend noch sehr viel häufiger ernten, sowohl für ihre erfrischenden Bemerkungen als auch für ihr Werk und die Lesung.

Die Autorin wählte dafür den Beginn des Romans aus und nahm ihre Zuhörer mit auf eine Reise in das Jahr 2025. Im Mittelpunkt steht Britta, die mit einem Freund eine Heilpraxis für Psychotherapie spezialisiert auf Menschen mit suizidalen Neigungen betreibt. Mit einem radikalen Konfrontationsverfahren überzeugen sie die Betroffenen davon, dass sie eigentlich gar nicht sterben wollen.

Diejenigen, die sich von ihrem Todeswunsch nicht abbringen lassen, vermitteln sie an politische Organisationen, NGOs, Islamisten oder Umweltorganisationen, die mehr mediale Beachtung wollen und sich einen Märtyrer kaufen und Anschläge verüben.

Nina Omilian singt das Lied zum Buch

„Das ist eine Win-Win-Win-Situation. Der Selbstmörder weiß, wofür er sich umbringen soll, die Terrorbranche befriedet sich, die Medien haben etwas zum Senden und die Leute etwas zum Fürchten. Das ist Dienstleistung vom Feinsten“, erklärte Juli Zeh in ihrer gewohnt kecken Art. Natürlich musste das Publikum wieder lachen. Zugleich lag aber auch eine düstere Stimmung im Saal. Die Angst vor einer Gesellschaft mit Menschen wie Britta, die im Herzen leer und ohne Glauben und Überzeugungen sind, war deutlich zu spüren.

Verstärkt wurde diese noch durch die zweite Premiere an diesem Abend. Die ebenfalls im Havelland lebende Sängerin Nina Omilian und der Komponist Marian Lux präsentierten live auf der Bühne das Lied zum Buch: „Full Hands, Empty Hearts“. Es ist der Hit des Jahres 2025 der fiktiven Sängerin Molly Richter. Nina Omilian und Marian Lux haben diesem Werk eine Melodie eingetaucht, die dem Buch eine zusätzlich Gefühlsebene verleiht.

Wer die Lesung verpasst hat, auf www.meinbrandenburg.tv gibt es die gesamte Veranstaltung als Video. Auch den Teil, der in der Live-Übertragung nicht zu hören war.

Von Christin Schmidt

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