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Zwei Komödien an einem Abend

Falkensee Zwei Komödien an einem Abend

Das Kleine Theater Falkensee präsentiert eine Doppelpremiere: Die Einakter „Kunst“ und „Die Altruisten“ sind ab sofort im Kulturhaus zu sehen. Es geht um Liebe, Drogen und ein weißes Bild.

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In Aktion: Gesine Falke und Brigitte Römer (v.l.).

Quelle: Hans-Peter Theurich

Falkensee. Gleich zwei Komödien hintereinander beschert das Kleine Theater Falkensee seinen Fans. Am Freitag hatten „Kunst“ von Yasmina Reza und „Die Altruisten“ von Nicky Silver Premiere. Beide Einakter führt die Truppe im Kulturhaus Johannes R. Becher in Falkensee auf.

Drei Freundinnen haben im ersten Stück ein Problem: Ist es in Ordnung, ein Bild, Weiß in Weiß, also quasi nichts drauf, für 200 000 Euro zu kaufen? Genau das hat die Dermatologin Sabine getan. Brigitte Römer spielt sie zurückhaltend als Dame der Gesellschaft. Die muss erst gehörig provoziert werden, bevor sie die Contenance verliert.

Um ihre Gelassenheit ringen muss dagegen ständig die scheinbar so vernünftige Marion, temperamentvoll gegeben von Gesine Falke. Als Vermittlerin zwischen den beiden erbittert streitenden Frauen tritt Yvonne auf. Zwischen Wurschtigkeit und echter Sorge um ihre Freundinnen entfaltet Christina Sellenthin ihr komisches Talent.

Yasmina Reza hatte das Stück um echte Kunst oder elitäre Pose für drei Männer geschrieben. Im Kleinen Theater treten aber Frauen auf und liefern sich einen gehörigen, oft verlogenen Zickenkrieg, der dem Thema sehr zugute kommt. Regisseur Sebastian Eggers sagte nach der Generalprobe: „Die Umwandlung zu Frauenrollen verändert das Stück und liefert andere Spitzen.“

So vordergründig distinguiert und elegant es in „Kunst“ zugeht, so vergammelt und runtergekommen ist die Behausung der „Altruisten“. Der New Yorker Autor Nicky Silver führt eine Art Wohngemeinschaft vor, in der aber auch gar nichts stimmt, ein Haus der Lüge. Alle Akteure engagieren sich irgendwie für eine bessere Welt. Dazwischen sind sie auf der Suche nach Liebe und meinen Sex – oder Dope. Mit Coke ist keine Brause gemeint, sondern Kokain. Als das Film-Sternchen Sydney vollgedröhnt in der Gegend rumballert, kommt es zu Unannehmlichkeiten. Sehr variationsreich von der Theaterleiterin Katharina Kusch gespielt. Ihr Freund Ethan (wundervoll verlogen: Sebastian Maihs) vögelt so ziemlich alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Dazu gehört auch Cybil. Cassandra Lenz beeindruckt mit soliden Schreiattacken. Sehr schön: „Politisch gesehen, bin ich eine Lesbe!“

Und dann ist da noch das Liebesdrama zwischen dem einsamen Sozialarbeiter Ronald, so glatt, so brav gegeben von Phileas Heim, und dem Stricher Lance. Christoph Birke überzeugt mit seinem naiven Zynismus. Zum Schluss steht fest: Die Welt wird erst morgen gerettet, heute sind die vermeintlichen Gutmenschen viel zu fies dafür.

Das Kleine Theater ist sich treu geblieben mit der Auswahl der beiden Komödien. Auf Schenkelklopfer wurde glücklicher Weise verzichtet. Beide Dramen leben von Humor und Krawall, das Lachen bleibt einem aber zuweilen im Halse stecken. „Boulevard-Theater ist das eher nicht“, sagte Sebastian Eggers. Nachdenklich und im Kopf erfrischt verlässt man das Theater. Ein fulminanter Abend, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Weitere Aufführungen: 20.11., 24.11., 25.11., 27.11. jeweils um 19.30 Uhr im Kulturhaus, Karten: 03322/32 87.

Von Judith Meisner

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