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Zwei Minister machen Mut

Görke und Baaske zum Beruf mit Abitur Zwei Minister machen Mut

Die Gesamtschule Bruno H. Bürgel in Rathenow schöpft neue Motivation, um ihren Weg zum neuen Zweig Berufsausbildung mit Abitur weiter zu gehen. Schulleiter Michael Hohmann hatte am Freitagnachmittag Finanzminister Christian Görke (Linke) und Bildungsminister Günter Baaske (SPD) zu einem Arbeitsgespräch zu Gast – und beide haben ihm Mut gemacht.

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Schulleiter Michael Hohmann (Mitte) mit den Ministern Christian Görke (li.) und Günter Baaske.

Quelle: B. Geske

Rathenow. Christian Görke hatte schon im Januar in einem frühen Stadium der Entwicklung sein Wohlwollen erklärt und Günter Baaske teilte am Freitag mit: „So etwas an einer Gesamtschule ist ein weiterer schöner Weg zum Abitur.“ Er fügte hinzu, die Bürgelschule sei bislang die erste und einzige Gesamtschule im Land Brandenburg, die ein Konzept verfolge, um Beruf mit Abitur anzubieten.

Eine Formulierung im Koalitionsvertrag der rot-roten Landesregierung hatte den Verantwortlichen der Schule den Anstoß gegeben, ein neues Ziel anzugehen. An den Oberstufenzentren (OSZ) werde die doppelqualifizierende Ausbildung weiter entwickelt, die zum Abitur führe und gleichzeitig eine anerkannte berufliche Qualifikation vermittle (Berufsausbildung mit Abitur), steht im Vertrag. Und dann kommt der entscheidende, aber nicht 100-prozentig verpflichtende Satz: „Eine Ausweitung auf Gesamtschulen mit besonderem Profil wird geprüft.“

So hat die Bürgelschule ein erstes Konzept erarbeitet, es an den Bildungsminister geschickt und ihn zu einem Gespräch eingeladen. Am Freitag ist der dieser Einladung nachgekommen und hat am Ende resümiert: „Wir werden uns nicht verschließen, wenn es eine gute Idee gibt.“ Dann hat er aber auch klar heraus gestellt, dass auch nach dieser positiven Einschätzung für die Schule noch viel zu tun bleibt. Es müsse eine „duale Verknüpfung“ geben, denn die Wirtschaft müsse dahinter stehen. Er meint damit: Die Schule braucht einen starken Partner, der es übernimmt, den Schülern eine richtige Ausbildungsvergütung zu bezahlen, wenn sie den Weg Beruf mit Abitur wählen.

Abi nach 13 Jahren

Die Bürgelschule ist die einzige Gesamtschule im Westhavelland.
Im Land Brandenburg ist das die einzige Schulform, die weiterhin nach 13 Jahren zum Abitur führt.
Seit vielen Jahren ist sie in der Region die weiterführende Schule (ab 7. Klasse) mit den höchsten Anmeldezahlen. Für 2015/2016 gab es 146 Anmeldungen, nur 107 konnten berücksichtigt werden.
Im nächsten Jahr wird die Bürgelschule so viele Schüler haben wie nie zuvor: insgesamt 684.
Spanisch wird seit diesem Schuljahr dort als dritte Fremdsprache nach Englisch und Französisch unterrichtet.

Dass diese Frage geklärt werden muss, war den Verantwortlichen der Bürgelschule durchaus bewusst. Sie haben deshalb bereits Kontakt mit der Havelland-Kliniken-Unternehmensgruppe aufgenommen, denn die Ausbildung soll sich um Pflegeberufe drehen. Denkbar sind Senioren-, Kranken- und Kinderpflege. Matthias Rehder, Personalmanager der Havelland-Kliniken, hat im April dazu gesagt: „Wir haben großes Interesse daran, beim Vorhaben der Bürgelschule mitzuwirken, wenn es denn möglich sein wird.“

Das Unternehmen suche dringend solche Fachkräfte. Die Zustimmung der beiden Minister dürfte nun also eine neue Runde von Schule und Unternehmensgruppe anstoßen, um das Paket handfester zu schnüren. Man geht davon aus, dass für einen Jahrgang 20 Beruf-mit-Abi-Schüler gebraucht werden , die von den Havelland-Kliniken eine Ausbildungsvergütung bekommen müssten.

Auf Schulleiter Michael Hohmann hat das Minister-Gespräch am Freitag wie ein Signal gewirkt. Das Vorhaben werde von beiden „wohlwollend begleitet“ hat er festgestellt, aber sie hätten auch kritische Punkte deutlich angesprochen. Das Gespräch sei in sehr angenehmer Atmosphäre, aber völlig realistisch verlaufen. Die Bürgelschule wisse nun, dass sie an ihrer Idee festhalten könne.

Von Bernd Geske

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