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Zwei Rathenower entdecken Indien

Havelland Zwei Rathenower entdecken Indien

Die beiden Rathenower Susanne Meier und Robert Güse suchen fernab der Heimat das Glück. Seit Januar sind sie auf Entdeckungsreise in Indien, wo sie unter anderem eine Teeplantage in 2160 Metern Höhe besucht und sich in die Fluten des Arabischen Meeres gestürzt haben. Nicht nur die Havelländer staunen über Indien, auch die Inder sind von den Reisenden fasziniert.

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Viele Inderinnen bestaunen Susanne Meiers hellbraune Haut, wollen sie anfassen und Fotos mit ihr machen. Quelle: Privat

Rathenow/Indien. „Ich schaue nicht mehr auf die Uhr, zähle die Tage und Stunden nicht, sondern lasse mich mit ausgestreckten Armen in den Sand fallen und treiben, lausche den Wellen und genieße.“ Diese Worte des havelländischen Weltenbummlers Robert Güse klingen nach einem Wunschtraum, einer Fantasie, mit der man sich an stressigen Tagen in eine andere Welt träumt. Für Robert Güse und Susanne Meier ist aber genau das die Realität. Seit Ende Januar reisen die beiden Rathenower durch Indien und Sri Lanka – ohne Ziel, ohne Plan. Sie lassen sich treiben um Land, Leute und sich selbst zu entdecken.

Ihre Reise beginnt in Goa, dem kleinsten indischen Bundesstaat. Während Susanne Meier sich zur Yoga-Lehrerin ausbilden lässt, genießt ihr Reisekumpel Robert den Kilometer langen, traumhaft schönen Sandstrand und das Arabische Meer oder erkundet die Umgebung. In den Orten spazieren Kühe, Hunde und Schweine durch die Straßen, gefolgt von hupenden Mopeds und Rikschas. Die Kühe sind zwar heilig, man darf sie aber ohrfeigen, wenn sie nerven, so Güse. Stromausfälle und mit dem Finger die Zähne zu putzen gehören inzwischen zum Alltag, genau wie leere Geldautomaten. „Die Menschen hier leben, nach unseren Maßstäben, als würden sie 1000 Jahre alt werden. Kein Stress, keine Hektik, keine Angst vor dem Tod. Man hat Zeit“, schreibt Robert Güse in sein digitales Facebook-Reisejournal.

Eine abenteuerliche Zugfahrt

Das nächste Ziel, die Stadt Hampi, liegt rund 370 Kilometer entfernt im Landesinneren. Die neunstündige Zugfahrt dorthin wird für die beiden Rathenower zu einem unvergesslichen Erlebnis. Von einer der oberen Pritschen im Schlafwagen inmitten nackter Füße und Gepäck beobachten sie das Geschehen. „Es ist eng, der Zug steinalt, Ventilatoren hängen von der Decke. Es wird geschmatzt, gesegnet und gesungen, während unzählige Händler ihre Waren anbieten und Menschen während der Fahrt ein und aussteigen“, schreibt Robert Güse.

Zwei Rathenower bereisen die Welt

Susanne Meier ist vielen als frühere Vorsitzende des Kinder und Jugendparlaments bekannt.

Robert Güseist gelernter Krankenpfleger und ausgebildeter Flugbegleiter.

Die beiden sind kein Paar, eher wie Bruder und Schwester. Sie kennen sich gut und verreisen oft gemeinsam.

Die Türkei, Kanada, Thailand, Marokko, Irland, Polen, Österreich, Bulgarien und Ungarn haben sie erkundet.

In Hampi warten Bananenplantagen, Palmenhainen und Tempelruinen. Wasser ist hier rar. Während sich die Menschen nach dem Monsun sehnen, steigen Robert und Susanne zur Geburtsstätte des Affengottes „Hanuman“ auf und lassen sich in einem Tempel auf dem Berggipfel segnen. „Auch wenn wir inzwischen mit den Händen essen, uns in im Boden eingelassenen Löchern entleeren, fühlen wir uns hier pudelwohl“, so Güse.

Yoga in luftiger Höhe

Yoga in luftiger Höhe: Susanne Meier genießt die Aussicht in den Westghats.

Quelle: privat

In den Westghats, das mit 2695 Metern höchste Gebirge Südindiens, geht für die beiden ein Traum geht in Erfüllung als sie einer Herde wilder Elefanten begegnen. Die anschließende Wanderung zu den höchsten Teeplantagen der Welt inklusive einer Führung durch die Teefabrik von Kolukkumalai in 2160 Metern Höhe ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. „Der Rückweg glich einer Achterbahnfahrt: Der Rennfahrer unserer Rikscha ließ uns auf einer zwei Meter schmalen Straße am Hang um unser Leben bangen. Wer hupt, gewinnt, wer bremst, verliert“, berichtet Robert Güse. Die beiden Rathenower haben natürlich gewonnen.

Die Havelländer staunen über Land und Leute, aber auch die Inder finden die Reisenden sehr interessant. Sie bewundern vor allem die hellbraune Haut der jungen Rathenowerin, sie wollen sie anfassen und Fotos mit ihr machen. „Susi entspricht anscheinend dem indischen Schönheitsideal und wird regelrecht verehrt“, berichtet Robert Güse.

Susanne Meier und Robert Güse genießen ihre Auszeit in Indien in vollen Zügen

Susanne Meier und Robert Güse genießen ihre Auszeit in Indien in vollen Zügen.

Quelle: privat

Mitte April nehmen sich die beiden eine Auszeit vom Reisen und fliegen nach Sri Lanka. Für Robert Güse, der schon viel von der Welt gesehen hat, ist es neben Island das Land, das ihn bisher am meisten begeistert: „Allein die Zugfahrt von Colombo entlang der Küste nach Mirissa ist phänomenal, ganz zu schweigen von der natürlichen Schönheit der sri-lankischen Frauen!“ Robert Güse schwärmt von paradiesische Strände und türkisem Wasser. „Die meiste Zeit verbringe ich eigentlich damit, mich meiner eigenen Gedanken(losigkeit) zu erfreuen und zu überlegen, was ich wann und wo als nächstes esse“, schreibt Güse in einem Post und weckt mit seinen Sätzen und den unzähligen Fotos regelmäßig den Neid bei den Daheimgebliebenen.

Ende Juli endet für die beiden Havelländer das Indien-Abenteuer – aber das nächste wartet schon. Nach einem Zwischenstopp in der Heimat wollen Susanne Meier und Robert Güse nach Südamerika aufbrechen.

Die beiden Rathenower inmitten einer indischen Familie

Die beiden Rathenower inmitten einer indischen Familie.

Quelle: privat

Von Christin Schmidt

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