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Zwei Spandauer Ur-Gesteine treten an

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung Zwei Spandauer Ur-Gesteine treten an

Am Sonntag werden in Berlin ein Abgeordnetenhaus, aber auch die Bezirksparlamente neu gewählt. In Spandau schicken die großen Parteien zwei Ur-Spandauer ins Rennen um den Chefsessel: Helmut Kleebank (SPD) will Bezirksbürgermeister bleiben, Gerhard Hanke (CDU) will es werden.

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Die größeren Parteien werben gern mit größeren Plakaten – auch in Spandau.

Quelle: Laura Sander

Spandau. Mit dem Slogan „Spandau besser machen“ geht Gerhard Hanke ins Rennen um den Chefsessel im Spandauer Rathaus. Ja, warum hat er Spandau denn nicht schon längst besser gemacht, fragt manch vorlauter Berlin, der Mann sitzt doch seit 1992 in Rathaus. Und tatsächlich: Der CDU-Mann Gerhard Hanke ist Berlins dienstältester Stadtrat, seit 1992 bekleidet er diesen Posten. Doch nun will er es wissen, nachdem sein christdemokratischer Kollege Carsten Röding sich überraschend aus dem Politrennen zurückgezogen hat, setzte die CDU auf den erfahrenen 60-jährigen Hanke. Am Sonntag werden in Berlin ein Abgeordnetenhaus, aber auch die Bezirksparlamente neu gewählt.

Auf die Gnade der Spandauer Geburt kann Gerhard Hanke nicht viel geben, denn die hat der Amtsinhaber Helmut Kleebank auch. Der SPD-Mann beendete 2011 eine 16 Jahre währende CDU-Führung in Spandau unter Konrad Birkholz. Der war als populärer und überaus beliebter Bürgermeister abgetreten, Kleebank beerbte ihn, wenn auch mit erheblichen Mühen. Seine Wahl zum Bezirksbürgermeister gestaltete sich fast zum Debakel, als Kleebank nur mit Mühe im dritten Wahlgang gewählt wurde. Viele hatten dem Polit-Neuling das Amt nicht zugetraut; als Mathe- und Physik-Lehrer und Leiter der Heinrich-Böll-Oberschule hatte er sich zwar einen guten Ruf erarbeitet, aber als oberster Verwaltungschef in einem Berliner Stadtbezirk mit 235 000 Einwohnern? Die Skepsis hat sich schnell gelegt. Als Bürgermeister und zugleich Stadtrat für Personal und Finanzen arbeitet Kleebank effizient, fast ein bisschen nüchtern. Er hat sich von der Schuldenlast bei seinem Amtsantritt, immerhin 18,5 Millionen Euro, nicht erdrücken lassen. Spandau ist jetzt schuldenfrei. Große Aufreger blieben aus, hier mal Ärger über eine geschlossene Flughafen-Kita in Gatow, da mal Kritik am zögerlichen Ausbau einer Schulmensa.

Gerhard Hanke hat mit mehr Gegenwind zu kämpfen, fast wäre er gestolpert über eine private Feier in einer städtischen Einrichtung. Aber auch da haben sich die Wogen geglättet, Hanke steht vielmehr als Mann, der das kulturelle Leben in der Stadt über finanziell harte Zeiten geführt hat, er steht für die erfolgreiche Belebung der Spandauer Zitadelle, für die Stärkung von kulturellen Einrichtungen. Die Bibliothek bekam einen verdoppelten Medienetat, 3,5 Millionen Euro flossen für die neue Volkshochschule.

Und das ist ja überhaupt das Besondere an Spandau: So richtig können sich die beiden Konkurrenten gar nicht wehtun. Denn Helmut Kleebank wurde zwar mit den Stimmen von SPD, Grünen (die sich hier Die Grünen/AL nennen) und den Piraten gewählt, im Rathaus besetzt die CDU aber drei der fünf Ressorts. Irgendwie hat man ganz gut zusammengearbeitet, verbale Vorwürfe wie „Totalversagen“ oder „Symbol- und Machtpolitik“ erschütterten kaum. Immerhin ganz reibungslos ging es auch in Spandau mit seinen Problemen nicht ab. Ein Personalkarussell setzte sich Ende 2014 in Gang: Es wechselten zwei CDU-Leute in die SPD-Fraktion, ein Grüner ging zur CDU, die Piraten hatten eine Sitz ohnehin nicht besetzt.

Jürgen Kessling verließ die SPD und machte mit dem Noch-Piratenchef die neue „Wahlinitiative soziales Spandau“ auf. Aktuell sitzen in der Bezirksverordnetenversammlung Abgeordnete von fünf Parteien: SPD, CDU, Grüne, Piraten, Linke. Das kann sich nach dem Wahlsonntag ändern, dann treten zehn Parteien und Wählervereinigungen in Spandau an. Neben den genannten sind das die FDP, Bürgerbewegung pro Deutschland, DIE PARTEI, die AfD und die Wählerinitiative soziales Spandau.

Von Marlies Schnaibel

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