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Havelland Zwei junge Frauen mischen politisch mit
Lokales Havelland Zwei junge Frauen mischen politisch mit
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18:31 21.02.2018
Lea Kolbatsch-Weremschuk (l.) und Mortischa Mokelke engagieren sich jetzt im Rathenower Kinder- und Jugendparlament. Quelle: Christin Schmidt
Rathenow

Dass sie später einmal Bundeskanzlerin werden könnte, hat Mortischa Mokelke schon häufiger gehört. Tatsächlich ist dieser Gedanke nicht ganz abwegig. Die 17-Jährige Rathenowerin ist politisch sehr interessiert, möchte nach dem Abitur Politikwissenschaften und Soziologie studieren und seit Kurzem ist sie Mitglied im Kinder- und Jugendparlament ihrer Heimatstadt.

„Ich hatte schon länger überlegt, mich mit dem KiJuPa in Verbindung zu setzen, weil ich mich politisch engagieren wollte“, erzählt die Schülerin, die die zwölfte Klasse des Jahngymnasiums besucht. Durch ein Projekt zur Bundestagswahl kam sie dann mit dem KiJuPa in Kontakt. Genau wie ihre Mitschülerin Lea Kolbatsch-Weremschuk aus Mögelin. „Ich wusste vor dem Wahlprojekt gar nicht, dass es in Rathenow ein Kinder- und Jugendparlament gibt“, gesteht die 17-Jährige. Beide gehören nun zu den aktuell sechs aktiven KiJuPa-Mitgliedern.

Lea und Mortischa legen im Sommer ihr Abitur ab. Neben den Prüfungsvorbereitungen bleibt ihnen wenig Freizeit. Diese wollen sie nutzen, um gemeinsam etwas zu bewegen. „Natürlich raubt dieses Engagement Zeit, aber es macht auch Spaß. Wir können anderen etwas Gutes tun und bekommen dazu einen Einblick in das öffentliche Leben“, sagt Lea.

Das Kinder- und Jugendparlament

Sechs Mitglieder gehören derzeit dem Rathenower Kinder- und Jugendparlament an, darunter fünf junge Frauen und ein junger Mann.

Den Vorsitz des KiJuPa hat zurzeit der 28-jährige Erzieher Maximilian Vogt inne.

Vergangene Woche trafen sich die Mitglieder zu ihrer ersten ordentlichen Sitzung im neuen Jahr.

Auf der Tagesordnung stand das Projekt #howtomakeaBürgermeister und der 15. Geburtstag des KiJuPa, der im Februar gebührend gefeiert wird.

Wer im KiJuPa mitarbeiten möchte, sollte die nächste Sitzung nicht verpassen.

Die findet am 18. Januar um 16 Uhr im Raum 303 im Rathaus statt.

Begegnungen mit Personen wie dem Bürgermeister, dem Pressesprecher der Stadtverwaltung oder der Leiterin des Frauenhauses bereicherten in den vergangenen Wochen ihr Leben. Sogar am Ehrenamtsempfang der Stadt durften sie teilnehmen. „Es öffnet einem ganz allgemein viele Türen und man hat die Chance, mit Gleichgesinnten zu diskutieren. An all das kommt man sonst als Jugendliche nicht ran“, weiß Mortischa. Nicht zuletzt ist die Mitgliedschaft im KiJuPa auch ein Plus im Lebenslauf.

Für die Arbeit in dem Gremium bleibt ihnen nur noch ein gutes halbes Jahr, danach werden sie erst einmal die Heimat fürs Studium verlassen. „Ein halbes Jahr ist besser als nichts“, sagt Mortischa.

Was die beiden antreibt? Sie wollen etwas bewegen, auf Probleme aufmerksam machen. „Ich habe oft das Gefühl, dass junge Menschen in unserem Alter nicht wahrgenommen werden. Dank des KiJuPa sind wir nicht allein. Wir sind eine ganze Gruppe, die gemeinsam etwas bewirken kann und auch angehört wird“, erklärt Mortischa.

„Die große Politik ist einfach zu weit weg vom Volk“

Ihr politisches Interesse entwickelte sich 2015. „Damals ging hier vieles schief. Aber statt in der Masse zu stehen und zu meckern, nutze ich lieber meine Chance und bestimme selbst mit. Dieses Ohnmachtsgefühl, in dem sich viele wiegen, möchte ich nicht haben“, so die 17-Jährige. Ähnlich sieht das Lea: „Das Problem ist, viele sind der Meinung, sie könnten gar nichts ändern. Die große Politik ist einfach zu weit weg vom Volk.“

Beide wissen, die Politik braucht engagierten Nachwuchs, vor allem mehr Frauen. Sie selbst können sich gut vorstellen, die Zukunft ihrer Heimat und ihres Landes politisch mitzugestalten. Damit sind sie eher eine Ausnahme. „Die deutsche Jugend ist vielleicht selbstständig und kapselt sich früh von den Eltern ab, aber in Bezug auf die Politik gibt es ein großes Desinteresse und eine Art Hilflosigkeit, weil Politik so intransparent ist“, meint Mortischa.

Dabei sei das politische Geschehen so spannend, denn es berührt jeden Bereich des Lebens – auch das von Jugendlichen. „Das Problem in Rathenow ist, die meisten sehen in der Jugend nur diejenigen, die auf dem Märkischen Platz rumhängen, rauchen und Drogen nehmen. Jugendliche, die in der Schule sitzen, vergessen sie“, ärgert sich Lea.

Dabei sieht auch sie die Situation im Stadtzentrum sehr kritisch. Hier müsse dringend etwas passieren, allgemeine Pauschalisierungen helfen aber nicht, sind sich Lea und Mortischa einig. Ein paar Monate bleiben ihnen noch, um erst einmal etwas in Rathenow zu verändern.

Von Christin Schmidt

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