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Zwei junge Nennhausener auf großer Reise

Zurück aus Down Under Zwei junge Nennhausener auf großer Reise

Das Havelland hat sie wieder. Vor wenigen Tagen sind Marc-Julien Brüggemann und Johannes Huxdorf von einem großen Abenteuer zurückgekehrt. Fast ein Jahr lang haben sie Australien erkundet. Vor wenigen Tagen sind sie ins Havelland zurückgekehrt mit einem Rucksack voller Erinnerungen und zwei Terabyte Foto- und Videomaterial.

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Johannes Huxdorf glücklich und voll mit tollen Erinnerungen zurück in Rathenow.

Quelle: Ch. Schmidt

Nennhausen. Eigentlich hätten sie noch ein wenig bleiben können – ihr Visa läuft erst Ende Juli ab. Nun kamen die beiden Weltenbummler Marc-Julien Brüggemann und Johannes Huxdorf früher als erwartet zurück, zur großen Freude ihrer Familien und Freunde. „Wir haben den Kontinent einmal umrundet, das war unser Ziel. Wir haben alles gesehen und sehr viel erlebt. Außerdem beginnt jetzt in unserer Heimat der Sommer und den wollten wir unbedingt genießen“, erklärt Marc-Julien Brüggemann. Dem 20-Jährigen steht die Abenteuerlust ins Gesicht geschrieben. Voller Begeisterung sprudeln die Erlebnisse nur so aus ihm heraus.

„In Cairns im Nordosten des Landes begann unsere Reise. Dort haben wir uns nach einem Monat Orientierungsphase als Garten- und Landschafsbauer selbstständig gemacht und unsere Arbeit für 20 Dollar die Stunde angeboten. Der Mindestlohn liegt in Australien bei 21,70 Dollar“, berichtet Marc-Julien. Natürlich sind die beiden Havelländer keine ausgebildeten Fachkräfte.

Erst die Arbeit, dann das Reisen

Ihre Reise traten sie als frischgebackene Abiturienten an. „Wir haben uns erlaubt ein bisschen zu schummeln, weil wir schon Erfahrungen in dem Bereich hatten“, verrät Marc-Julien. Tatsächlich hat sich die fixe Idee gelohnt. Die beiden verdienten in zwei Monaten so viel, dass sie danach sorglos den Kontinent erkunden konnten. Sie kauften sich ein Auto und fuhren von Cairns Richtung Süden einmal die Küste Australiens ab.

 Johannes Huxdorf (l) und Marc-Julien Brüggemann aus Nennhausen in Tasmanien am Cape Pillar

Johannes Huxdorf (l.) und Marc-Julien Brüggemann aus Nennhausen in Tasmanien am Cape Pillar.

Quelle: Privat

In Brisbane ging es ein Stück ins Landesinnere. In der Nähe der Kleinstadt Guyra verbrachten sie fünf Wochen auf einer Bio-Hühnerfarm. „Für einen solchen Aufenthalt zahlen andere Geld, wir hatten das Glück, für vier Stunden Arbeit pro Tag Kost und Logis frei zu bekommen“, so der 20-Jährige. Zwei Wochen lang hatten sie sogar ganz allein das Kommando über 2000 Hühner. „Eine wirklich tolle Erfahrung. Wir hatten so viel Spaß, sind Wettrennen mit Traktoren gefahren, haben jeden Tag etwa 1500 Eier eingesammelt – einige sind auch zu Bruch gegangen – und uns richtig gut mit den Farmbesitzern verstanden“, erzählt Marc-Julien mit aufgeregter Stimme.

Auf Mammutbäumen klettern und im Riff tauchen

In Adelaide sind sie einem Delfin ganz nahe gekommen und ließen sich durch eine Schweizer Schokoladenfabrik führen. Die Besitzerin war so begeistert vom Besuch aus Deutschland, dass sie die beiden erst nach einer Überdosis Schokolade ziehen ließ. Sie kletterten in Mammutbäumen und schwammen im Great Barrier Reef. Auch Tasmanien erkundeten die beiden Havelländer. Fünf Wochen blieben sie auf der Insel und verbrachten viele Stunden mit anderen Reisenden und Wallabys – kleine Kängurus – am Lagerfeuer.

Marc-Julien Brüggemann aus Nennhausen beim Schnorcheln im Great Barrier Reef

Marc-Julien Brüggemann aus Nennhausen beim Schnorcheln im Great Barrier Reef.

Quelle: Privat

Natürlich ist auch in Australien nicht alles eitel Sonnenschein. Erschüttert berichten die beiden vom Elend der Aborigines: „Wir wollten uns selbst ein Bild davon machen, sind mit vielen Aborigines ins Gespräch gekommen. Es war fruchtbar mit anzusehen, wie viele von ihnen berauscht auf der Straße liegen. Tankstellen sind gesichert, weil sie sich mit Benzin in den Wahnsinn schnüffeln. Eine hoffnungslose Situation.“ Auch die zum Teil dreiste Ausbeutung von Rucksack-Touristen schockierte die jungen Männer.

In Down Under fürs Leben gelernt

Gut 28 000 Kilometer legten die beiden Havelländer zurück. Sie haben so viel vom Land gesehen, dass sogar Einheimische sie um diese Erfahrung beneiden. Nur eines haben sie nicht geschafft: Ihr ursprüngliches Vorhaben, regelmäßig mit Bildern und Videos von ihrer Reise zu berichten, scheiterte an mangelnder Strom- Internetversorgung. Das Material ist aber da und wird in den nächsten Wochen aufbereitet, verspricht Marc-Julien. Schließlich sollen die Familie und Freunde auch teil haben an ihrem Abenteuer.

Bleibt die Frage, was die Reise mit ihnen gemacht hat? „Wir sind viel lockerer geworden. Ich weiß jetzt, dass ich vieles kann, dass mir verschiedene Dinge Spaß machen. Wichtig sind vor allem die Menschen um einen herum. Zudem hat die Reise uns selbstbewusster gemacht. Wir mussten ja von null auf hundert selbstständig sein, eine Wohnung suchen, uns verpflegen, einen Job suchen. Das, was du dort lernst, lernst du in zehn Jahren Schule nicht“, sagt Johannes Huxdorf. Eine gute Vorbereitung auf den neuen Lebensabschnitt, der nun beginnt. Marc-Julien fängt am 1. Juli eine Ausbildung zum Marketingkaufmann bei einem Berliner Reiseunternehmen an, Johannes Huxdorf wird erstmal jobben. Er ist noch auf der Suche nach einer technischen Ausbildung.

 Fast ein Jahr lang tourten Johannes Huxdorf (l) und Marc-Julien Brüggemann aus Nennhausen durch Down Under

Fast ein Jahr lang tourten Johannes Huxdorf (l.) und Marc-Julien Brüggemann aus Nennhausen durch Down Under. Sie umrundeten Australien und kehrten Anfang Juni 2016 mit tollen Erlebnissen zurück in die Heimat.

Quelle: Ch. Schmidt

Von Christin Schmidt

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