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Zwei wollten mal ’ne Demo machen

Bürgerbündnis Havelland Zwei wollten mal ’ne Demo machen

Christian Kaiser und Nico Tews sind Personen des öffentlichen Lebens geworden. Die beiden sind die Gründer und Sprecher des Bürgerbündnisses Havelland, das gegen „Asylmissbrauch“ mobil macht. Sie sind die Hauptorganisatoren der Dienstags-Demos auf dem Märkischen Platz in Rathenow

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Christian Kaiser (Mitte, blaue Jacke) und Nico Tews (links daneben) mit einer Gruppe von Unterstützern.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Sie geben es zu: Die große Zahl der Menschen, die sie an den letzten beiden Dienstagen auf die Beine bringen konnten, hat sie selbst überrascht. Christian Kaiser aus Rathenow und Nico Tews aus einem kleinen Ort im Westhavelland sind die Gründer und Sprecher des Bürgerbündnisses Havelland, das gegen sogenannten Asylmissbrauch mobil gemacht hat. Ihre drei Hauptforderungen sind die konsequente Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, das Stoppen unkontrollierter Zuwanderung und „Keine Islamisierung des Abendlandes!“. Kaiser und Tews sind auch die Hauptorganisatoren der Demonstrationen am 27. Oktober und 3. November auf dem Märkischen von Rathenow gewesen, bei denen sie über 400 und dann sogar 600 Zuhörer zusammen bringen konnten. Als Reaktion auf das mögliche Schüren von Fremdenhass hatte das Aktionsbündnis „Rathenow zeigt Flagge“ an den gleichen Tagen zwei Gegenveranstaltungen mit 300 bzw. 350 Teilnehmern auf dem August-Bebel-Platz organisiert.

Erstaunt über die Vielzahl der Reaktionen

Wie beide berichten, haben sie sich im Oktober über Facebook kennen gelernt, wegen ähnlicher Gedanken und Vorstellungen einmal getroffen und bald beschlossen: „Wir wollen mal ’ne Demo machen.“ Sie hätten diese über die Internetwache der Polizei angemeldet, einen Aufruf zur Teilnahme ins Internet gestellt und seien erstaunt über die Vielzahl der Reaktionen gewesen. „Wir haben schnell ein gutes Organisationsteam zusammen bekommen“, sagt Nico Tews. Es gebe ein festen Stamm von etwa zehn Personen. Die Mobilisierung so vieler Demonstranten funktioniere aber nur, weil „hunderte Helfer“ mitwirkten, um die Informationen im Internet zu teilen und die gedruckten Flyer zu verteilen. Lautsprecheranlage, Stromaggregat und Paletten für die kleine Bühne auf dem Märkischen Platz seien im Freundes- und Bekanntenkreis organisiert worden.

Behauptungen, sie würden Unterstützung von der NPD bekommen, weisen Christian Kaiser und Nico Tews zurück. Rechtsextremismus liege ihnen fern. Bei ihrer zweiten Demonstration am 3. November hätten sie in mehreren Fällen das Zeigen von Fahnen oder Transparenten untersagt, mit denen sie nicht einverstanden waren. Selbstverständlich würden keine Dinge zugelassen, die gegen geltendes Recht verstoßen. Sie fänden es aber gut, wenn die Zuhörer „ihren Patriotismus zeigen“ und Deutschland- oder Land-Brandenburg-Fahnen mitbringen.

Zeigen, dass sie „nichts Verbotenes oder Böses“ tun

Nach einer möglichen Nähe zur Pegida-Bewegung gefragt, antwortet Nico Tews: „Es steht keine große Organisation hinter uns, die uns lenkt.“ Wer gleiche oder ähnliche Forderungen habe, müsse nicht den gleichen Namen haben. Man sei da für die Bürger im Havelland. Bei der nächsten Demonstration am 10. November soll es einen „Spaziergang“ der Teilnehmer durch Rathenow geben. Wie Kaiser und Tews sagen, wollen sie dadurch mehr Leute motivieren, sich ihnen anzuschließen und zeigen, dass sie „nichts Verbotenes oder Böses“ tun. Die Route sei mit der Polizei abgestimmt, sie solle aus Sichergründen aber nicht frühzeitig bekannt gegeben werden.

KURZINTERVIEW

MAZ : Vom mobilen Beratungsteam Brandenburg und anderen Personen gab es die Aussage, die NPD würde das Bürgerbündnis Havelland und seine Dienstags-Demonstrationen auf dem Märkischen Platz unterstützen. Welche Rolle spielt bei Ihnen die NPD?

Nico Tews : Überhaupt keine. Die Aussage, wir würden von der NPD Unterstützung bekommen, ist falsch. Wir erhalten von dieser Partei keine finanzielle Unterstützung, Mitglieder der NPD sind bei uns keine Ordner und sie gehören nicht zu den Mitwirkenden.

Wie finanzieren Sie Ihre Ausgaben, etwa die 5000 Flyer mit dem Aufruf zur nächsten Demonstration am 10. November?

Tews : Das bezahlen wir aus eigener Tasche. Die 5000 Flyer habe ich selbst bezahlt. Sie haben 66,50 Euro gekostet.

Gibt es andere Parteien, von denen Sie Unterstützung bekommen?

Tews : Nein, keine. Wir halten uns fern von Rechtsextremisten. Wir lassen bei unseren Veranstaltungen aber auch keine Werbung von allen existierenden Parteien zu. Wir sind parteipolitisch unabhängig.


Von Bernd Geske

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