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Havelland Zweite Geburt für ein Denkmal
Lokales Havelland Zweite Geburt für ein Denkmal
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18:31 01.09.2016
Das neu geschaffene Denkmal wurde gestern Nachmittag enthüllt. Quelle: Peter-Paul Weiler
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Falkensee

Das Datum war mit Bedacht gewählt, sagte Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD): Der 1. September steht für den Beginn des Zweiten Weltkrieges, der auch in Falkensee seine Spuren hinterlassen hat, das einstige KZ-Außenlager ist eine davon. Donnerstag Nachmittag wurde die Gedenkstätte im Geschichtspark neu enthüllt. Die Neufassung war nötig geworden, nachdem die einstigen Gedenktafeln aus Bronze gestohlen worden waren.

Ingo Wellmann (links) bei der Enthüllung des Denkmals. Quelle: berlin-event-foto/Peter-Paul Weiler

Mit dem Namen Geschichtspark weist die Stadt darauf hin, dass diese Grünfläche eine besondere Geschichte hat. Die Idylle mit Teichen und Rasenflächen hat ihre historischen Schattenseiten. Hier befand sich ein 1943 eingerichtetes Außenlager vom KZ Sachsenhausen, hier waren bis zu 2500 Häftlinge eingesperrt, Männer aus vielen Ländern Europas, die in den Rüstungsbetrieben der Demag schuften mussten. Das 1967 errichtete Denkmal war vor vier Jahren geschändet worden: Die vier Bronzeplatten, in denen der Dresdner Bildhauer Karl Schönherr Arbeit, Leid und Solidarität der Häftlinge dargestellt hatte, waren gestohlen worden. Sie wurden nie wieder gefunden, wahrscheinlich sind sie Buntmetalldieben zum Opfer gefallen.

Vor vier Jahren wurden diese Bronzeplatten gestohlen. Quelle: Marlies Schnaibel

Nun hat der Gedenkort wieder eine würdige Ausstrahlung erhalten. Der Falkenseer Bildhauer Ingo Wellmann hat in Anlehnung an die Form und Abmessungen der alten Gedenksäule vier Sandsteinreliefs geschaffen.

Er fand dafür eine moderne, menschlich anrührende Formensprache, die an die Männer erinnert, die in Falkensee geschuftet und gelitten haben, auch gestorben sind. „Ich mache keine Wiederholung, ich mache das, was in mir steckt“, erklärte er seinen künstlerischen Ansatz. Er stelle keine Täter dar, einen SS-Mann mit Hund etwa sucht man bei ihm vergebens.

Die Neufassung des Denkmals wurde möglich durch eine Spende der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Der damalige Landrat Burkhard Schröder hatte sich sehr für diese Förderung eingesetzt. Er war am Donnerstag zu der Enthüllung des neuen Denkmals gekommen. So wie mehr als 60 andere Falkenseer, darunter Bundestagsabgeordneter Harald Petzold (Linke) und die Landtagsabgeordneten Barbara Richstein (CDU) und Ursula Nonnemacher (Grüne). Ines Jesse war nicht in ihrer Funktion als Staatssekretärin gekommen, sondern als Falkenseerin und als eine Frau, die in ihrer Amtszeit als Vizebürgermeisterin mit Ingo Wellmann die Idee für die Umsetzung des Denkmal ausgebrütet hatte.

Neben der jetzt neu gestalteten Säule sind weiterhin die beiden Gedenktafeln für die Häftlinge aus Frankreich und Norwegen erhalten. Auch sie sollen überarbeitet werden, sagte der Bürgermeister, erste Absprachen mit der Denkmalbehörde hat es gegeben.

Von den einstigen neun KZ-Baracken sind auf dem Gelände meist nur noch die Umrisse der Fundamente zu ahnen, eine Baracke steht noch, wurde allerdings nach dem Krieg stark verändert, heute ist sie Denkmal, aber in einem baulich schlechtem Zustand. Die Statiker haben das Gebäude bereits geprüft, jetzt läuft ein bauhistorisches Gutachten. Ein Fördermittelantrag wird vorbereitet, versicherte Heiko Müller.

Von Marlies Schnaibel

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