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Zweite Mahd: Behörde stellt sich bisher quer

Wasser- und Bodenverband Nauen Zweite Mahd: Behörde stellt sich bisher quer

Ab dem kommendem Jahr will der Wasser- und Bodenverband Nauen (Havelland) einige Vorfluter zweimal krauten, um Überschwemmungen zu vermeiden. Dazu ist aber die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde nötig, die sich bisher quer stellt.

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Grundräumungen und Krautungen der Gräben gehören zu den Hauptaufgaben des Verbandes.

Quelle: Privat

Havelland. Einige wichtige Vorfluter-Gräben im Havelland sollen ab 2018 zweimal statt nur einmal im Jahr gekrautet werden. Das zumindest hat sich der Wasser- und Bodenverband Nauen auf die Fahnen geschrieben. Ob es gelingen wird, liege aber nicht am Verband, betonte Geschäftsführer Peter Hacke in der jüngsten Verbandsversammlung in Nauen. „Wir brauchen dazu eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, weil zusätzliche Krautungen im Frühjahr erfolgen sollen.“ Bisher ist das aus Naturschutzgründen in dem Zeitraum nicht möglich.

Nicht nur wegen des Starkregens im Sommer und vieler überfluteter Flächen im Havelland waren die Krautungen das zentrale Thema in der Verbandsversammlung des Wasser- und Bodenverbandes „Großer Havelländischer Hauptkanal-Havelkanal-Havelseen“. Besonders der Brieselanger Bürgermeister Wilhelm Garn hielt sich mit Kritik nicht zurück: „Wenn es aus objektiven Gründen notwendig ist, bestimmte Gräben mehrfach im Jahr zu krauten, um das Abfließen des Wassers zu gewährleisten, dann muss das doch machbar sein.“

Und er legte, was die Kostenverteilung für zusätzliche Krautungen angeht, nach: Es könne doch nicht sein, dass Brieselang bereits jetzt für durchgeführte Mehrfachkrautungen im Gemeindegebiet an den Wasser- und Bodenverband über den normalen Beitrag hinaus bezahlen müsse. „Wir beauftragten diese zweite oder dritte Mahd doch nicht aus Spaß.“

Doch nicht nur Verbands-Geschäftsführer Peter Hacke hielt dagegen: „Wir verfahren nach dem Gleichbehandlungsprinzip. Jeder zahlt den gleichen Mitgliedsbeitrag für das einmalige Krauten. Alles, was darüber hinaus bei uns bestellt wird, muss extra vom Auftraggeber finanziert werden.“ Auch Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann stimmte dem zu. „Der Verband ist eine Solidargemeinschaft. Sonst können wir dazu übergehen, dass jede Kommune einen Dienstleister beauftragt für die Krautungen.“

Hintergrund

Der Wasser- und Bodenverband will im nächsten Jahr 1660 Kilometer Gräben maschinell krauten, 9, 1 Kilometer sogar zweimal.

Manuell stehen 57 Kilometer im Plan, davon 6,3 Kilometer zweimal.

Insgesamt 90 Kilometer Grabenfläche soll grundgeräumt werden.

Gehölzpflege an Gewässern erfolgt auf 16 Kilometern. Hinzu kommen Restholzungen aus 2017 im Zuge der Stürme.

Vorerst bleibt der Beitrag von 10,63 Euro je Hektar im Wasser-und Bodenverband Nauen auch im kommenden Jahr erhalten. Obwohl bei einem Ja der Naturschutzbehörde zur zweiten Mahd für bestimmte Vorfluter (200 Kilometer) etwa 120 000 Euro Mehrkosten anfallen würden, so Hacke.

Außerdem hat der Verband noch immer mit den Nachwirkungen der beiden Herbststürme zu kämpfen. „Es gibt noch große Rückstände bei nötigen Holzungen“, sagte Hacke. Das könne man kostenmäßig noch nicht kalkulieren.

Ganz sicher ist, dass es mit dem überarbeitenden Brandenburger Wassergesetz, das im November verabschiedet werden soll, wieder zur Pflichtaufgabe der Wasser- und Bodenverbände wird, alle Schöpfwerke zu unterhalten. Im Moment betreut der Nauener Verband 18 solcher Anlagen, dazu kommen 17, die im Bedarfsfall aktiviert werden. Für Letztere gibt es Zuschüsse vom Land oder Kreis, im Jahr 2016 waren das 175 000 Euro.

Wenn diese Zuschüsse wegfallen und es für bebaute und unbebaute Grundstücke dann differenzierte Beiträge geben soll, werde sich der Vorstand des Nauener Verbandes im Frühjahr zusammensetzen und über Beitragsveränderungen diskutieren, so Verbandsvorsitzender Sven Balmer.

Von Jens Wegener

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