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Zweiter Anlauf für riesige Windräder

Investor will bei Nauen 234 Meter hohe Anlagen errichten Zweiter Anlauf für riesige Windräder

Ein Investor will in einem Windpark südlich von Nauen acht Windräder mit einer Höhe von 234 Meter errichten und dafür die dort stehenden 17 kleinen Anlagen abreißen. Dabei handelt es sich bereits um den zweiten Anlauf für diese Fläche. Mitte 2012 hatten die Stadtverordneten das Repowering knapp abgelehnt.

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Der Trend geht zu immer größeren Windrädern hin.

Quelle: Peter Geisler

Nauen. Acht riesige, 234 Meter hohe Windräder anstelle der 17 kleinen Anlagen: Die Firma MDP plant im Windpark Nauen I zwischen Markee und Neukammer ein so genanntes Repowering. Jeder der neuen Riesentürme soll eine Leistung von 3,45 Megawatt haben und damit etwa das Dreifache der jetzigen, unter 100 Meter hohen Anlagen.

Damit startet die Firma Mdp GmbH & Co. WP Nauen KG einen zweiten Versuch, die leistungsstärkeren Anlagen in Nauen zu etablieren. Denn Mitte 2012 hatte die Stadtverordnetenversammlung einen ähnlich lautenden Antrag für die gleiche Fläche noch knapp abgelehnt. Damals sollten neun Anlagen die bestehenden 17 - errichtet 1999/2000 – ersetzen. Doch zumindest aus der Abstimmung im Bauausschuss kann der Investor jetzt Hoffnung schöpfen. Gab es in diesem Gremium damals nur ein knappes Votum dafür, ging die Empfehlung zur Einleitung der Planänderungsverfahren mit sechs zu null erst einmal klar für das Repowering aus.

Investor Jan Köneke von Mdp verspricht bei den neuen Anlagen größere Abstände zur Wohnbebauung als jetzt. Das nächste Haus soll dann 1000 Meter entfernt sein, jetzt sind es etwa 700 Meter.

„Es wird künftig eine Schallreduzierung in Neukammer geben“, meinte er. In Schwanebeck und Neuhof hingegen werde der Pegel in etwa gleich bleiben, auch wegen anderer Anlagen in der Nähe. Bei Volllast kämen die Rotoren nur auf etwa zwei Drittel der Umdrehungen pro Minute gegenüber den jetzigen Windrädern. Zudem würden die neuen Anlagen optisch anders wahrgenommen. „Aus der Ferne wirken sie filigraner“, sagt Köneke, der zusichert, dass die Gewerbesteuer vollständig an die Stadt geht, weil die Betreibergesellschaft dort ihren Sitz hat. Optimistisch geschätzt geht er von einer Inbetriebnahme der acht Riesenwindräder im Jahre 2018 aus, wenn die Planänderungen so durchkommen wie gewünscht.

Dies ist aber noch offen. Denn nicht nur der Bebauungsplan, auch der Flächennutzungsplan (FNP) muss geändert werden. Darin ist derzeit eine maximale Höhe von 150 Metern festgeschrieben. Wird dies für die betreffende Fläche auf mindestens 234 Meter abgeändert, dann birgt das auch Risiken, wie Gunther App vom Bauamt Nauen meint: „Es ist klar, wir öffnen damit Tür und Tor. Doch das kann man natürlich auch wollen.“ Dann seien aber auch Fragen vom Landkreis oder anderen Windkraftbetreibern zu erwarten, warum dies nicht für die gesamte Windeignungsfläche gilt.

Mit dieser Ansicht ist App nicht allein. Auch CDU und SPD äußerten Bedenken. „Wir haben das sehr kontrovers diskutiert“, sagte etwa Oliver Kratzsch (SPD). Wie auch Eckart Johlige (CDU) bezeichnet er die vom Investor vorgelegte juristische Stellungnahme als Gefälligkeitsgutachten. Darin wird eine Änderung des FNP – nur begrenzt auf den Windpark Nauen – als unproblematisch dargestellt. Steffen Glagow (Frischer Wind) hält es zudem für schwierig, Einfluss auf den Abstand zur Wohnbebauung zu nehmen, wenn die Änderung fürs ganze Windeignungsgebiet gilt. Schwanebecks Ortsbeirat hat sich derweil fürs Repowering ausgesprochen. Die Stadtverordneten werden sich Mitte Februar mit dem Thema befassen.

Von Andreas Kaatz

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