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Havelland Zweites Treffen der Hobbygärtner
Lokales Havelland Zweites Treffen der Hobbygärtner
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00:17 20.04.2017
Der harte Kern der Gemeinschaftsgärtner weiß: Jeder hat einmal klein angefangen! Quelle: Foto: Norbert Faltin
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Nauen

„Die ersten Samen sind schon angezogen“, verkündete Erzieherin Petra Schiller aus der Kita „Kinderland“ nicht ohne Stolz am Rande des zweiten Nauener Gärtnertreffens in der Feldstraße am Donnerstagabend. Dort traf sie sich mit Akteuren und Organisatoren im Quartiersbüro der Stadtkümmerei. Denn es gibt noch viel zu tun, bis die ersten sichtbaren Ergebnisse ihres Engagements bestaunt werden können.

Im Nauener Wohngebiet Innenstadt-Ost soll ein Gemeinschaftsgarten entstehen, der Kinder und Senioren, alteingesessene und neue Nauener vereint. In den Großstädten zählen die Minigärten bereits seit vielen Jahren zu den Rennern bei den Bewohnern.

Ralf Fischer und Lore Hauck von der Stadtkümmerei beleuchteten zunächst den Status Quo des Vorhabens: „Wir können mit rund einhundert Beeten rechnen, die wir im Mai bepflanzen können. Einige Kästen werden dabei auch als Sitzgelegenheiten dienen.“

Auch das Thema Wasser spielte eine Rolle. Während dazu die Absprachen zwischen Quartiersbüro und Stadtverwaltung noch laufen, äußerte sich Frank Störmer zu den Möglichkeiten der Wasserversorgung. „Einen Brunnen zu bohren, wäre mit 100 Euro pro gebohrten Meter viel zu teuer und ist auch problematisch, falls auf dem Areal doch irgendwann einmal gebaut werden sollte. In den sommerlichen Trockenperioden kämen schon einige Kubikmeter Wasser zusammen, um das Überleben der Pflänzchen sicherzustellen“, so der Gartenprofi.

Petra Schiller ist eine der Interessenten, die den Kindern ihrer Kita-Gruppe das Projekt schmackhaft machen konnte. „Mit den Eltern müssen noch einige Sachen abgestimmt werden, denn sie werden ja auch mit eingebunden“, sagte sie und ergänzte: „Alle Beteiligten sind sich aber auch der Risiken bewusst, die in einer Mini-Gartenanlage so auftreten.“ Sie fragte: „Was, wenn die Kinder Obst und Gemüse züchten, das andere dann ungefragt aufessen? Was, wenn zu früh gepflanzt wird und der Frost zurückkehrt?“ Darauf reagierte Helga Gültzow mit einem Ratschlag: „Wenn der Kuckuck klopf, gibt’s keinen Frost mehr.“Alle einigten sich darauf, dass es schnellstmöglich ein Regelwerk für den Gemeinschaftsgarten geben sollte.

„Ich finde es schade, dass viele Anwohner dieses Projekt kleinreden, noch bevor es richtig losgeht“, bedauerte Störmer. Aus Erfahrung wisse er, wie wertvoll und lehrreich – gerade für Kinder – solche Experimentiergärten seien. „Mich erinnert der Gemeinschaftsgarten sehr an die frühere ZDF-Kinderserie ’Löwenzahn’. Da bekamen die Kinder viel Wissen unterhaltsam vermittelt. Auf diese Weise kommen sie endlich mal weg von Playstation, Handy & Co.“, rüffelte Störmer.

Erste Anstöße wurden derweil für einen geselligen Grillabend im Sommer ebenso gegeben wie für die Nutzung der restlichen Flächen auf dem Eck-Grundstückchen in der Feldstraße. Dort könnten Zwergapfelbäume gesetzt werden: Sie sind recht anspruchslos, sehen im Frühjahr hübsch aus, werfen im Herbst reichlich Obst und könnten bei Bedarf rasch umgepflanzt werden.

Übrigens: Vor dem Quartiersbüro in der Feldstraße können Interessierte jederzeit die „Flüstertüte“ besichtigen. Diese Info-Stele dient zur Veranschaulichung des Projekts und lädt zum Probesitzen auf einer Musterbank ein, die es dann im Gemeinschaftsgarten geben soll. Ein Beispiel-Beet finden Neugierige ebendort.

Außerdem sind Lore Hauck und Ralf Fischer beim Toleranzfest am Donnerstag, dem 20. April, in Nauen dabei. In der Altstadt werden sie die ersten Samen samt Anzuchterde in kleinen Töpfchen an die Nauener vergeben.

Von Norbert Faltin

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