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Ottilie Ehlers-Kollwitz in Falkensee

Zwischen Havel und Italien Ottilie Ehlers-Kollwitz in Falkensee

Die Vernissage der Ausstellung „Nähe und Distanz - Malerei und Grafik von Ottilie Ehlers-Kollwitz“ lockte viele Kunstfreunde in die Galerie des Museums Falkensee. Vielleicht spielte auch der klingende Name der Künstlerin eine Rolle: Sie kam 1900 als Tochter des Finkenkruger Gutsbesitzers Bernhard Ehlers, auf die Welt und heiratete 1920 einen Sohn von Käthe Kollwitz.

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Havelbucht: eine der zahlreichen Havelansichten von Ottilie Ehlers-Kollwitz.

Quelle: Hans-Peter-Theurich

Falkensee. Die Vernissage der Ausstellung „Nähe und Distanz - Malerei und Grafik von Ottilie Ehlers-Kollwitz“ lockte am Freitag zahlreiche Kunstfreunde in die Galerie des Museums Falkensee. Die Schau eröffnete der Sohn der Künstlerin, Arne Kollwitz, der den Nachlass verwaltet. Vielleicht spielte auch der klingende Doppelname der Künstlerin eine Rolle für den Andrang. Sie kam 1900 als Tochter des Gutsbesitzers und Immobilienmaklers aus Finkenkrug, Bernhard Ehlers, auf die Welt und heiratete 1920 einen Sohn der Künstlerin Käthe Kollwitz.

Da hatte Ottilie schon einige Semester ihres Grafikstudiums in Berlin bei Emil Olrik absolviert. In den Vitrinen der Ausstellung liegen einige von Ottilies Buch-Illustrationen, zunächst für ihre eigenen vier Kinder angefertigt, später fanden sie einen Verleger. Vor allem in der Druckgrafik experimentierte die Künstlerin. Mittlerweile wohnte die Familie in Berlin-Lichtenrade, dort richtete sich Ottilie eine komplette Druckwerkstatt im Dachgeschoss ein. Sie entwickelte nach chinesischem Vorbild Farbholzschnitte und druckte aufwendig farbige Monotypien. Entstanden sind reizvolle Blätter, die in der Schau zu sehen sind.

Eindrucksvoll wirken große Holzschnitte, etwa der „Ponte del Paradiso“. Die Entwürfe dazu entstanden auf einer der zahlreichen Reisen ans Mittelmeer. Ottilie Ehlers-Kollwitz´ Stil ist feingliedrig, erinnert eher an die alten Meister als an die bewusst groben Drucke der Expressionisten.

Das Aquarell ist die bevorzugte Technik für Künstlerinnen, die sich wie in Ottilie Ehlers-Kollwitz auch ihrer Familie widmen müssen. Es erfordert höchstes handwerkliches und künstlerisches Geschick, vereint mit einem Minimum an Aufwand. Ein Auszug aus Ihrem Tagebuch schildert das Glück einer Italienreise in den 1950er Jahren: „Ich malte ein Haus an der Piazza, und während der Arbeit wurde aus dem Weiß seiner Wände ein leuchtendes Blau. Freunde Elbas sprechen von dem besonders schönen Licht über der Insel, und auch mir schien es so, als hätte ich noch nie diese Reinheit und Leuchtkraft der Farben so wie hier erlebt.“

Neben Stadtansichten ist ihr bevorzugtes Sujet die Landschaft. Sie besaß eine BMW-Isetta, jenes lustige Autochen, das wie ein überdachtes Motorrad wirkte. Damit sauste die Künstlerin durch Berlin, malte gern die Havel in vielen Versionen. „Viele Gesichter hat die Havel im Winter: dunkles Wasser mit helleren Streifen und Schollen von Eis, schwerer Schneehimmel darüber. Oder Fluss und Ufer, Schilf und Wald sind eingehüllt in weichen Nebendunst, der die Konturen löst und die Landschaft zum Traumbild macht“, schrieb sie.

Einige ihrer stimmungsvollen Havelansichten sind in der Schau zu sehen. Ottilie Ehlers-Kollwitz arbeitete nach dem Zweiten Weltkrieg als Volkshochschuldozentin. Sie starb 1963 in Berlin.

„Meine Mutter machte mich zu ihrem künstlerischen Berater, besprach oft Techniken und Sujets mit mir“, berichtete der heute 84-jährige Arne Kollwitz. Wie groß der Erfolg der Ausstellung vom ersten Tag an war, zeigten rote Punkte auf mehreren verkauften Bildern. Die Druckserie zum Märchen „Fischer un syn Fru“, hatte wenige Minuten nach der Eröffnung eine Käuferin gefunden.

In den Vitrinen der Ausstellung liegen einige von Ottilies Buchillustrationen, zunächst für ihre eigenen vier Kinder angefertigt, später fanden sie einen Verleger. Vor allem in der Druckgrafik experimentierte die Künstlerin. Sie entwickelte nach chinesischem Vorbild Farbholzschnitte und druckte aufwendig farbige Monotypien. Entstanden sind reizvolle Blätter, die in der Schau zu sehen sind. Eindrucksvoll wirken große Holzschnitte, etwa der „Ponte del Paradiso“. Die Entwürfe dazu entstanden auf einer der zahlreichen Reisen ans Mittelmeer. Ottilie Ehlers-Kollwitz´ Stil ist feingliedrig, erinnert eher an die alten Meister als an die bewusst groben Drucke der Expressionisten.

Das Aquarell ist die bevorzugte Technik für Künstlerinnen, die sich wie in Ottilie Ehlers-Kollwitz auch ihrer Familie widmen müssen. Es erfordert höchstes handwerkliches und künstlerisches Geschick, vereint mit einem Minimum an Aufwand. Neben Stadtansichten ist ihr bevorzugtes Sujet die Landschaft. Sie besaß eine BMW-Isetta, und sauste damit durch Berlin, malte gern die Havel in vielen Versionen. Einige ihrer stimmungsvollen Havelansichten sind in der Schau zu sehen. Ottilie Ehlers-Kollwitz starb 1963 in Berlin.

„Meine Mutter machte mich zu ihrem künstlerischen Berater, besprach oft Techniken und Sujets mit mir“, berichtete der 84-jährige Arne Kollwitz. Wie groß der Erfolg der Ausstellung vom ersten Tag an war, zeigten rote Punkte auf mehreren verkauften Bildern.

Von Judith Meisner

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