Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Zwischen Helfen und Hilflosigkeit

Havelländischer Hospiztag Zwischen Helfen und Hilflosigkeit

Im Havelland begleiten rund 40 ehrenamtliche Hospizhelfer Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. Einmal im Jahr - am Havelländischen Hospiztag – steht ihr Engagement im Fokus. Am Mittwoch kamen mehr 40 Gäste ins Kulturzentrum um über das Leben, den Tod und Sterben zu sprechen. Im Mittelpunkt standen dieses Mal die Angehörigen.

Voriger Artikel
Randalierer werden ausgeschlossen
Nächster Artikel
Neuer Schulleiter in Wustermark

Dr. Iris D. Zellmer (Mitte) gab in ihrem Vortrag einen Einblick in die Ängste und Sorgen und die enorme Belastung, die Angehörige auf sich nehmen.

Quelle: Christin Schmidt

Rathenow. Es ist kein einfaches Thema und dennoch betrifft es uns alle: Tod und Sterben. Viele schieben alles, was damit zu tun hat, lieber weit von sich, statt über den eigenen Tod oder den Abschied von geliebten Menschen zu sprechen. Hier setzt der Havelländische Hospiztag an, der schwierige Themen in den Fokus rückt, zum Gespräch einlädt und auch drängende Fragen nicht unbeantwortet lässt. In diesem Jahr fand der Hospiztag im Blauen Saal des Rathenower Kulturzentrums statt, wo sich am Mittwochnachmittag rund 40 Gäste einfanden. Einmal mehr wurde dabei deutlich: Es sind vor allem Frauen, die bereit sind, sich mit dem Ende des Lebens auseinanderzusetzen. Nur eine Hand voll Männer war gekommen, davon drei in Vertretung: Dr. Erich Hedtke Erich, Amtsarzt und Leiter des Gesundheitsamtes im Landkreis, vertrat Landrat Burkhard Schröder; Rathenows Hauptamtsleiter Jörg Zietemann sprach stellvertretend für Bürgermeister Ronald Seeger Grußworte und Pfarrer Wolf Schöne kam in Vertretung für Pfarrer Buchholz von der Evangelischen Kirchengemeinde.

Unter den Gästen waren vor allem zahlreiche ehrenamtliche Hospizhelfer, die für den ambulanten Hospizdienst „Leben bis zuletzt“ Sterbende und deren Angehörige begleiten. Petra Nimz, Koordinatorin des ambulanten Hospizdienst, der in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Havelland ist, konnte dieses Mal nicht dabei sein. Für sie übernahm Laurin Katharina Singer, Schauspielerin und Regisseurin und zukünftige Hospizhelferin die Moderation der Veranstaltung. Im Frühjahr war Singer ins Havelland gezogen und hatte sich bald darauf für eine Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizhelferin angemeldet.

In persönlichen Gesprächen wurde auch schwierige Fragen ausgesprochen

In persönlichen Gesprächen wurde auch schwierige Fragen ausgesprochen.

Quelle: Ch. Schmidt

Gemeinsam mit Ingrid Pöhl, ebenfalls ehrenamtliche Hospizhelferin, spielte Singer eine Alltagsszene nach, wie sie tausende Menschen irgendwann einmal selbst erleben: Die eigene Mutter liegt im Krankenhaus, der Arzt teilt mit die Patientin ist austherapiert und die Angehörige müsse sich nun um alles Weitere kümmern. Wo soll der Mensch die letzten Monate verbringen? Welche Schmerzbehandlung kommt in Frage? Wer kümmert sich um die alte Wohnung, um Versicherungen und Vollmachten? Unzählige Entscheidungen sind zu treffen, unter Druck und innerhalb kürzester Zeit. Mit welchen Belastungen Angehörige oft alleingelassen werden, darüber sprach Dr. Iris D. Zellmer in einem ausführlichen und sehr berührenden Vortrag. Zellmer machte deutlich, dass Angehörige nicht allein sind und stets die Hilfe von Hospizhelfern in Anspruch nehmen können und sollen. „Hospizhelfer sind Mutmacher, erfahrene Gesprächsbegleiter und Ideengeber. Sie können Dinge erklären und entängstigen“, so Zellmer. Im Anschluss an ihren Vortrag wurde in persönlichen Gesprächen Erfahrungen ausgetauscht und Fragen gestellt. Ein Angebot, dass sich insbesondere an betroffene Angehörige richtete.

 

Von Christin Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Havelland
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg