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Havelland Zwischen Mietdebatte und Nachbarschaftsstreit
Lokales Havelland Zwischen Mietdebatte und Nachbarschaftsstreit
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07:10 25.02.2017
Viele kleine Grundstücke: Falkensee ist eine Ansammlung von Häusern mit Garten. Quelle: Picasa
Falkensee

„Das Bäckerheim war rappelvoll“, erinnert sich Heide Gauert an die Gründung des Vereins „Haus & Grund Falkensee“. Das war 1990, viele wollten damals wissen, was ein Verband der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer für Falkensee und Umgebung leisten kann. Der Verein war eine Art Orientierungshilfe für Eigentümer, das ist er bis heute auch geblieben.

„Damals überschlugen sich die Ereignisse“, erzählt Heide Gauert: Ex-Besitzer kamen zurück, Mietern wurde gekündigt, es gab Übergangsgesetze für Datschen, die Mieten waren aus DDR-Zeiten sehr gering und nicht kostendeckend. „Fragen über Fragen“, fasst Heide Gauert die Situation zusammen. Sie ist Gründerin und Vorstandsmitglied im Vereins. Dazu kam sie als Alt-Falkenseerin über Freunde aus Frohnau, die rieten ihr: Ihr müsst was machen. Und sie machte. Dabei ging es anfangs manchmal hoch her. „Da wohnen Bonzen in meinem Haus, die haben den Pflaumenbaum meines Großvaters gefällt“, erinnert sie sich an die Empörung von manchen, die ihr Haus zurück bekamen. „Es gab viel böse Nachrede“, blickt Heide Gauert zurück. Manches hat sich geklärt, manch Streit jedoch scheint nie zu vergehen.

„Wir hatten kein Geld und keine Ahnung“, gesteht sie lachend, wenn sie heute auf die Anfänge zurückblickt. Aber sie und ihre Mitstreiter wollten die Sachen regeln. Begleiter aus Spandau halfen.

Mehr Infos

300 Mitglieder zählt der Eigentümerverein Haus und Grund in Falkensee.

Der Falkenseer Verein hält jeden ersten und dritten Donnerstag von 16 bis 18 Uhr Sprechzeiten im Bürgeramt ab. Der Verein hat seinen Sitz in der Kochstraße 11. Kontakt über 03322/28 66 82.

22 Landesverbände zählt der Eigentümerverband Grund & Boden in Deutschland, ihm gehören etwa 900 Vereine an, dazu zählt auch der Falkenseer.

Stück für Stück kam Ruhe und Sachverstand in die Debatte. Bis heute bietet der Verein trotz niedrigem Beitrags zweimal im Monat eine rechtliche Beratung an. Oliver Bohrisch steht dem Verein dabei seit 20 Jahren zur Seite. „Jedes neue Gesetz führt zu neuen Fragen“, sagt der Potsdamer Jurist und bemängelt, dass in immer kürzerer Zeit immer mehr Änderungen auf die Betroffenen niederprasseln. Das Spektrum reicht dabei von der Bundesgesetzgebung bis zur örtlichen Baumschutzsatzung.

Mit der Zeit haben sich auch die Fragen der Vereinsmitglieder geändert. War mancher unmittelbar nach der Wende froh, dass alles vermietet war, hat sich mit der Zeit und mit der wachsenden Nachfrage auch das Interesse der Vermieter geändert. Aber nicht nur das Thema Mieterhöhung bewegt die Grund- und Bodenbesitzer. Die Fragen der Vereinsmitglieder sind breit gestreut, sie reichen von der Betriebskostenabrechnung über Straßenreinigung und Laubentsorgung bis zu Erbschaft und Nachbarschaftsstreit. Die legendäre Sache mit dem Maschendrahtzaun und Knallerbsenstrauch hätte sich auch in Falkensee abspielen können. „Da wird manchmal bis aufs Blut gestritten“, sagt Oliver Bohrisch.

Dabei versteht sich der Verein als Interessenvertretung. „Aber es ist nicht immer einfach, eine einheitliche Meinung oder eine Grundmeinung herauszufiltern“, sagt Heide Gauert. Etwa beim Straßenbau, wo einige auf den Ausbau der Straße drängen, scheuen andere die Kosten. „Hausbesitzer sind ja nicht automatisch reiche Leute“, weiß Heide Gauert. Deshalb sieht Oliver Bohrisch einen großen Vorteil des Vereins auch darin, dass Gruppenkonditionen für Versicherungen ausgehandelt werden. „Zum Beispiel, wenn es um Sachverständige bei dem Problem Pfusch am Bau geht“, erklärt er. Gerade da sind einige Hausbesitzer oder Hausbauer verzweifelt und werden an den Rand des finanziellen Ruins getrieben.

Der Verein bringt sich auch als Interessenvertreter in die Stadtpolitik ein, sagt seine Meinung zu Entwicklungen in der Kommune. „Wir wollen den Charakter der Gartenstadt erhalten“, fasst Heide Gauert eine Grundmeinung zusammen. „Um auf die wachsende Nachfrage nach Wohnungen einzugehen, sollte Bauen in der zweiten Reihe erlaubt sein“, meint Oliver Bohrisch. Darüber wird in den Vereinssitzungen diskutiert, auch wenn es da längst nicht mehr so rappelvoll wie im Bäckerheim ist.

Von Marlies Schnaibel

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