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Viel los auf der Paarener Reeperbahn

Brala eröffnet Viel los auf der Paarener Reeperbahn

Tiere, Technik und Traktoren: Bei strahlendem Sonnenschein haben am Donnerstag rund 14 500 Besucher den Auftakt zur Brala (Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung) in Paaren im Glien erlebt. Die Bauern nutzten die Veranstaltung, um auf den miserablen Milchpreis aufmerksam zu machen, der für viele existenzgefährdend ist.

Paaren im Glien, Gartenstr. 1-3 52.6496 12.98228
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Präsentation: Schaumelken beim Schafzuchtverband.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Paaren im Glien. Von der Spitze des Riesenrads sehen 300 PS plötzlich ganz klein aus. Der Traktor mit seinen mannshohen Reifen wirkt aus 50 Metern Höhe eher wie ein Spielzeugauto. Zum ersten Mal können die Besucher der Brala (Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung) das Treiben auf dem Festivalgelände im MAFZ-Erlebnispark in Paaren im Glien auch aus der Luft betrachten. Susanne Heinz aus Wandlitz (Barnim) ist begeistert. „Das ist sehr praktisch“, sagt sie. „Wir haben von oben gleich mal geschaut, was wir uns noch alles anschauen wollen.“

Auf die Perspektive kommt es auch beim Milchpreis an. Die Kunden mögen sich über billige Lebensmittel freuen, doch für die Landwirte ist er existenzgefährdend. Von einst 40 Milchbetrieben im Havelland hätten bereits vier die Produktion eingestellt, berichtet Johannes Funke, der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. „Die Lage ist schon ziemlich verzweifelt. Mit dem jetzigen erneuten Preiseinbruch stellt sich für alle Betriebe die Frage, wie es weitergehen kann.“ Es dürfe nicht sein, meint auch Holger Brantsch, Sprecher des Landesbauernverbands, „dass ein Liter Milch weniger kostet als ein Liter Wasser.“

Auf der Brala warben die Landwirte deshalb um Verständnis bei den Verbrauchern. Die Nauenerin Vinny Klatt brauchen sie nicht mehr zu überzeugen. „Ich wäre bereit auch mehr bezahlen“, sagt sie. „Mehr Geld für die Bauern bedeutet auch mehr Geld fürs Tierwohl.“

Für die meisten Gäste steht jedoch weniger die Agrarpolitik im Vordergrund, sondern gute Unterhaltung und leckeres Essen. Bei strahlendem Sonnenschein sind rund 14 500 Besucher gekommen, um Tiere, Technik und Traktoren zu bestaunen und regionale Produkte zu verkosten. Zu den Höhepunkten zählen auch in diesem Jahr wieder die Schau alter Landmaschinen. Laut knattern die Motoren über das Gelände. Die Galloway-Rinder im Zelt nebenan stört der Lärm nicht. „Guck mal“, sagt eine Frau und deutet auf einen mächtigen Bullen mit Nasenring. „Der hat auch ein Piercing.“

Zum Herrentag zieht es den einen oder anderen der männlichen Besucher auch auf die Paarener Reeperbahn. Dort zeigt Jürgen Wels vom Kolonistenhof Großderschau im Westhavelland die alte Technik der Seilherstellung. „Die Hamburger Reeperbahn erhielt ihren Namen von Seilern, den so genannten Reepschlägern, die für die Produktion von Schiffstauen eine lange, gerade Bahn benötigen“, erklärt er.

Auch das Böttchern, die Herstellung von Holzeimern, ist ein altes Handwerk. Heino Glantz aus Schönwalde-Glien beherrscht es noch und vermittelt es auf der Brala an Jugendliche weiter. Das ist Kinderbetreuung mal anders. „Willst du mit oder ohne Henkel?“, fragt er Alina, die gerade an der Reihe ist. Sie entscheidet sich für ein Modell mit Henkel. „Ah, eine Mittelalterhandtasche“, sagt Heino Glantz und lacht.

Im Rahmen der Brala werden traditionelle verdiente Züchter ausgezeichnet. In diesem Jahr zum Beispiel der Dallgower Pferdezüchter Detlef Schwolow. Zur Eröffnung der Agrarschau reitet Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf einem Pferdegespann mit Shetlandponys aus Schwolows Bestand in den Großen Ring ein. Nicht allen gefällt das: „Auf einem Pferd, das wäre standesgemäß“, sagt einer. „Aber Kutschen sind nur was für Prinzessinnen.“

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Taditionell am Himmelfahrtstag wird in Paaren im Glien die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung eröffnet. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gab den Startschuss für die 26. Brala, zu der gleich am ersten Tag 14.500 Menschen kamen. Milchpreise, Tierwohl, moderne Landtechnik und modernes Landleben stehen im Mittelpunkt der Leistungsschau, die bis zum 8. Mai dauert.

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Von Philip Häfner

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