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Cyberaktivisten mit Coup gegen Asyl-Kritiker

Internetseiten auf linke Tageszeitung weitergeleitet Cyberaktivisten mit Coup gegen Asyl-Kritiker

Internetaktivisten aus dem Havelland haben den Asyl-Gegnern ein Schnippchen geschlagen: Zwei vermeintliche Bürgerbündnis-Seiten sind seit Dienstag um 12 Uhr auf die linke Tageszeitung „Neues Deutschland“ umgeleitet. Hinter der Aktion stecken die „Freunde der toten Kinder“, ein Zusammenschluss von Künstlern, und die Zeitung selber.

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Die Bürgerbündnis-Seiten wurden gehackt.

Quelle: dpa

Rathenow. Seit Dienstagmittag sind zwei Internetseiten von vermeintlichen Asyl-Gegnern auf eine sozialistische Tageszeitung umgeleitet. Wer auf www.buergerbuendnisdeutschland.de klickt, bekommt nun andere Ansichten, als man eigentlich vermutet: Diese Seite ist auf die linke Tageszeitung „Neues Deutschland“ umgeleitet – und dort auf eine Suche unter dem Schlagwort „Nazi“. „Früherer SS-Wachmann muss vor Gericht“ oder „ Innenminister verbietet rechte Internetplattform ,Altermedia’“ ist dort zu lesen. Gleiches gilt für die Website www.bürgerbündnis-deutschland.de

Wer aus dem Havelland hinter der Aktion steckt, ist bereits klar – die „Freunde der toten Kinder“. Die Gruppe bezeichnet sich selbst als wechselnder Zusammenschluss havelländischer Kulturschaffender, die mit künstlerischen Aktionen auf der Straße und im Web auf das Schicksal von Flüchtlingen hinweisen und gegen Hetze und Hass gemeinsam Zeichen setzen. Sie haben aber nicht alleine gehandelt. „Die ,Freunde der toten Kinder’ haben sich an uns gewandt und gefragt, ob wir sie unterstützen würden. Wir pflegen eine lockere Zusammenarbeit“, sagt Olaf Koppe, Geschäftsführer und Verlagsleiter der sozialistischen Tageszeitung.

Keine Inhalte von Anti-Flüchtlingskampagnen

Anmelder der beiden Internetseiten ist die Tageszeitung selber. „Wir wollen damit bezwecken, dass über diese Seiten keine Inhalte verbreitet werden, die sich in Anti-Flüchtlingskampagnen einreihen“, sagt Olaf Koppe, . Da sei es eine sinnvolle Aktion, auf eine solche Internetdomain ein Dossier über Rechtsextremismus zu setzen.

Die „Freunde der toten Kinder“ bezieht sich direkt auf die Rathenower Demonstrationen. „Es sind nicht die Bürger Deutschlands, die in Rathenow marschieren, und es ist nicht unser aller Deutschland, für das sie ihre Parolen grölen. ,Bürgerbündnis Deutschland’ – schon den anmaßenden Namen überlassen wir den rechten Hasspredigern nicht widerstandslos“, schreibt die Gruppe zu ihrer Aktion. „Suchen Sie sich einen neuen Namen für Ihre Truppe, Herr Tews“, heißt es weiter. Nico Tews ist vor allem im Internet für das asylkritische Bürgerbündnis aktiv.

Unter www.buergerbuendnis-deutschland.de ist derzeit lediglich eine Anzeige „Diese Internetpräsenz ist zur Zeit nicht erreichbar“ zu sehen. Von Nico Tews vom Bürgerbündnis Havelland heißt es hingegen, dass diese Internetseite noch gar nicht online geschaltet war.

Wieder zwei Demonstrationen

Am Dienstagabend wollen wieder Asylgegner in Rathenow demonstrieren– auf dem August-Bebel-Platz setzen Teilnehmer des Aktionsbündnisses hingegen ein Zeichen für Toleranz und Menschenrechte. Am 26. Januar hatten sich die „Freunde der toten Kinder“ wieder mit einer Kunstaktion Aufmerksamkeit verschafft.

Von Lisa Rogge

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