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Rathenow: Warmes "Hallo" und Merkel-raus-Rufe

Liveticker zu den Kundgebungen Rathenow: Warmes "Hallo" und Merkel-raus-Rufe

Im Havelland wurden am Dienstag die Massen mobilisiert: Das so genannte Bürgerbündnis, das von der NPD unterstützt wird, rief zur Kundgebung nach Rathenow. Parallel ging auch ein Zusammenschluss für Demokratie und Toleranz auf die Straße. Die Stimmung war gereizt, aber es blieb ruhig. In unserem Liveticker können Sie die Geschehnisse nachlesen.

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Das Aktionsbündnis "Rathenow zeigt Flagge" steht für Toleranz und Weltoffenheit.

Quelle: Ch. Schmidt

Rathenow. + + +

20.20 Uhr:

Ein ereignisreicher Abend geht zuende, den die Optikstadt Rathenow in der Form wohl noch nicht gesehen hat. Wiederholung wahrscheinlich, immerhin kündigten die Asylgegner noch am Abend an, kommende Woche an gleicher Stelle wieder demonstrieren zu wollen. Wer neben unserem Liveticker einen Blick auf die Zusammenfassung des Abends werfen will, der klickt hier.

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19.36 Uhr:

Kaiser erklärt die Demo des Bürgerbündnisses für beendet. Die Teilnehmer ziehen ab, die Polizei bleibt präsent. Die harten Kerne der beiden Lager beschimpfen sich.

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19.32 Uhr:

Man will anscheinend wiederkommen: Christian Kaiser vom Bürgerbündnis gegen Asylmissbrauch kündigt für kommenden Dienstag die nächste Kundgebung auf dem Märkischen Platz an.

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19.31 Uhr:

Endlich, da ist es: Die Asylgegner skandieren "Lügenpresse, Lügenpresse!" Wär' ja auch unvollständig der Abend, wären die Rufe ausgeblieben.

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19.27 Uhr:

Viele Teilnehmer der aufgelösten Gegendemo stehen nun gegenüber vom Märkischen Platz, beobachten die Szenerie und lachen sich über die Reden kaputt. "Wir sind das Volk"-Rufe werden mit lauten Buh-Rufen gekontert. Die Polizei sperrt das Gebiet ab, um ein Aufeinandertreffen der Demonstranten zu verhindern.

Die Polizei passt auf.

Quelle: Ch. Schmidt

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19.25 Uhr:

Die "gute" Veranstaltung lös sich langsam auf, obwohl sie bis 20 Uhr angemeldet ist. Die beste Nachricht des Abends: Es gab (bisher) keine Zusammenstöße beider Parteien. Hier und da kam es natürlich zu Provokationen, körperliche Auseinandersetzungen blieben aber aus. Den Kreativitäts-Preis haben an diesem Abend übrigens ganz klar die Menschen für ein offenes Rathenow gewonnen. Beweis:

Demonstranten mit Humor.

Quelle: Ch. Schmidt

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19.15 Uhr:

Lautes Gebrüll von der anderen Seite. Beobachter sprechen dort von einer "klassischen Pegida-Veranstaltung". Auf der anderen Seite finden indes Tee und Kaffee reißenden Absatz. Ist eben kalt geworden.

Statement.

Quelle: Ch. Schmidt

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19.11 Uhr:

Seeger bedankt sich und verkündet das Ende der Veranstaltung.

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19.08 Uhr:

Nach den Reden der Organisatoren und Amtsträger ist die Bühne frei für Rathenower Bürger. Ein junger Mann ergreift die Initiative: "Es erschüttert mich zutiefst, dass in unserer Gesellschaft so polemisch über Flüchtlinge debattiert wird." Kommentar von Pfarrer Buchholz: "Beeindruckend, der hat's drauf!" Bürgermeister Seeger schaltet sich ein: "Da drüben höre ich nur Gebrüll. Hetze brauchen wir nicht in dieser Stadt!"

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18.50 Uhr:

Die Masse der Asylgegner skandiert "Merkel muss weg!". Redner Christian Kaiser betont: "Wir sind keine Nazis!"

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18.48 Uhr:

Während Kaiser redet, sind die Lichter in den angrenzenden Geschäften ausgeschaltet. Der Aufgang zum Kulturzentrum ist mit einem Bauzaun versperrt. Auf der anderen Seite führt das Kinder- und Jugendparlament das Theaterstück "Nicht in meinem Namen" auf.

Aus dem Theaterstück des Kijupa.

Quelle: Ch. Schmidt

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18.44 Uhr:

Die Demo auf dem Märkischem Platz ist eröffnet. Gut 400 Menschen, mehr als beim Aktionsbündnis, haben sich mittlerweile doch eingefunden und johlen und klatschen. Großer Applaus, als Initiator Christian Kaiser über die Lügenpresse herzieht. Neben den Medien werden Angela Merkel und das politische Establishment kritisiert.

Christian Kaiser spricht zu den Asylgegnern.

Quelle: M. Kniebeler

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18.40 Uhr:

Auch schön:

Rathenow zeigt den Rechten, was es von ihnen hält.

Quelle: Ch. Schmidt

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18.35 Uhr:

5 Minuten Stille am Bebel-Platz, nur Glockenläuten ist zu vernehmen - bis vom Märkischen Platz laute Wortfetzen herüber schallen. Die Asylgegner werden wohl langsam warm.

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18.33 Uhr:

Starkes Zeichen für ein tolerantes Rathenow: Ersten Schätzungen zufolge demonstrieren mehr als 300 Menschen auf dieser Seite, bei den Asylgegnern sind es deutlich weniger.

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18.29 Uhr:

Vor dem Kulturzentrum haben sich wenige Minuten vor Beginn der Kundgebung der Asylgegner indes rund 200 Menschen versammelt. Eine Deutschlandfahne wird hochgehalten. Ein Plakat mit der Aufschrift "Kriminelle Ausländer sofort abschieben" ebenso. Die Stimmung ist bisher ruhig.

Asylgegner auf dem Märkischen Platz.

Quelle: M. Kniebeler

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18.25 Uhr:

Dr. Steeger, die Initiatorin des Bündnisses gegen Gewalt, spricht. "Die Menschen, die zu uns kommen, sind Opfer. Es ist unmenschlich, Opfer zu bekämpfen."

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18.23 Uhr:

Pfarrer Andreas Buchholz spricht. Er meint: "Eine tolle Demo, die zeigt, dass Rathenow offen für Menschen in Not ist."

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18.22 Uhr:

Bürgermeister beim Kerzeanzünden.

Quelle: Ch. Schmidt

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18.20 Uhr:

Seeger will symbolisch eine Kerze anzünden, hat aber kein Feuer... Weiter: "Freie Meinungsäußerung steht jedem zu, wir haben nicht versucht, die andere Veranstaltung zu verhindern. Trotzdem: Lassen Sie sich von den Hetzern nicht vereinnahmen", ruft er.

Kerzenmeer.

Quelle: Ch. Schmidt

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18.18 Uhr:

Seeger: "Deutschland steht vor einer der größten Herausforderungen seit der Wiedervereinigung. Auch in Rathenow werden noch mehr Flüchtlinge ankommen, sie im Stich zu lassen wäre falsch."

Kerzen gegen Rechts.

Quelle: Ch. Schmidt

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18.11 Uhr:

Bürgermeister Seeger spricht: "Wir wollen Zeichen setzen. Dieser Platz gehört heute uns, Rathenow ist und bleibt ein Ort der Vielfalt und Toleranz. Das lassen wir uns nicht kaputt machen." Der Platz gehöre ferner den wahren Demokraten in der Stadt.

Bürgermeister Seeger

Quelle: Ch. Schmidt

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18.10 Uhr:

Auf dem Bebel-Platz hat das Aktionsbündnis aus Teelichtern ein großes Herz gestaltet. Die Botschaft: Mit Herz statt Hetze! MAZ-Reporterin Christin Schmidt hat ferner weitere prominente Gesichter auf der "guten" Seite der Demo erspäht - so sind Mitglieder des Kreissportbunds, Wolfgang Hundt vom Deutsch-Französischen Verein aus Premnitz, Frauke Postel und Hartmut Rubach gekommen.

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18.05 Uhr:

Die Asylgegner beginnen ihre Kundgebung übrigens planmäßig um 18.30 Uhr.

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18.02 Uhr:

Tee für lau gibt es am Bebel-Platz für die rund 200 Teilnehmer der Willkommensdemo. Unter ihnen tummeln sich zum Beginn der Kundgebung auch Pfarrer Andreas Buchholz, Bürgermeister Ronald Seeger und Roy Wallenta (Premnitz), Mitglieder aus dem Kita- und Hortbeirat, dem Frauenhaus, Mitglieder der Stadtverwaltung und die Migrationsbeauftragte des Kreises, Gabriele Steidel.

Rathenow gibt sich bisher fast ausschließlich bunt.

Quelle: Ch. Schmidt

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17.58 Uhr:

Indes am August-Bebel-Platz: Die Initiative für ein buntes Rathenow stimmt sich mit Musik und Kerzen auf die Kundgebung ein. Weiterhin ist alles friedlich.

Zur Einstimmung gibt's Musik.

Quelle: Ch. Schmidt

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17.49 Uhr:

Noch ist der Märkische Platz leer. Bis auf vier Mannschaftswagen der Polizei, die Position bezogen haben.

Noch ist alles ruhig.

Quelle: Ch. Schmidt

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17.38 Uhr:

Kollege Markus Kniebeler funkt vom Ort des Geschehens. Das Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit ist in Rathenow wohl stark ausgeprägt. So hängt an der Rathausfassade seit dem Nachmittag ein Plakat mit unmissverständlicher Botschaft: "Toleranz ist hier kein Fremdwort!"

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17.35 Uhr:

Kurioses am Rande: Wie ein Beobachter der MAZ mitteilte, blieb die DHL-Filiale am Märkischen Platz in Rathenow heute ganztägig dicht. Wieso? "Wegen Gewaltveranstaltung geschlossen" prangt es von einem eigens angebrachten Infozettel. Hoffen wir, dass es friedlich bleibt! Bisher jedenfalls vermelden unsere Kollegen vor Ort keinerlei Aufruhr.

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16.49 Uhr:

Die Antifa Westhavelland ruft indes Unterstützer aus Brandenburg an der Havel, Potsdam und Berlin dazu auf, sich heute Abend gemeinsam zu versammeln.

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16.40 Uhr:

Die Bürgerinitiative macht im Vorfeld der Demonstration heute Abend im Netz mobil: Auf der Facebook-Seite Bürgerinitiative "Willkommen in Rathenow" informieren die Aktivisten über die Abläufe und rufen dazu auf, Telefonketten und WhatsApp-Kettenbriefe an den Start zu bringen und auch bei Nachbarn zu klingeln. Wer bei Twitter unterwegs ist, wird unter dem Hashtag #2710rn auf dem Laufenden gehalten.

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16.04 Uhr:

Während sich die Demo in der Optikstadt langsam, aber sicher nähert (Beginn 18 Uhr), schwappen auch aus dem nur 30 Kilometer entfernten Brandenburg an der Havel Neuigkeiten herüber. Hier wird am kommenden Samstag, 31. Oktober, ebenso demonstriert. Auch hier werden sich zwei Seiten gegenüberstehen, mit einem kleinen Unterschied: In der Havelstadt wird die NPD, anders als in Rathenow, ganz offen als Veranstalter auftreten.

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15.19 Uhr

Die geplante Kundgebung des so genannten "Bürgerbündnisses Havelland" beginnt heute um 18 Uhr in der Rathenower Innenstadt. Unter dem Motto „Wir sind das Volk“ hat die Gruppierung zu einem Bürgerprotest auf dem Märkischen Platz aufgerufen. Gegen Asylmissbrauch und die Islamisierung des Abendlandes will das Bürgerbündnis demonstrieren und wirbt dafür seit einer Woche in den sozialen Netzwerken um Mitstreiter. „Unkontrollierte Zuwanderung stoppen!“, heißt es beispielsweise in einem Aufruf des Bürgerbündnisses.

Doch nicht nur die vermeintlichen Neonazis werden am Dienstagabend in der Optikstadt aufmarschieren - ebenso haben sich mehrere hundert Gegendemonstranten angekündigt, die für ein friedliches und weltoffenes Rathenow auf die Straße gehen wollen. Das Rathenower Aktionsbündnis und die Stadt Rathenow rufen deshalb gemeinsam zur Aktion „Mein Rathenow, mit Herz statt Hetze!“ auf. „Rathenow gehört am 27. Oktober den Bürgerinnen und Bürgern, die sich für Menschlichkeit einsetzen. Lassen Sie uns mit Zivilcourage und Entschlossenheit den vielen Gerüchten, den Ressentiments und der Ignoranz entgegentreten! Wir wollen keine Aufwiegelei in unserer Stadt!“, hieß es vorab aus der Stadtverwaltung.

Auch die SPD Havelland will am Abend Flagge zeigen. So rief unter anderem deren Unterbezirksvorsitzender Martin Gorholt zu Wochenbeginn zur Beteiligung an der Demonstration des Aktionsbündnisses auf. Dieses trifft sich am Dienstag ebenso um 18 Uhr auf dem August-Bebel-Platz vor der Post.

Auch die Polizei wird am Dienstag natürlich präsent sein und für Sicherheit sorgen. „Wir wollen keine Verhältnisse wie in Dresden, deshalb muss man mit Augenmaß und aller Konsequenz an die Sache herangehen“, hieß es bereits in der Vorwoche vonseiten der Beamten.

Von Philip Rißling

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