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Hund stirbt nach Stromschlag in Pfütze

Schönwalde (Havelland) Hund stirbt nach Stromschlag in Pfütze

Sturm „Xavier“ hat ein weiteres Todesopfer gefordert. In Schönwalde, wo der Sturm viele Bäume umgerissen und Stromleitungen beschädigt hat, starb ein Hund. Er hatte in einer Pfütze einen Stromschlag bekommen. Auch sein Frauchen wurde verletzt.

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Olaf war ein aufgeweckter Mischling. Er starb in einer Pfütze.

Quelle: privat

Schönwalde-Siedlung. Ein Hund geht in eine Pfütze. Erstarrt. Und fällt tot um. Für Anja Heinen und ihre Familie ist es wie ein Alptraum, was am Montag ihrem Hund Olaf in Schönwalde-Siedlung passiert ist.

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Das waldreiche Schönwalde hat der Sturm besonders hart getroffen. Besonders tragisch: Ein Mischlings-Rüde fand in einer Pfütze den Tod, ein Stromschlag beendete sein Leben.

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Auch 15-Jährige bekommt einen Schlag

Die 15-jährige Tochter Ina war an dem Abend mit dem Hund, einem aufgeweckten Mischling aus Schäferhund und Collie, noch eine Runde gegangen. Dabei lief der Hund am südlichen Ende der Richard-Wagner-Straße in eine Pfütze. Er erstarrte, wurde ganz steif und fiel um. Die Tochter fasste den Hund an, bekam einen Schlag und machte einen Satz. Sie wandte sich in ihrer Not an die nächst wohnenden Nachbarn, Ramona Pank rief die Feuerwehr an. „Die kam und prüfte die Pfütze und stellte fest, dass dort Strom war“, erzählte Anja Heinen, die – von ihrer Tochter gerufen – sofort zum Unglücksort geeilt war.

Stromleitungen hängen lose herab

Norbert Krumm, Schönwaldes Gemeindewehrführer, war an dem Abend selbst vor Ort. „Wir haben das spannungsfrei gemacht und die Straßenbeleuchtung gesichert“, sagte er. Schönwalde war am Sturm vom vergangenen Donnerstag besonders stark getroffen worden; mehr als 100 Bäume mussten gefällt werden. Die Kameraden der Feuerwehr waren tagelang im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu zersägen und Bereiche zu sichern. In der Richard-Wagner-Straße sind besonders viele Bäume umgekippt, an mehreren Stellen sind Bäume in die Stromleitungen der Straßenbeleuchtung gekippt, Leitungen sind gerissen, hängen zum Teil heute noch herab.

Trotz des großen Einsatzes der Feuerwehr bleiben für Familie Heinen und Anwohner der Straße viele Fragen offen. „Eine Bewohnerin hatte den Schaden bereits am Freitag bei der Feuerwehr in Schönwalde gemeldet“, erzählt Anwohnerin Ramona Pank. Auch hier umgekippte Bäume, die Leitung der Straßenbeleuchtung hing bis auf den Boden.

Warum ist tagelang nichts passiert? fragen sich die Anwohner. Bodo Oehme, der Freitag früh aus dem Urlaub gekommen ist, hat sofort nachgefragt. „Das Geschehen ist wirklich tragisch“, sagt er, „der Verlust eines Haustieres ist schlimm, viel viele ist er wie ein Familienmitglied.“ In der Verwaltung wurde versucht, den Hergang des Geschehen zu rekonstruieren. Demnach haben die Anwohner die Störung an der Straßenbeleuchtung im dortigen Bauamt gemeldet. „Das Amt hat, wie in solchen Fällen üblich, eine entsprechende Firma beauftragt, den Schaden zu beheben“, sagt Oehme. Das ist auch geschehen. Wahrscheinlich kam es zur Verkettung von ungünstigen Umständen, dass der Hund in der Pfütze war, als an der Leitung repariert wurde und Strom geprüft wurde, sagt Oehme. Der traurige Vorfall bestätige den Kurs der Schönwalde, die alte Straßenbeleuchtung mit Oberleitung Stück für Stück abzulösen.

„Der Hund hat uns gerettet“

„Wir haben noch am Wochenende mit den Kindern auf der Straße Fußball gespielt“, erzählt Anwohner André Lange. „Ich bin schockiert“, sagt er, wenn er daran denkt, was den Kindern hätte passieren können, etwa wenn ein Kind in eine Pfütze gefallen wäre. „Der Hund hat uns gerettet“, sagt er. Vielleicht hört es sich etwas pathetisch an, meint Anja Heinen, aber ihr Hund ist auch so etwas wie ein Märtyrer. Sein Tod hat auf die Gefahrenstelle aufmerksam gemacht. Sie will die Sache nicht auf sich beruhen lassen und hat bei der Polizei eine Anzeige gegen die Gemeinde gestellt.

Mit der Tochter ins Krankenhaus

Und auch das ärgert sie: Ihre Tochter hatte bei dem Unglück auch einen Schlag bekommen, um sie hat sich niemand gekümmert, kein Rettungswagen wurde geholt. So hat Anja Heinen ihre Tochter selbst nach Spandau in einer Klinik gefahren. Das Mädchen hat heute noch leichte Schmerzen in der Hand. „Aber viel schlimmer sind die seelischen Schmerzen“, sagt die Mutter, dass der geliebte Hund vor den Augen der Tochter plötzlich starb ist ein Schock, der noch nachwirkt.

Von Marlies Schnaibel

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