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Havelland So denkt Rathenow über die Asylkritiker
Lokales Havelland So denkt Rathenow über die Asylkritiker
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19:09 17.03.2016
Was bewegt die Rathenower? Ihre Gedanken zu verschiedenen Fragen konnten Bürger am Dienstag auf dem August-Bebel- Platz notieren. Quelle: Ch. Schmidt
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Rathenow

„Was bringt uns das Bürgerbündnis Havelland und das Bürgerbündnis Deutschland?“ Diese Frage und einige andere mehr stellte das Aktionsbündnis „Unser Rathenow. Miteinander. Füreinander.“ am Dienstagabend den Menschen auf dem August-Bebel-Platz. Während wenige Meter weiter Christian Kaiser, Mitbegründer des asylkritischen Bürgerbündnisses Havelland, von der Rettung Deutschlands sprach, schrieben Bürger auf, was Kaisers Bündnis ihrer Meinung nach bringt: „Große Sorge um die Stabilität der Gesellschaft“, notierte ein Teilnehmer der Kundgebung vor der Post. Sein Kommentar und auch alle anderen Wortmeldungen wurden gesammelt und sind nun auf Facebook nachzulesen.

Darunter sogar ein Dankeschön in Richtung Kaiser: „Das Bürgerbündnis bringt jeden dazu Farbe zu bekennen. Danke dafür!“ Von Denkanstößen, Positionierung, Nachdenken, aber auch von Unruhe und Angst ist außerdem die Rede. Ein Bürger äußerte sich recht ausführlich: „Das Bürgerbündnis bringt Hass in die Gesellschaft. Trägt nicht zu demokratischen Verhältnissen bei – ganz im Gegenteil. Politikverdrossenheit sollte nicht zur Teilnahme an deren Veranstaltungen führen. Es gibt demokratische Wege!“

Auch ein Dank an die Asylkritiker

Auf sechs Stehtischen hatten Mitglieder des Aktionsbündnisses am Dienstag Aufsteller mit Fragen platziert. Dazu Papier und Stifte, so dass jeder seine Meinung kundtun konnte. Unter anderem wurde danach gefragt, was den Menschen Angst macht: Überfremdung, Kriminalität, Werteverlust, neuer National(sozial)ismus? „Ich habe keine Angst vor Überfremdung. Mir macht Angst, dass wir zusehen sollen, dass Flüchtlinge an den Grenzen abgeschottet werden und es Europa nicht schafft eine einvernehmliche Lösung zu finden“, schrieb ein Bürger.

Andere haben Angst vor Menschenfeindlichkeit, vor Kriminalität und Fremdenhass, sogar vor „den eigenen deutschen Jugendlichen“. Ein Bürger notierte dazu: „Es werden zu viele Deutsche von der wirtschaftlichen Entwicklung zurückgelassen – Fehlende Perspektive macht Unmut! Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Das ist die Ursache für Angst und die macht sich Luft in Hass! Trotzdem – keine Rechtfertigung!“ Und dann stand noch die Frage im Raum, was gegen die politische Spaltung in Rathenow getan werden kann? Ein Teilnehmer verspricht sich viel von einem runden Tisch beim Bürgermeister zu dem das Bürgerbündnis eingeladen wird und bei dem alle offenen Fragen beantwortet werden. Fast alle fordern, miteinander zu sprechen. Die Bürger, sollen die Möglichkeit haben, Ängste und Sorgen zu benennen.

Was gegen die Spaltung in der Stadt tun?

Trotz der angespannten Situation blicken die meisten optimistisch in die Zukunft: „Rathenow bleibt eine Stadt der Vielfalt. Das ’Braune’ wird nicht die Oberhand bekommen. Die Zugezogenen werden hier integriert und sie bereichern das Leben.“ „Selbstverständlich bleibt die Stadt ein Ort der Vielfalt, weil wir als demokratische Menschen nichts anderes zulassen werden.“ Aber auch ein wenig Sorge mischte sich darunter: „Vor 1930 fing alles, was dann kam, auch erst ganz ’harmlos’ an. Wir sollten aufpassen und dieser neuen Strömung nicht das Feld überlassen!“

Von Christin Schmidt

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