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Lokales Helfer in der Gedenkstätte seit 21 Jahren
Lokales Helfer in der Gedenkstätte seit 21 Jahren
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16:18 09.06.2016
Keine Freunde große Worte: Vor allem packen sie gern an. Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

Ihre Hilfsmission jedes Jahr im Juni ist den ehemaligen Berufsschullehrern heilig. Seit mittlerweile 21 Jahren kommen sie für jeweils eine Woche nach Oranienburg, um hier handfest zu schuften: Fenster streichen, Wände und Heizkörper, Putzschäden an der Fassade reparieren oder Kellerfensterschächte betonieren. Arbeit und Materialbedarf werden vorher mit der Gedenkstätte gesprochen. Die zwölf Männer zwischen 65 und 78 Jahren haben lange Berufserfahrung. Sie sind Maler, Tischler und Baufachleute, die später nach einem Studium ihr Wissen und so manchen Kniff an Hunderte Azubis der Baubranche im Schulungszentrum Alwin-Lonke-Straße in Bremen weitergegeben haben.

Es war Anfang der 1990-er Jahre, die Zeit rechter Übergriffe in Rostock-Lichtenhagen, in Mölln und auch der Brandanschläge auf die Baracken 38 und 39 in Sachsenhausen, erinnerte Peter Herbst. Damals wollten sie einerseits die Gedenkstätte mit ganz konkreter Hilfe unterstützen, andererseits aber auch jungen Leuten dieses finsterste Kapitel deutscher Geschichte vor Augen führen. Seitdem läuft das Projekt „Lernen und arbeiten“. Während im Juni die „Seniorengruppe“, wie sich liebevoll nennen, zeigt, was sie noch alles drauf haben, kommen auch in diesem September wieder 27 Schüler aus Bremen, um zusammen mit Schülern des OSZ in Hennigsdorf zu arbeiten, die Gedenkstätte zu besichtigen und mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen. Ein Ausnahmeprojekt, das nicht nur den Toleranzpreis der Stadt Oranienburg erhalten hat. „Ich war deshalb schon bei den Bundespräsidenten Herzog, Rau und Gauck zu Gast“, sagt Hans-Joachim Gries, bis vor vier Jahren Leiter der Bremer Ausbildungsstätte, nicht ohne Stolz. Er bestätigt: „Die Schüler, die mit in Sachsenhausen waren, sind noch nach Jahren tief beeindruckt.

Das bestätigt auch der heutige Leiter der Schule, Wolfgang Stutzinger, der mit in Oranienburg ist. „Wir wollen das Projekt auf jeden Fall weiterführen. Mit dem Projekt Bewusstsein schaffen bei den Schülern. Die Größe und das Ausmaß der Gedenkstätte ist sehr beeindruckend. Das Projekt hat an unserer Schule großen Zuspruch.“

Gestern wurden Heizkörper gestrichen, Fenster der ehemaligen Wäscherei frisch verkittet, ein Raum des Archivs und ein Seminarraum bekamen einen frische Anstrich. „Es gibt da eigentlich nicht viel zu erklären“, sagt Helmrich Büsing: Wir machen das hier einfach alles wieder heile“, so der Bremer. Längst sind auch Freundschaften unter den Männer erwachsen. Und alle freuten sich gestern auf den Abend: da wurde traditionell gemeinsam gegrillt.

Von Heike Bergt

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