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Lokales Humbug vom Feinsten
Lokales Humbug vom Feinsten
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05:48 13.03.2017
Kabarettist und Autor Horst Evers sorgt für etliche Lachsalven im restlos ausverkauften Saal des KW-Eventcenters.. Quelle: Heidrun Voigt
Königs Wusterhausen

Er ist ein „Meister des Absurden im Alltäglichen“ – so urteilte die Jury des Deutschen Kleinkunstpreises über ihn. Und mit wie viel hintergründigem Humor und genauer Beobachtungsgabe er die kleinen und großen Dinge trocken-witzig verpackt, zeigte Horst Evers unter der Überschrift „Der Kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex“ am Samstagabend im KW-Eventcenter in Königs Wusterhausen. Der Titel seines Programms werfe Fragen auf, räumte der Kabarettist ein. Und lieferte gleich die Antwort: „Das ist privat. Darüber will ich nicht reden.“

Stattdessen lotste er das Publikum per Kurzgeschichten in seine Sicht des täglichen Trotts und gab Tipps zum Meistern desselbigen – im Übrigen sexfrei. „Ein gelungener Abend braucht keine zwei Meinungen“, lautete sein erster Ratschlag. Wertvoll auch der Hinweis, wie man überflüssigen Kram entsorgen könne. „Ich stelle es einfach in Geschäften ab, in denen viel geklaut wird – zum Ausgleich“, verriet der Kabarettist. Und einmal habe tatsächlich jemand so ein abgestelltes „Drahtdings von Weinhalter“ kaufen wollen. Kein Barcode. Katastrophe an der Kasse. Der Filialleiter ruft die Zentrale an. Alle sind ratlos und der potenzielle Käufer bekommt einen Gutschein als Entschädigung. Horst Evers erzählte von einer Ärztin, die seine Schmerzensschreie auf einem USB-Stick speichert. Er nahm die Wölfe Brandenburgs unter die Lyrik-Lupe und natürlich kam er nicht am BER vorbei. Er lobte den Flughafen als interessant angelegtes Projekt und die Eröffnungs-Verschiebetaktik als Kunst. Er empfahl dennoch, den BER abzureißen und erst einmal „was Leichtes zu bauen“ – eine Brücke. „Wenn ein Fluss kommt, ist die Brücke schon da. Das ist modernes, vorausschauendes Bauen.“ Die Besucher erfuhren von einer skurrilen Fahrkartenkontrolle in der U-Bahn und und und.

Frank Wilhelms outete sich als großer Fan von Evers und ließ sich von ihm das neue Buch und eine CD signieren. Quelle: Heidrun Voigt

Horst Evers sparte nicht an großen Gesten, ließ seine Stimme tänzeln, seine Augen rollen, schuf Humbug vom Feinsten – entlarvend und assoziationsreich. Seine Sprache kitzelte treffsicher den Witz heraus, seine Worte kamen leichtfüßig daher und setzten sich tief im Kopf fest.

Das alles sorgte für Begeisterung beim Publikum. Mit 350 Besuchern war der Saal pickepackevoll. „Es ist ganz köstlich, wie er Dinge aus dem Leben greift. Er hat verrückte Ideen“, schwärmte Renate Müller aus Königs Wusterhausen. Monika Klinner und ihr Mann hatten die Karten zu Weihnachten geschenkt bekommen. Das Schulzendorfer Paar wusste nicht genau, was es erwartete – und es gefiel ihm sehr gut.

Als Zugabe gab es einen letzten Alltagstipp von Evers. Statt seine Texte abzuschreiben, empfahl er den Kauf eines Buches. „Sie schlagen es auf und der Text baut sich sofort auf. Die Auflösung ist sehr gut. Die Akkulaufzeit – Du wirst bekloppt! Und das Betriebssystem läuft auch noch in 40 Jahren  ...“. Zum Abschluss signierte der Kabarettist diese „Wunderwerke alter Technologie“. Monika Voigt war die Erste am Signiertisch. „Es war super heute. Ich habe mich totgelacht“, sagte die Königs Wusterhausenerin. Und auch Frank Wilhelms, ebenfalls aus KW, hatte sich bestens amüsiert. „Ich habe alle Bücher von ihm und ihn heute zum dritten Mal live erlebt. Er hat einen Hinterwitz, das ist klasse.“

Von Heidrun Voigt

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