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Im Land der Nomaden

Wildau Im Land der Nomaden

Eine neue Ausstellung im Volkshaus Wildau zeigt Fotos, Kunst- und Gebrauchsgegenstände zur Kultur und Geschichte der Mongolei. Lodoi Daschdulam Lieboldt, die seit acht Jahren in Wildau lebt, zeigt ihre umfangreiche Sammlung.

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Lodoi Daschdulam Lieboldt zeigt ihre Sammlung im Volkshaus Wildau bis Mitte Juni.

Quelle: Heidrun Voigt

Wildau. Weite Grassteppen, felsige Berge und ein glasklarer Himmel. Eine Jurte und eine Yakherde. Auf der anderen Seite Ulan-Bator – das alte Marco-Polo-Denkmal vor einem gläsernen Hochhaus. In ihren Fotografien erzählt Lodoi Daschdulam Lieboldt von ihrer Heimat, der Mongolei. Morgen um 18.30 Uhr wird ihre Ausstellung „Dschingis Khans blaue Mongolei“ im Volkshaus Wildau eröffnet.

Seit 30 Jahren lebt die promovierte Journalistin in Deutschland, seit acht Jahren in Wildau. „Ich möchte mein Land mit seiner Geschichte und seiner Kultur hier bekannter machen“, sagt die zierliche Frau. Sie betont, dass die Mongolei, viereinhalbmal so groß wie Deutschland, lediglich von etwa drei Millionen Einwohnern bewohnt werde. Viehhaltung sei die Existenzgrundlage für etwa die Hälfte der Bevölkerung.

Facettenreiches Bild der Mongolei

Vor sechs Jahren zeigte die Wildauerin bereits Fotos und Exponate aus ihrer Sammlung im Volkshaus. Seitdem hat sie von ihren Besuchen in dem Steppenland immer neue Gegenstände mitgebracht. Dazu gehören beispielsweise Götterfiguren aus Metall und Porzellan, alte Gefäße, Trinkhörner, Teeschalen, Medaillons und Masken. Die Ausstellungsstücke werden in Vitrinen präsentiert. Sie sind wie die Fotos bis Mitte Juni im Flur des Volkshauses zu sehen. Im großen Saal werden nur bis Donnerstag größere Gegenstände gezeigt. Es sind unter anderem Musikinstrumente zu sehen, beispielsweise eine Morin chuur – eine mongolische Pferdekopfgeige –, ein Teppich, eine Nationaltracht und eine kunstvolle Schnitzerei aus dem Schulterknochen eines Kamels. Ein Elefant, ein Affe, ein Hase und ein Rebhuhn sind dort zu sehen. Sie stehen übereinander. „Es ist nach einer alten Fabel entstanden und erzählt von den vier harmonischen Freunden des Buddhismus“, erläutert Daschdulam Lieboldt. Sie hat auch alte Landkarten von Ulan-Bator und Dschingis Khans Reich mitgebracht. Die Ausstellung entwirft ein facettenreiches Bild der Mongolei, das sich aus alten und neuen Mosaiksteinchen zusammensetzt, das Historisches und Modernes beinhaltet.

Diese jahrhundertalte Szene aus dem Leben der Nomaden wird auch in der Ausstellung gezeigt

Diese jahrhundertalte Szene aus dem Leben der Nomaden wird auch in der Ausstellung gezeigt

Quelle: Heidrun Voigt

Hat Daschdulam Lieboldt manchmal Heimweh? „Ja, ab und zu. Meine zwei Enkel sind dort. Aber Deutschland ist meine zweite Heimat. Ich liebe das Land, es sind nette Leute hier.“ Die Mongolin verrät, dass ihre Enkel besonders deutsche Bonbons mögen. Sie bringt ihnen wieder welche mit, wenn sie im Juli nach Ulan-Bator fliegt.

Sie verweist darauf, dass sich die Gäste bei der Ausstellungseröffnung auch mit der mongolischen Küche bekannt machen können. Zwei Köchinnen bereiten typische Gerichte zu. Für einen kleinen Obolus kann man die Nationalspeisen probieren: Fleischbällchen, frittierte Teigtaschen, Gemüse und mehr. Vom Singekreis Wildau hat sich die Sammlerin gewünscht, dass er zur Eröffnung deutsche Volkslieder singt. Der mongolische Botschafter ist übrigens auch eingeladen.

Eröffnung: 11. April um 18.30 Uhr im Volkshaus Wildau; Sonderausstellung 12. April von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, 13. April von 10 bis 12 Uhr; außerdem „Dschingis Khans blaue Mongolei“ bis 15. Juni zu den Öffnungszeiten des Rathauses

Von Heidrun Voigt

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