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Lokales Irdische Harmonie mit Klugheit und Witz
Lokales Irdische Harmonie mit Klugheit und Witz
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06:00 01.11.2016
Prinzler (M.) mit Laudator Steinberg (l.) und Pianist Gumpert. Quelle: H. Voigt
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Eichwalde

Sie hat rote, wallende Haare und unterschiedlich farbige Mandelaugen. Blaue Linien deuten die Nase an; die rosafarbenen Lippen erinnern an ein Papierboot. Zwischen dem gelben Hals und dem blauen Mieder drängen sich zwei bunte, ballrunde Brüste ins Bild. Das Augenzwinkern, mit dem Martin Prinzler seine „La Bella Bo“ gemalt hat, ist nicht zu übersehen.

Am Freitagabend wurde die Ausstellung „,... schöne Bilder.’ Arbeiten auf Papier“ in der Alten Feuerwache Eichwalde eröffnet. „Arbeiten auf Papier haben wir im Rathaus auch, dachte ich, als ich den Untertitel las“, meinte Bürgermeister Bernd Speer schmunzelnd und lobte die Ausstellung.

Laudator Jens Steinberg hob hervor, dass sich der Maler nach „irdischer Harmonie sehnt und mit Klugheit, Witz sowie zielorientierter Erzählkunst die Dinge in seinen Bildern auf den Punkt bringt “. Am liebsten arbeitet Martin Prinzler mit Pastellkreiden, aber auch Kohle- und Tuschearbeiten sind in der Ausstellung zu sehen. Was die Bilder eint, ist die impulsive und spannungsvolle Linie. Die Pastellarbeiten entwickeln mit ihrer üppigen, flächigen Farbigkeit einen Sog, der mal märchenhaft-heiter, mal mystisch-verwunschen erscheint. Die Intensität der Farben und der spielerische Umgang mit den Formen sind charakteristisch für Prinzlers Malerei. Mit leichter Hand setzt er die Realität neu zusammen. Nicht immer strahlt pralle Lebensfreude aus den Bildern. In den Tuschezeichnungen schwingt Melancholie mit.

Bluesiges vom legendären Jazzer Uli Gumpert

Martin Prinzler, der seit 2009 in Zeuthen lebt, hat es sich im Leben nicht leicht gemacht. Er war Bausoldat und Hausbesetzer in der DDR. Nach unzähligen Eingaben und Hürden ergatterte der gebürtige Berliner 1988 einen Studienplatz an der Fachschule für Werbung und Gestaltung in Berlin-Schöneweide. Bis 2000 hat er in Künstlerprojekten mitgearbeitet, danach in einem Grafikbüro. „Als die Aufträge immer knapper wurden, habe ich meine Seele an eine Druckerei verkauft“, erzählt Prinzler und lacht. Dort arbeitet er heute im Schichtdienst als Abteilungsleiter. „Wenn ich Spätschicht habe, stehe ich morgens um 7 Uhr auf. Um 12.30 Uhr muss ich zur Arbeit los. Den Vormittag über male ich meist“, erzählt der schmale Mann mit dem halblangen, grauen Haar. Er sagt von sich, dass er ein konservativer Maler sei, der vor allem Freude mit seinen Bildern bringen möchte. Glücklich war er, dass der legendäre DDR-Jazzer Uli Gumpert zur Ausstellungseröffnung am Klavier saß. Mit seinem beseelten, bluesigen Spiel stieß Gumpert sofort auf offene Ohren.

Info: Die Ausstellung ist bis zum 22. Dezember Freitag bis Sonntag von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Am 5., 12. und 19. November ist der Künstler vor Ort.

Von Heidrun Voigt

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