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Jack Day an der Parabrahm-Orgel

Eichwalde Jack Day an der Parabrahm-Orgel

Ein überwältigendes Konzert an der Parabrahm-Orgel der evangelischen Kirche Eichwalde bot Organist Jack Day. Der Oranienburger Kantor wählte ein Werk des Liszt-Schülers Julius Reubke und faszinierte damit und mit weiteren Werken und Improvisationen das begeisterte Publikum.

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Jack Day an der Parabrahm-Orgel faszinierte das Publikum in der evangelischen Kirche in Eichwalde.

Quelle: Heidrun Voigt

Eichwalde. Sämtliche Register zog Jack Day, als er am Samstag in der evangelischen Kirche Eichwalde ein Konzert gab. Auf der einzigartigen Parabrahm-Orgel eröffnete er den Abend mit Improvisationen. Der Organist bat die rund 100 Besucher, sich einen Schäfer beim Flötenspiel mit Herde vorzustellen. Leicht und perlend flossen die Tonkaskaden, schwangen sich zur Höhe auf und wurden gekonnt untermalt.

Franz Liszts „Sanctus und Benedictus“ aus dessen Orgelmesse war als Zweites zu hören. Einen ausschwingenden, magischen Fluss verlieh Day den klaren Harmonien. Dissonante Töne dagegen gab es bei Liszts Schüler Julius Reubke, der 1834 geboren und nur 24 Jahre alt wurde. Seine große Sonate für Orgel c-Moll „Der 94. Psalm“ stand im Mittelpunkt.

„Die Textvorlage ist ein Rachepsalm und der Ausdruck ist dementsprechend. Es ist kein friedliches Werk“, sagte Jack Day zur Einführung des Stückes. Er betonte schmunzelnd, dass es für ihn wie für das Publikum eine Kraftanstrengung darstelle, die gemeinsam bewältigt werden müsse. Lautmalerisch machte er dem Publikum das Wiederholen der Themen klar. Virtuos entführte der Organist in das hochromantische, differenzierte Werk. Düster und schwer, aufwühlend und dramatisch, bedrohlich und gewaltig – Empfindungen, die beim Zuhören entstanden. „Wahnsinn“, sagte ein Besucher in der zweiten Reihe, als der letzte Ton verklungen war. Nach dem Dankpsalm von Max Reger gab es noch eine Improvisation als Zugabe – „zum Runterkommen“, wie Day sagte.

Burkhard Fritz organisierte bisher 58 Konzerte seit der Orgelrestaurierung

Burkhard Fritz organisierte bisher 58 Konzerte seit der Orgelrestaurierung.

Quelle: Heidrun Voigt

Neben Burkhard Fritz, der die Orgelkonzerte in der Kirche organisiert, ist das beeindruckende Konzerterlebnis Klaus Dierke zu verdanken. Der Eichwalder hat den Oranienburger Kantor auf die Parabrahm-Orgel aufmerksam gemacht. Der Organist hat es nicht bereut, in die Gemeinde gekommen zu sein. „Die Akustik in der Kirche ist sehr angenehm und das Gotteshaus überhaupt schön“, sagte er. Das freute natürlich Organisator Burkhard Fritz, der selbst als ehrenamtlicher Kirchenmusiker Gottesdienste auf der Orgel begleitet. „Ich hörte vor einigen Wochen Reubkes Werk im Berliner Dom. Nach dem Konzert war ich zum einen beeindruckt von der Komposition, zum anderem war ich der festen Überzeugung: Auf unserer Parabrahm-Orgel wird es noch viel besser klingen“, so Fritz. Er verriet, dass die Orgel eine Woche vor dem Konzert den Dienst verweigert hatte. „Ein winziges Teil, das die Luft für den Spieltisch freigibt, war der Grund. Ein kleiner Draht war nach 108 Jahren gebrochen“, erläuterte Fritz.

Das 58. Konzert auf der restaurierten Orgel war wie alle ohne Eintritt. „Die Leute haben zur Restaurierung so viel gespendet, jeder soll unabhängig vom Geldbeutel jetzt seine Freude haben. Und jedes Konzert danken uns die Eichwalder auf Spendenbasis großzügig“, freut sich Fritz. Das Herz der Eichwalder schlägt parabrahm.

Info: Das nächste Orgelkonzert gibt es am 15. Oktober mit Dietmar Hille.

Von Heidrun Voigt

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