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Klare Stimme und gute Nerven

Vorlesewettbewerb in Jüterbog Klare Stimme und gute Nerven

Fünf Sechstklässler traten in Jüterbog zum Regionalentscheid des bundesweiten Vorlesewettbewerbs an. Paula Zemann aus Jüterbog und Charlotte Kühne aus Dahme haben gewonnen. Sie trugen zunächst je einen selbst gewählten Text vor und lasen anschließend aus einem fremden Buch.

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Jüterbog. Ob die Geschichten lustig, spannend oder traurig sind, ist eigentlich vollkommen egal. Beim Vorlesewettbewerb zählt in erster Linie, dass der Lesende sein Publikum mitreißt. Das ist gar nicht so einfach, wie die fünf Grundschüler im Regionalausscheid am Samstag in Jüterbog merkten.

Die Sechstklässler gehören zu etwa einer halben Million Vorleser, die sich in jedem Jahr kritischen Jurys stellen. „Davon sind bereits alle Gewinner“, findet Bibliotheksleiterin Carola Langer. Gründe gibt es gleich zwei: Die Teilnehmer haben sich einerseits im Vorfeld gegen ihre Mitschüler in den Grundschulen durchgesetzt. Außerdem vertritt die Chefin der Jüterboger Stadtbibliothek die Ansicht, dass jedes Kind, das selbst liest, ein Sieger ist. „Denn bei diesem Wettbewerb geht es vor allem darum, die Leselust zu wecken und zu zeigen, dass Lesen wirklich Spaß macht“, sagt sie.

Um auch am Auftritt vor dem fremden Publikum im Kulturquartier Spaß zu haben, gab es für die fünf Vorleser einen Tipp. „Ihr braucht ja gar nicht aufgeregt zu sein, weil ihr alle wisst, dass ihr super lesen könnt“, sagte Florentine Wehner. Die Vorjahressiegerin saß am Sonnabend mit in der Jury und wusste noch ganz genau, wie sie sich beim Vorlesen fühlte.

Hintergrund

Erich Kästner war Mitbegründer des bundesweiten Vorlesewettbewerbs.


1959 fand er zum ersten Mal statt und ist inzwischen Deutschlands größte Leseförderaktion.

Schirmherr ist Bundespräsident Joachim Gauck. Der Wettbewerb wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels durchgeführt.

Das Finale findet am 22. Juni in Berlin statt. Im Vorfeld werden Regional-, Kreis-, Bezirks- und Landesentscheide durchgeführt.

Im Jüterboger Regionalentscheid erhielten alle Teilnehmer neue Bücher und die beiden Siegerinnen gewannen zusätzlich Gutscheine für eine Buchhandlung.

Unter den Texten, die die Schüler selbst aussuchen durften, fanden sich verschiedene Themen. Charlotte Kühne und Paula Zemann, die später als Siegerinnen aus dem Wettbewerb hervorgegangen sind, überzeugten jeweils mit ganz unterschiedlichen Büchern. Paula von der Geschwister-Scholl-Grundschule aus Jüterbog hatte viel Einfühlvermögen gezeigt und im Wahltext von einer zerbrochenen Familie gelesen, in der sich die Mutter sogar umzubringen versucht. Bei Charlotte von der Dahmer Grundschule wies schon der Buchtitel „Ein Pferd namens Milchmann“ in eine ganz andere Richtung. Der Krimi brachte das Publikum mehrmals zum Schmunzeln, denn die Schülerin hatte sich für eine Szene entschieden, in der das Pferd Tier seine Äpfel im Wohnzimmer des Protagonisten liegen lässt und dort auch seelenruhig einschläft. „Ich fand die Geschichte lustig“, begründet Charlotte ihre Textwahl. Publikum und Jury stimmten mit ihr überein und schickten sie zum Kreisentscheid, der am 27. Februar in Luckenwalde stattfinden wird.

Im Anschluss daran mussten sich Paula, Charlotte und die anderen drei Teilnehmer – Eric Dubiel (Grundschule Werbig), Nils Mickel (Lindenschule Jüterbog) und Lida Richter (Grundschule Blönsdorf) – an einen unbekannten Text wagen. Vorjahressiegerin Florentine Wehner las die Einleitung, die Kandidaten folgten mit weiteren Kapiteln aus „Momo“. Carmen Eike, Leiterin der Kinderbibliothek, hatte ihn ausgesucht. „Der Text verdient es einfach, immer wieder erwähnt zu werden“, sagte sie.

Ob der Tipp der Vorjahressiegerin am Ende tatsächlich der entscheidende Hinweis war, weiß zwar niemand so genau. Geschadet hat er aber in keinem Falle. „Ich war wirklich nicht so aufgeregt“, sagt zumindest Charlotte Kühne. Sie und ihre Mitstreiterin Paula Zemann werden im Februar in Luckenwalde wieder gute Nerven beweisen müssen.

Von Victoria Barnack

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