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Krankenhaus zum 6. Mal evakuiert

Oranienburg: Wenn Kranke verlegt werden müssen Krankenhaus zum 6. Mal evakuiert

Es ist jedes Mal ein Kraftakt: Auch gestern Morgen ab 5 Uhr wurden die Patienten des Oranienburger Krankenhauses evakuiert. 97 Kranke fuhren samt Betreuungspersonal nach Hennigsdorf. Das verschlingt Zeit und Geld. Und auch bei den noch anstehenden vier Verdachtspunkten ist das Haus wohl wieder im Sperrkreis.

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Gerd Ritter vom Landkreis Oberhavel managt die Evakuierung der Krankenhauspatienten.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Schlange stehen der Rettungswagen gestern Morgen ab 5 Uhr am Oranienburger Krankenhaus: 97 Patienten sind nach Hennigsdorf zu verlegen, denn auch das Krankenhaus liegt im Sperrkreis. Ein Kraftakt für alle Beteiligten, aber nicht gänzlich Neuland.

„In den vergangenen Jahren ist uns das schon fünfmal passiert“, so Klinik-Sprecherin Heike Wittstock. „Am 29. September 1999 waren wir das erste Krankenhaus in Deutschland, das seine Patienten wegen einer Bombenentschärfung evakuieren musste“, erinnert sie sich. Weitere Evakuierungen gab es am 30. Juli 2004, am 2. März 2007, am 1. Juli 2009 und am 24. Februar dieses Jahres. Und eben gestern. Und es könnten gleich noch vier folgen. Denn es gibt insgesamt sechs Verdachtspunkte auf dem Gelände an der Lehnitzstraße.

Für den Ernstfall einer Evakuierung gibt es in den Oberhavel Kliniken ein genaues Szenario, bei dem „Abläufe ineinander greifen wie die Räder eines Uhrwerkes, Checklisten, die abgearbeitet werden müssen“, erklärt Heike Wittstock. Die Patienten werden am Evakuierungstag in die Klinik nach Hennigsdorf gebracht, wo die Betten bereits vorbereitet sind. Das sollte möglichst zwischen 6 und 8 Uhr zu schaffen sein. Im Vorfeld fordert Gerd Ritter vom Landkreis in anderen Kreisen und in Berlin Rettungsfahrzeuge an: 48 wurden gestern bereitgestellt, davon zwölf durch den Katastrophenschutz, die aber nicht dafür ausgerüstet seien, Schwerkranke zu transportieren. „Die angebotene Zahl der Rettungsfahrzeuge wird kleiner“, angesichts der vielen Evakuierungen, beklagt Ritter.

Die Vorbereitungen einer Krankenhausevakuierung „erfordern nicht nur zehn bis 15 Arbeitsstunden pro Mitarbeiter des Evakuierungsstabes“, so Wittstock, sondern auch Kosten: Transportkosten in Höhe von 3000 bis 5000 Euro. „Darin sind jedoch nicht die für die vom Fachbereich Verkehr, Ordnung und IT des Landkreises organisierten Transportmittel enthalten“. Und das Krankenhaus habe am Evakuierungstag erhebliche finanzielle Verluste zu verzeichnen, „weil zum Beispiel alle Patienten für den ambulanten Bereich abbestellt werden müssen und Operationen nicht stattfinden können.“ In der Evakuierungswoche werden Akutfälle behandelt, alle planbaren Eingriffe verschoben werden. „Wir versuchen, einen Teil der finanziellen Einbußen zum Beispiel durch OP-Tage an Wochenenden auszugleichen.“

Auch wenn das Prozedere für eine Evakuierung feststeht: „Durch unserer Erfahrungen optimieren wir Abläufe immer weiter“, so die Krankenhaus-Sprecherin. So sei zum Beispiel für die Klinik Hennigsdorf eine Betten-Reserve angeschafft worden, damit im Ernstfall keine Betten mehr von Oranienburg nach Hennigsdorf transportiert werden müssten.

Von Heike Bergt

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