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Lachen gegen die Krankheit

25 Jahre MS-Selbsthilfegruppe Oranienburg Lachen gegen die Krankheit

„Wir lachen viel und haben immer gute Laune“, sagt die Sprecherin der Selbsthilfegruppe, Britta Rudolph. Für viele ein wichtiges „Medikament“ gegen die Krankheit. 22 Frauen und Männer gehören zur Oranienburger Selbsthilfegruppe „Multiple Sklerose“. Es gibt sie seit 25 Jahren. Das wurde am Donnerstag gefeiert.

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Monika Rösch hatte vor fünf Jahren den Staffelstab als Sprecherin an Britta Rudolph (r.) abgegeben.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Lachen als Medizin? Die Frauen und Männer der Oranienburger Selbsthilfegruppe „Multiple Sklerose“ schwören drauf. Am Donnerstagnachmittag haben sie im Bürgerzentrum das 25-jährige Bestehen ihrer Gemeinschaft gefeiert. Natürlich in bester Laune.

Dabei traf viele von ihnen die Diagnose „Multiple Sklerose“ völlig unvorbereitet: „Meine rechte Körperseite war plötzlich gelähmt“, erinnert sich Margret Schöppe aus Marwitz. Seitdem meistert die 73-Jährige den Haushalt mit ihrem Ehemann gemeinsam und unter Mühen. „Jeder Tag ist anders. Oft bin ich einfach schnell erschöpft.“

Ganz anderes erging es Manuela Boerner. Die heute 53-Jährige knickte als Kellnerin immer wieder mit dem Fuß um. Es folgte eine Odyssee durch Arztpraxen. Die Diagnosen reichten von „sie haben nix bis Simulant“. Das ist 16 Jahre her. Inzwischen fällt ihr das Gehen schwer. „In unserer Gruppe fühle ich mich aufgefangen, hier muss ich mich nicht verstellen, hier weiß man, wie es mir wirklich geht“, so die Oranienburgerin, die der Selbhilfegruppe seit knapp zehn Jahren angehört.

Als Einzige noch berufstätig ist Gruppensprecherin Britta Rudolph. Sie konnte vor zehn Jahren „auf einem Auge auf einmal nichts mehr sehen“. Karl Baum, MS-Spezialist im Hennigsdorfer Krankenhaus, rettete ihr dank schneller Behandlung das Augenlicht. Die Heilpädagogin konnte in den Beruf zurückkehren, findet bis heute Verständnis bei ihrem Arbeitgeber. Ihr habe wohl vor allem ein seit 2013 zugelassenes Medikament geholfen, „ich nahm dafür an einer Studie teil“.

Multiple Sklerose wird auch die „Krankheit der 1000 Gesichter“ genannt. Die entzündliche Nervenerkrankung führt zu Lähmungen in verschiedenen Körperregionen.

„Wir können trotzdem gemeinsam viel. Jeder bringt sich im Rahmen der Möglichkeiten ein“, so Rudolph. Ob Weihnachtfeier, Fahrt nach Rheinsberg, Angelausflug oder „Sportfest aus der Einkaufstasche“ mit Teebeutelweitwurf und Handeltraining mit Wasserflaschen im Schlosspark – eine lebensfrohe Runde, die gemeinsam dem Schicksal trotzt.

Von Heike Bergt

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