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Land würdigt Seniorengenossenschaft

Oranienburg Land würdigt Seniorengenossenschaft

Anfang 2015 wurde sie gegründet: Die Seniorengenossenschaft Oberhavel. Inzwischen helfen die acht Ehrenamtler 30 Frauen und Männern im Haushalt, im Garten, beim Gardinenaufhängen. Die Versorgten sind glücklich und es werden mehr. Helfer braucht es deshalb dringend auch zusätzlich.

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Förderer der Seniorengenossenschaft und vier Frauen, die die Hilfe gern in Anspruch nehmen.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Sigrid Hahn kann dank des Fahrdienstes der Seniorengenossenschaft ihren Mann wieder besuchen. An Parkinson erkrankt, kam er ins Pflegeheim Bethke. Sie selbst hatte zwei gebrochene Beine und lebt im betreuten Wohnen in Sachsenhausen. „Ich bin so dankbar, dass es so etwas gibt“, sagt ergriffen.

Hilfe ganz anderer Art hat Käthe Lippert aus Hennigsdorf bei der Anfang 2015 gegründeten Genossenschaft gefunden: „Wenn man gar niemanden hat, braucht man einen Menschen, dem man mal etwas anvertrauen kann. Solche Menschen habe ich seit Jahren gesucht und nun gefunden.“

Ganz handfeste Hilfe hingegen benötigten Ilse Hennig und ihr Mann in Birkenwerder. Sie schaffen noch alles allein im Haus, aber nicht mehr im Garten: „Frau Kinzinger und ein Helfer kamen sonntags vorbei: Wo sie umgegraben haben, wachsen inzwischen Erbsen, Bohnen und Tomaten. Und sie kann mir helfen, eine vertrauenswürdige Fensterputzfirma zu finden.“

So verschieden sieht die Hilfe aus, die die derzeit acht Ehrenamtlichen der Genossenschaft in der Regel nach Feierabend den 30 Mitgliedern geben. Das reicht von Hausarbeiten über Hilfe bei Behördengängen bis zu Winterdienst oder Grabpflege. DRK-Kreisverband, Medimobil und weitere Netzwerkpartner wie Stadt und Woba verfolgen mit der Genossenschaft das Ziel: „Dass Menschen so lange wie möglich selbstbestimmt zu Hause leben können“, so Genossenschaftsvorsitzende Marion Kinzinger. Die Zahl der Hilfsbedürftigen wächst, „deshalb brauchen wir mehr Leute, denen solche Hilfe Spaß macht.“ (0152/54 85 39 93).

Als einzigartige Reaktion auf dem demografischen Wandel, die wohl auch in Barnim und Havelland Schule machen werde, bezeichnete Manfred Bauer, Chef der Koordinierungsstelle Ehrenamtliches Engagement der Staatskanzlei in Potsdam, die Genossenschaft. Und zeichnet sie gestern Nachmittag mit einer Urkunde „Für beispielgebendes Engagement“ aus.

Ab Herbst werden Zeitkonten eingeführt: Wer heute anderen hilft, kann später, wenn er Hilfe braucht, diese Stunden einlösen.

Gisela Wangemann (89) kann schon heute nicht mehr allein auf die Leiter. Aber vor allem will sie jetzt Mitglied werden (monatlich fünf Euro), um Rat zu bekommen, welcher PC für sie der richtige ist.

Von Heike Bergt

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