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Lokales Locke und Franz erinnern sich
Lokales Locke und Franz erinnern sich
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00:17 10.02.2017
„Franz“ Frank Zerfowski (l.) und „Locke“ Thomas Wjasmin vorm einstigen Jugendclub an der Ecke Buchmannstraße/Sandtnerstraße. Beide haben früher hier für Musik gesorgt. Die kam von der Kassette. Selbst bespielt. Quelle: Heike Bergt
Oranienburg

„Hier oben, über der Tür, da hing das FDJ-Schild“, da sind sich „Franz“ alias Frank Zerfowski und „Locke“ alias Thomas Wjasmin absolut einig. An der Ecke Albert-Buchmann-Straße/Augustin-Sandtner-Straße befand sich zu Ostzeiten der Jugendclub „Freudschaft“. Einer von drei Clubs in Oranienburg, erklärte Frank Zerfowski. Der zweite war am G-Haus in der Bernauer Straße, der dritte in der Koblenzer Straße in der Neustadt. „Das waren Zeiten!“ Im Ärzteviertel sei er aufgewachsen, „meine Freundin hat im Neubauviertel gewohnt. Ab 18 war ich hier“, erinnert sich der heute 50-jährige Berufskraftfahrer aus Oranienburg. Leiter im Club habe er mehrere erlebt: Lutz Käding, Dietmar Pehlke, Bergie Stockmann. „Ich war eigentlich täglich hier. Eine klasse Zeit. Man behält ja nur det Jute“, findet „Franz“.

Maximal 92 Leute durften rein in den Club „Freundschaft“. „Wir waren die Chaos-Disco“, sagt Thomas Wjasmin und lacht. „Weil wir immer so chaotisch alles durcheinander gespielt haben.“ Das Dreamteam Locke und Franz – zusammen hat es den Laden gemanagt.

Freitags war „P 16“, erinnern sie sich, von 17 bis 22 Uhr, sonnabends Disco für alle ab 18 und sonntags für die „Kleinen“ ab 14 von 15 bis 18 Uhr. Hauptsache coole Musik, Hauptsache dunkel. Kraftsportler Thomas Wjasmin stand am Einlass. Ließ die Muskeln spielen und sorgte für Ordnung in der Schlange: „Sonnabends war es hier immer proppenvoll. „Wir waren hier der Popperclub“, erinnert sich „Techniker“ Frank Zerfowski. „Schicke Klamotten, gemixte Cocktails an der Bar, Kraftsportler am Einlass und sonnabends Toast Hawaii“, beschreibt er es. „Da gab’s schon ein bisschen Rivalität unter den Clubs.“ Was es Eintritt gekostet hat? 1,50 Mark? So teuer? Oder doch nur einige Groschen? Ratlosigkeit. Auf jeden Fall bezahlbar.

Die beiden spätern Fußballtrainer haben damals zusammen Nebellampen von Trabis zur Lichtanlage umfunktioniert, auch die Glitzerkugel war Marke Eigenbau aus Spiegelscherben. Ebenso das Mischpult aus Klinker. Bier und Bouletten wurden selbst herangeschafft. „Wir waren die ganze Woche hier, haben gequatscht und abgehangen. Eine tolle Zeit“, findet auch Thomas Wjasmin (49), der als Gabelstaplerfahrer arbeitet. „Wir haben uns geholfen, wenn das Auto nicht ansprang, sind gemeinsam mit 40 Mann in die Ferien nach Feldberg gefahren. Natürlich hatten wir hier unsere Freundin.“

Die Musik kam damals vom Band. Kassetten waren der Hit. Gespielt wurde Depeche Mode, die New-Wave-Band Visage, Frankie goes to Hollywood und Titel der Neuen Deutschen Welle. Natürlich waren die beiden ausgebildete „DJs“. Und gespielt werden durften nur Titel im Verhältnis 60/40: 60 Prozent Musik von Ostbands, 40 von Bands aus dem kapitalistischen Ausland. „Das wurde ständig kontrolliert. Spitzel waren hier immer drin. Immer zwei Leute dabei“, erinnert sich „Franz“, der Kassetten zu Haus mit Rias-Musik bespielte, „im Club war das Radio verplombt, da gab es nur Radio DDR. Heute lacht man drüber.“

Gut erinnern können sich die beiden DJs an den Besuch von Matrosen „von einem Patenschiff, die uns Bürgermeisterin Hildegard Busse in den Club schickte. Die haben was vertragen. Später haben wir sie dann an der Küste besucht“, sagt „Locke“. „Die Ostzeiten haben uns geprägt“, findet Thomas Wjasmin. „Wenn Not am Mann war, waren alle da. Und das Familiäre, das fanden auch die Wessis so toll.“

Heute hat jeder Beruf und Familie, ab und zu trifft man sich auf der Straße. Den Club hatte später der Arbeiter Samariter Bund (ASB) übernommen, dann machte die Woba eine Wohn-WG draus.„Die Erinnerungen bleiben“, sind sich Franz und Locke mal wieder einig.

Von Heike Bergt

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