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Luther mit Nadel und Faden

Oranienburg Luther mit Nadel und Faden

Seit Jahren treffen sie sich dienstags zum gemeinsamen Patchwork-Kurs, die 13 Frauen des Creativ Centrums in Oranienburg. Jedes Jahr schaffen sie Kunstwerke mit Nadel und Faden. Diesmal zum Thema Luther und die Reformation. Ab Mittwoch werden sie ausgestellt.

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Die Arbeiten der Frauen zeigen allesamt Motive, die alle mit Luther, seinem Leben und der Reformation in Verbindung stehen.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Der Dienstag ist jeder von ihnen heilig: Dann treffen sich die 13 Frauen der Patchworkgruppe von 10 bis 12 Uhr in den Räumen des Creativ Centrums in der Havelgrundschule. Um gemeinsam Kunstwerke mit Nadel und Faden entstehen zu lassen. Im Luther-Jahr 2017 sind es Motive rund um das Leben und die Verdienste des Reformators. Wie Bilder, nicht wie Arbeiten aus Stoff, wirken die Motive. Zeigen unter anderem Luther, seine Frau Katharina von Bora, die Szene des Ablasshandels und die Lutherrose. Alle Arbeiten sind ab Mittwoch im Schaufenster der Oranienburger Runge-Buchhandlung in der Bernauer Straße zu sehen. Und bleiben es für nur 14 Tage. Zu viel Licht ließe sie verbleichen.

Die Runde der Patchworkfrauen gibt es schon so lange, wie das Creativ Centrum: 23 Jahre. Leiterin Christiane Neumann, Gudrun Dietrich, Christine Preußel sind von Anfang an dabei, haben das Creativ Centrum einst mitbegründet. Zudem die Keramikerin Frauke Gerhard aus Eden.

Seit 1993 reist Lore Toptschian aus Baumschulenweg extra zum Treff der Patchworkerinnen an. Die 81-Jährige liebt den gemeinsamen kreativen Vormittag. Patchworkarbeiten entstehen jedes Jahr zu neuen Themen, dazu gehörten bunte Bilder aus Stoff über „Erfinder und Entdecker“, die Landesgartenschau, zum „Oranierjahr“ über Indien oder Schlösser und Herrenhäuser. Und sie schmücken inzwischen Räume der Stadtverwaltung, in der Kinderbibliothek, im Hospiz und im Edener Café. Die Luther-Arbeiten waren bereits in der Kirche Stolpe ausgestellte und im Gotteshaus in Löwenberg. Nun also in Oranienburg und ab April im Landratsamt.

Bei einer Arbeit beginnt alles mit dem Thema. Wie kann man es bildlich darstellen? Elske Fuhrmann hat Luther beim Anschlagen seiner Thesen verewigt: „Das hatte ich mir so einfach vorgestellt, aber die Stadtsilhouette, da steckt viel Arbeit drin. Und die Chefin lässt nur Akkuratesse zu“, sagt sie und lacht. „Christiane Neumann ist schon anspruchsvoll, gibt Hinweise, welche Stoffe und Farben am besten korrespondieren, wie man das Thema bildlich gut umsetzt. Alles muss eine Einheit bilden“, so Christine Preußel. Die Bilder selbst entstehen dann aus drei Lagen Stoff.

Das Motiv wird mit Plattstickstichen herausgearbeitet, auch mit Stofffarben verziert oder Borten und Pailletten. Dann kommt eine Lage Flies unters Bild, dessen Umrisse dann „gequiltet“, sprich mit kleinen Stichen festgenäht werden. Eine Symbiose aus applizieren, besticken, bemalen und quilten.

Viele der Frauen sitzen jeden Abend daheim und arbeiten an ihrer „Bildern“: „Es ist doch herrlich, so am Abend vor sich hin zu fummeln“, sagt Christiane Neumann. „Es ist eine Sucht“, bestätigt Marion Wallner, „die Hände können meist noch, nur der Rücken nicht“. Vorher höre sie aber nicht auf. Für die 13 Frauen ist der Dienstagvormittag auch ein sozialer Treff, bei dem sie gern lachen und sich austauschen.

Und schon haben sie ein neues Thema in Angriff genommen. 2017 ist der 300.Todestag der Künstlerin und Naturforscherin Maria Sibylle Merian, die Reisen nach Südamerika führten. Und die dort die Fauna und Flora akribisch in Zeichnungen festhielt. Und so entstehen auf den neuen Bildern Blüten, Schmetterlinge, Raupen und winzige Käfer. 2018 sind diese dann zu sehen

Von Heike Bergt

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