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Mit Kostümen und jeder Menge PS

Der Countdown läuft Mit Kostümen und jeder Menge PS

Die Tage sind gezählt: In 18 Tagen findet der große Festumzug durch Oranienburg anlässlich der 800-Jahr-Feier statt. Die Aufstellungspläne sind fertig, die Kostüme hat Ulrich Koltzer am Donnerstag ausgesucht. Ein paar wenige Statisten fehlen noch.

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Festumzugskoordinator Ulrich Koltzer (l.) und Teamkollege Julius Steffen im Kostümverleih.

Quelle: TKO

Oranienburg. Der Countdown läuft: In 18 Tagen setzt sich um 13 Uhr der große Festumzug anlässlich der 800-Jahr-Feier von Oranienburg in Bewegung. 1730 Menschen werden dabei sein, 13 Kutschen, jeweils von zwei PS gezogen, und jede Menge Fahrzeuge – vom Tieflader bis zum himmelbauen Trabant. „Ja, die Leute werden langsam hellwach, der Adrenalinspiegel steigt. Viele, die mitmachen, sind berufstätig, es bleiben also noch zwei Wochenenden und einige Feierabende. Jetzt rennt die Zeit“, empfindet auch Umzugsorganisator Ulrich Koltzer von der TKO.

Am Donnerstag hat er im Verleih von Annette Abert in Gransee die Kostüme ausgesucht. 70 Statisten werden ausstaffiert, „es sind auch ganze Familien dabei“. Mangel herrscht lediglich noch „an zwei Herren für die Zeit der 20er-Jahre“. Angesichts vielen schöner Frauen mit Federboa und Charlestonkleid im Fransenlook, müssten die doch noch zu finden sein, hofft Ulrich Koltzer. Ob Feuerwehrmann von anno dazumal oder Seebär vom Kurbrandenburgischer Marineverein – alle sind im zeitgemäßen Outfit mit von der Partie.

Der Aufstellungsplan für den Umzug ist fertig. Während das „Fußvolk“ auf dem Park-&-Ride-Platz an der Stralsunder Straße Aufstellung nimmt, platzieren sich die Tieflader, Autos und Oldtimer auf dem Bus-Bahnhof nebenan. Die Kutschen werden auf dem Platz vor der Turmcity angespannt. Auf der Stralsunder Straße fädelt sich alles zusammen.

„Natürlich haben wir Pferde dabei“, sagt Koltzer. Die 2015 gegründete bundesweite „Pferdeschutz-Initiative 2015“, die sich dem Missbrauch von Vierbeinern bei Pferdhaltung und Pferdsport entgegen stellt, hatte die Oranienburger Festumzugs-Organisatoren aufgefordert, Pferde beim Festumzug zu verbieten. Begründung: Der Einsatz sei für Mensch und Tier zu gefährlich. Das sieht Ulrich Koltzer nicht so: „Da sind schließlich Profis am Werk. Natürlich ziehen die Kutschen solche Tiere, die Erfahrung damit haben, keine heißblütigen Reitpferde. „Wir wollen sie trotzdem aus dem Aufstellungstrubel raushalten. Deshalb wird vorm Turm getränkt, gefüttert angespannt. „Auch auf Böllerschüsse vorm Schloss haben wir im Interesse der Tiere verzichtet.“ Mehr als eine dreiviertel Stunde seien die Pferde mit den Kutschen nicht unterwegs. Rösser und Kutschen kommen aus Gransee und Buchholz.

Ab 11 Uhr werden die Fahrzeuge des Festumzuges dann abgenommen: Sind die Brüstungen stabil, damit niemand herunterfallen kann? Sind die Aufbauten rutschfest, falls es regnet? An der Spitze steht um 13 Uhr der Bürgermeister im Eröffnungsbild mit Stadtwappen und Nennungsurkunde. Dann reihen sich in chronologischer Abfolge 63 Schaubilder aneinander. Alle Themen und Zeiten sind inzwischen besetzt, auch die bisherige „DDR-Lücke“. „Wir haben auch FDJ-Hemden ausgeliehen und einen himmelblauer Trabi dabei“, freut sich Koltzer.

Wie ein roter Faden ziehe sich das Thema Zuwanderung durch den Festumzug: ob Slawen, Hugenotten oder Spätaussiedler – „Oranienburgs Geschichte ist die von Zuwanderung und sie hat der Stadt immer genutzt und sie nach vorn gebracht.“ Gewünscht hätte sich Ulrich Koltzer noch ein Bild zum Thema „Kaltwalzwerk“, schließlich gebe es kaum eine Familie in der Stadt, in der nicht ein Mitglied im Unternehmen gearbeitet habe. „Aber so was muss von innen kommen, das kann man nicht verordnen. Da muss man auch Mut zur Lücke beweisen. Der Umzug wird so, wie die Menschen ihn machen.“

Von zwei Bühnen aus wird der Umzug kommentiert. Sie stehen auf der Bernauer Straße, nahe der Bahnbrücke und auf dem Boulevard. Den Abschluss macht ein Partywagen mit Oranienburger Bands, die das Bindeglied sind zum anschließenden Fest.

Die Innenstadt bleibt für die Zeit des Umzugs für den Autoverkehr tabu. An Parkplätzen gebe es keinen Mangel, so Koltzer: Der ehemaliger Laga-Parkplatz an der Walther-Bothe-Straße werde reaktiviert und Takeda öffnet seinen Betriebsparkplatz an der Kreuzung Picanstraße/Lehnitzstraße. Ansonsten hofft Ulrich Koltzer, dass die Oranienburger heranströmen, um den Festumzug an den Straßen lautstark zu begrüßen.

Von Heike Bergt

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