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Mitreißender Auftakt

Königs Wusterhausen Mitreißender Auftakt

Das renommierte Musikfestival der „Schlosskonzerte Königs Wusterhausen“ startet in der Kreuzkirche in die erste Runde. Weiter geht es dann am 23. September mit dem Duo Aust.

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Gerlint Böttcher, Simon Höfele (l.) und das Kammerorchester unter Leitung von Dirigent Aurélien Bello boten ein eindrucksvolles Konzert.

Quelle: Heidrun Voigt

Königs Wusterhausen. Es war ein vielversprechender Auftakt für das kleine, aber hochkarätige Festival „Schlosskonzerte“ am Samstagabend in der Kreuzkirche Königs Wusterhausen. Seit dessen Start vor vier Jahren eröffnete das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim zusammen mit der Pianistin Gerlint Böttcher bereits mehrmals die Konzertreihe. Es ist jedes Mal spannend, mit welchem Programm Gerlint Böttcher, die zugleich künstlerische Leiterin der Reihe ist, überrascht. Mit der „Humoreske Nr. 7“, dem wohl bekanntesten Klavierstück des Böhmen Antonín Dvorák, begann der Abend.

Es folgte Leoš Janáceks „Idyll für Streichorchester“. Der 13 Jahre jüngere Mähre schrieb das Werk im Alter von 23 Jahren. Der Einfluss von Dvorák, den er verehrte, ist noch zu erkennen. Das Orchester unter Leitung des jungen Dirigenten Aurélien Bello überzeugte mit einem nuancierten Spiel. Bello, übrigens seit 2009 ständiger Dirigent der Jungen Philharmonie Brandenburg, führte die Streicher zu bildhaftem, harmonischen Klang. „Es ist wunderbar, wie 14 Musiker diese große Kirche füllen. Ich habe das Orchester schon vor zwei Jahren gehört und freue mich jetzt auf Gerlint Böttcher“, so die Schulzendorferin Gabriele Eimer in der Pause.

Das Publikum erklatschte sich eine Zugabe

Das Publikum erklatschte sich eine Zugabe.

Quelle: Heidrun Voigt

Im zweiten Teil des Konzerts standen Vincenzo Bellini und Dimitri Schostakowitsch auf dem Programm. Bellinis Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur interpretierte der Trompeter Simon Höfele beeindruckend facettenreich und einfühlsam. Der Höhepunkt des Abends war zweifellos Schostakowitschs Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester Nr. 1. Ein ungewöhnliches Werk, denn dem virtuosen Piano-Part setzte Schostakowitsch mit der Trompete ein zweites Soloinstrument entgegen.

Gerlint Böttcher meisterte brillant jede melodische und rhythmische Wendung. Die unterschiedlichen stilistischen Ebenen, die Schostakowitsch vergnügt durcheinanderwirbelt, erreichten eine große Prägnanz. Simon Höfele stand der Pianistin in seinem Part in nichts nach. Der 23-jährige Trompeter ist Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe. Mit sieben erhielt er den ersten Trompetenunterricht in seiner Heimat Darmstadt. Als 14-Jähriger studierte er dort an der Musikhochschule.

Die künstlerische Leiterin und Solistin des Abends lebt in Eichwalde

Dass Gerlint Böttcher und das 1950 gegründete Kammerorchester sich schon länger musikalisch kennen, wurde in ihrem ausbalancierten Zusammenspiel deutlich. Gerlint Böttcher, die in Eichwalde lebt, debütierte mit 15 Jahren als Solistin des Philharmonischen Orchesters Frankfurt (Oder) und studierte an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin. Dort lehrt sie heute neben ihrer Konzerttätigkeit. „Die Musiker spielten fantastisch und Gerlint Böttcher ist immer bezaubernd – dadurch wie sie spielt, aber auch durch ihre Persönlichkeit“, meinte Erika Gehrke aus Zossen.

Veranstalter der Konzertreihe ist der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft e. V.. „Ohne Sponsoren wäre dieses Festival nicht möglich. Königs Wusterhausen kann stolz darauf sein, dass es solch Unternehmertum hier gibt“, meinte Andreas Apelt, Bevollmächtigter des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft.

Am 23. September treten Klarinettistin Bettina Aust und Pianist Robert Aust in den Kavalierhäusern auf.

Von Heidrun Voigt

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