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Mobile Abwasserentsorgung wird wieder teurer

Amt Friesack Mobile Abwasserentsorgung wird wieder teurer

Die mobile Abwasserentsorgung im Bereich des Amtes Friesack wird ab 1. Januar wieder teurer. Grund sind die erneut gestiegenen Transportkosten. Hingegen zahlen Bürger, die ans zentrale Abwassernetz angeschlossen sind, auch künftig einen Preis von 4,25 Euro pro Kubikmeter. Das ist das Ergebnis der Neukalkulation der Gebühren.

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In Paulinenaue wird 2016 ins Abwassernetz investiert.

Quelle: Andreas Kaatz

Friesack. Es gibt gute Nachrichten für die Bewohner des Amtsbereiches Friesack, die ans Abwasserkanalnetz angeschlossen sind: Die Kubikmeterpreise bleiben auch in den Jahren 2017 und 2018 konstant. Somit werden sie wie in den beiden zurückliegenden Jahren 4,25 Euro zahlen. Anders sieht es hingegen bei den Bürgern aus, die zu Hause noch eine Sammelgrube haben. Sie müssen sich auf eine Preiserhöhung einstellen. Statt bisher 5,64 Euro werden bei der mobilen Entsorgung künftig 6,15 Euro pro Kubikmeter fällig.

Die neuen Gebühren hat jetzt die Versammlung des Abwasserzweckverbandes „Havelländisches Luch“ beschlossen. Hintergrund ist die turnusmäßige Neukalkulation. „Wir haben eine positive Situation. Eigentlich sollten die Mengen zurück gehen, tatsächlich sind sie aber gestiegen – sowohl bei der leitungsgebundenen als auch bei der mobilen Entsorgung“, sagt Günter Fredrich. Die Entsorgungsmengen haben sich auf 109 beziehungsweise 105 Prozent erhöht. Der Geschäftsführer der Osthavelländischen Wasser- und Abwasserbetriebe (Owa) – Betriebsführer des Zweckverbandes – nennt als einen Grund, dass der Bevölkerungsrückgang doch nicht ganz so hoch war wie prognostiziert.

Dadurch gab es mehr Erlöse, die aber gemindert wurden durch zu viel gezahlte Gebühren in den Jahren 2013 bis 2015, wie aus der jetzt vorgelegten Nachkalkulation hervor geht. Unterm Strich wurden rund 100 000 Euro zu viel eingenommen. „Das Geld müssen wir jetzt an die Kunden zurück geben“, sagt Fredrich. In den Gebühren waren mehr Ausgaben veranschlagt, als am Ende erforderlich waren. So nahm beispielsweise die Owa für ihre Betriebsführung rund 16 000 Euro weniger in Anspruch. Aber auch die Summe, die für die Einleitung des gereinigten Abwassers in die Gewässer zu zahlen ist, fiel geringer aus. Weil die Reinigungsleistung im Klärwerk höher war als geplant, mussten statt 22 000 Euro nur 19 000 Euro gezahlt werden.

Wegen der Verrechnung mit den zuviel gezahlten Gebühren bleibt es somit bei der leitungsgebundenen Entsorgung bei der bisherigen Gebührenhöhe. Die hätte sonst bei 4,38 Euro pro Kubikmeter gelegen. Bei der mobilen Entsorgung fielen hingegen die erneut angestiegenen Transportkosten deutlich ins Gewicht. Grundlage bildete die erneute Ausschreibung der Leistungen. Den Zuschlag erhielten wie zuvor die Havelländischen Abfallbetriebe (HAW), wie Fredrich sagt.

Der von der Verbandsversammlung ebenfalls verabschiedete Wirtschaftsplan geht von veränderten Mengen aus, die sich aber letztlich nur verschoben haben. Denn 2015 und 2016 ist das Dorf Warsow ans Kanalnetz angeschlossen worden, die Einwohner dort leiten mittlerweile ins Klärwerk Wagenitz ein. Somit wird bei der leitungsgebundenen Entsorgung für 2017 mit einer Abwassermenge von 119 000 Kubikmeter gerechnet, im Gegensatz zu 2016, als noch 114 500 Kubikmeter festgesetzt worden waren. Umgekehrt sieht es bei der mobilen Entsorgung aus: 82 500 zu 84 000 Kubikmeter.

Im nächsten Jahr beginnen die Vorbereitungen für den Anschluss von Brädikow ans Schmutzwassernetz, 40 000 Euro sollen für die Planung ausgegeben werden. Die Bauarbeiten in den Jahren 2018 und 2019 sollen jeweils rund 300 000 Euro kosten. Dazu wird es allerdings auch notwendig sein, dass der Zweckverband nach langer Zeit wieder einen Kredit aufnehmen muss.

Von Andreas Kaatz

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