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Neue Ausstellungsstücke im Schloss

Oranienburg Neue Ausstellungsstücke im Schloss

Zwei neue Gemälde und ein symbolischer Schlüssel aus Gold, den der Große Kurfürst 1655 Lorenz-Christoph von Somnitz zur Amtseinführung als Erbkämmerer von Hinterpommern verlieh, gehören seit ein paar Tagen zu den Ausstellungsstücken im Oranienburger Schloss. Es kommt bald noch mehr Gold.

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Kastallanin Berit Gloede mit dem brillantenbesetzten Schlüssel. Die Leihgabe aus Privathand bleibt vorerst für zwei Jahre im Schloss.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Mit drei neuen Exponaten kann das Oranienburger Schloss jetzt aufwarten. Dazu gehören zwei Gemälde, die zum einen den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg zeigen und zum anderen Gattin Dorothea. Die Prinzessin von Holstein-Glücksburg war die zweite Frau des Kurfürsten nach dem Tod Louise Henriettes. Er heiratete die Witwe im Jahr 1668.

„Es ist das erste Mal, dass bei uns im Schloss ein Bildnis dieser Kurfürstin zu sehen ist“, so Kastallanin Berit Gloede. Die beiden Ölgemälde nach Bildern von Jacques Vaillant, jedes etwa 60 mal 50 Zentimeter groß, hingen nachweislich bis mindestens 1743 im Schloss Oranienburg. Wann sie aus den preußischen Sammlungen verschwanden, bleibt unklar. Erst 2015 hatte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten die beiden Gemälde zurückgekauft. Das einstige Originalinventar ist vor drei Wochen nach als Oranienburg zurückgekehrt.

Gut unter Verschluss befindet sich der Schlüssel des Brandenburgischen Erbkämmerers von Hinterpommern Lorenz-Christoph von Somnitz. Seit Freitag ist die Amtsinsigne in der Porzellangalerie zu sehen. Mit der Übergabe 1655 durch den Großen Kurfürsten ernannte er ihn zum Erbkämmerer und bekräftigte hiermit das Brandenburg 1529 zugesicherte Erfolgerecht auf das damals noch von den Schweden beherrschte Herzogtum Pommern-Stettin. Die Herrschaft der schwedischen Krone über Pommern endet mit dem Frieden von Stockholm im Jahr 1720. Von Somnitz entstammte altem Pommerschem Adelsgeschlecht und war für den Kurfürsten vor allem auch in diplomatischem Auftrag unterwegs. Er spielte als Gesandter bei wichtigen Friedensverhandlungen eine große Rolle. Der Kurfürst vertraute ihm offenbar deshalb auch den Schlüssel zum Geld an.

Dieser besteht aus purem Gold und ist mit Brillanten besetzt. Am Ring sind die Worte „Zum Erbkämmereramt in Hinterpommern anno 1655“ eingraviert. Den Schlüsselbart füllt ein in Rot emaillierter „Pommerscher Greif“. Der Große Kurfürst hat zwei dieser Schlüssel samt Amt vergeben: An von Somnitz und Freiherr Otto von Schwerin. Sein Schlüssel ist nicht mehr auffindbar.

Der symbolische Türöffner von Somnitz’, der zuvor im Schloss Charlottenburg zu sehen war, ist Leihgabe eines Privatmannes, der nicht genannt werden möchte. Im Oranienburger Schloss ist er voraussichtlich bis 2018 zu sehen.

Im September dieses Jahres tritt ein weiteres Kleinod die Reise nach Oranienburg an: ein Goldbecher aus dem Besitz Friedrich Wilhelms III., den die Stiftung erst kürzlich erworben hat. Ab 4. September ist das einzigartige Artefakt im Groteskensaal ausgestellt. Der Fabrikant Georg Friedrich Hempel ließ 1827 den Becher aus dem Gold alter „Scheidemünzen“ für Friedrich Wilhelm III. anfertigen.

Von Heike Bergt

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