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103 Familien sind angemeldet

Flüchtlinge drängen an die Tafel 103 Familien sind angemeldet

Seit Februar melden sich immer mehr Flüchtlingsfamilien auch an der Oranienburger Tafel an. „Wir haben vergleichsweise viele Lebensmittel zu vergeben. Noch können wir das stemmen“, so die Chefin des Arbeitslosenservice, Viola Knerndel.

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Seit anderthalb Jahren Tafelchefin: Anja Lemcke.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. „Noch können wir den Ansturm an die Tafel stemmen. Aber ich denke, auch wir kommen an unsere Grenzen“, schätzt Viola Knerndel. „Solange es geht, können sich die Flüchtlinge gern bei uns melden“, so die Chefin des Arbeitslosenservice in der Strelitzer Straße. Seit Februar nehme die Zahl der Flüchtlingsfamilien, die sich an der Tafel melden, um einmal die Woche eine Kiste mit Lebensmitteln zur Unterstützung zu erhalten, stetig zu. „Aktuell haben sich 103 Familien beziehungsweise Einzelpersonen bei uns angemeldet“, so die Oranienburgerin Anja Lemcke, die seit anderthalb Jahren die Tafel leitet, und mit ihren Mitarbeitern die Lebensmittelkisten für die Ausgabetage vorbereitet. Dienstags und freitags ist Ausgabetag in Oranienburg. Pro Tafeltag werden rund 100 Oranienburger Familien versorgt. So auch gestern.

Die Asylbewerber und Flüchtlingsfamilien kämen unter anderem aus Rumänien, Tschetschenien, aus Albanien, Mazedonien, aus Syrien und Eritrea, so Anja Lemcke. „Die Lage war anfangs schwierig. Es kam zu Streitigkeiten vor allem untereinander“, erinnert sich Viola Knerndel. „Deshalb haben wir entschieden, für alle, die sich neu anmelden, einen separaten Ausgabetag einzurichten.“ Was in die Kiste pro bedürftige Familien kommt „ist absolut für alle gleich. Immer das, was wir am Tag erhalten, wird gerecht verteilt. Da achten wir drauf, um Neid und Ärger vorzubeugen.“ Natürlich achte man auch darauf, dass Menschen, die kein Schweinefleisch essen, wenn möglich, andere Lebensmittel bekommen, so Anja Lemcke. Anfangs hätten sie mit Händen und Füßen erklärt, was man mit Milch, Eis und Erdbeeren anfangen kann. Und auch, dass es hier vegetarische Bratwürste gibt. Schwierig gestalte sich die Vorbereitung der Lebensmittelkisten für die Flüchtlingsfamilien: Mal kämen am Ausgabetag zehn, mal 60, so Viola Knerndel. „Doch wir verteilen alles absolut gerecht.“ Wer etwas nicht möchte, könne es auspacken. Viele tauschten im Hof Brötchen, die der eine nicht mag, aber der andere. „Das ist alles sehr gut. Hauptsache es wirft niemand etwas weg“, betont Knerndel.

Generell könne die Oranienburger Tafel mit ihren Ausgabestellen in Liebewalde und Velten nicht klagen, vor allem, weil sie vom Rewe-Auslieferungslager und vielen Supermärkten profitieren könne. 14 Tafeln gibt es in Brandenburg, vor allem im Südkreis, wie an den Tafeln in Luckenwalde, Forst, Senftenberg und Großräschen seien die Kisten für jeden Bedürftigen bei Weitem nicht so gut gefüllt wie in Oranienburg. „Manchmal bekommen wir ein ganzes Auto voller Paprika oder Apfelsinen, dann geben wir auch an die anderen Tafeln etwas ab.“

Die Flüchtlingsfamilien nutzen auch die „Fundgrube“ des Arbeitslosenservice. Vor allem Decken, Wintersachen, Kinderwagen und Hausrat sind gefragt. Wer solche Dinge übrig hat, kann sie gern in der Strelitzer Straße 5 bis 6 bringen „Viele Menschen und Institutionen fragen an, womit sie Gutes tun können“, freut sich Viola Knerndel.

Von Heike Bergt

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