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Oberhavel 105 Jahre und immer ein Lied auf den Lippen
Lokales Oberhavel 105 Jahre und immer ein Lied auf den Lippen
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00:30 27.05.2018
Anna Freudenreich wurde Mittwoch 105 Jahre alt. Tochter Monika (73) und Schwiegersohn Bernd (79) Schmidt waren die ersten Gratulanten. Auch Anna Freudenreichs andere zwei Kinder kamen noch zum Gratulieren. Quelle: Jeannette Hix
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Oranienburg

Mal ein Gläschen Eierlikör, immer positiv denken und ganz oft ein Liedchen trällernd – mit diesem Lebensmotto ist Anna Freudenreich 105 Jahre alt geworden. Mittwoch feierte die elffache Oma zigfache Ur-Oma im domino-world-Club Oranienburg ihren Geburtstag. Auch Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) kam zum Gratulieren.

Eine Eierkuchentorte steht auf dem Tisch und ihren Händen hält Anna Freudenreich ein Gläschen Eierlikör. „Mmmh, das schmeckt“, sagt sie und plötzlich fängt sie mit lauter Stimme an zu singen: „Weil heute mein Geburtstag ist, da haben wir gedacht: wir singen dir ein kleines Lied, weil dir das Freude macht.“ Anna Freudenreich liebt das Singen, erfahren wir.

„Wenn ich meine Mutter besuche, höre ich sie im Zimmer singen.“

„Wenn ich aus dem Fahrstuhl komme, um meine Mutter zu besuchen, höre ich sie schon in ihrem Zimmer singen. Sie war und ist so ein fröhlicher Mensch – schon ihr Leben lang. Nie habe ich sie klagen hören“, sagt Anna Freudenreichs Tochter Monika Schmidt (73), die mit ihrem Mann Bernd (79) zu Besuch kam. Nachmittags hat sich dann noch Anna Freudenreichs andere Tochter Anita (79) angekündigt. Auch Sohn Ulrich (67) schaut vielleicht noch vorbei. Anna Freudenreichs viertes Kind Horst ist mit nur 58 Jahren verstorben. „Sein Herz hat versagt. Es war schwer für meine Mutter, den Tod des Sohnes mitzuerleben“, sagt Monika Schmidt. „Ich hoffe, dass meine Mutter mir ihre guten Gene vererbt hat und ich im späteren Alter auch noch so fit und gesund bin.“

Und kaum hat sie das ausgesprochen, ist Anna Freudenreich nach einem kurzen Nickerchen am Tisch im Rollstuhl auch schon wieder hellwach. Sie blickt kurz in die Runde, mustert jeden aufmerksam (beim jungen Bürgermeister Alexander Laesicke verweilte ihr Blick kurz etwas länger) und dann sagte sie: „Oh, ich weiß. Ich habe heute Geburtstag.“

Noch mit 102 hat sie ihren Haushalt alleine geschmissen

Und der war am 23. Mai 1913. Unglaublich, was diese Frau alles erlebt hat - zwei Weltkriege, Hunger, Leid und Not. „Meine Geschwister und ich sind in sehr einfachen Verhältnissen aufgewachsen“, erinnert sich Monika Schmidt. Alle sind waschechte Oranienburger. „Damals als ich noch klein war, haben wir in einer Kellerwohnung in der Rungestraße gewohnt – zu sechs in zwei Zimmern mit Küche und Klo. Ein Bad gab es nicht. Wir Kinder wurden immer in einer großen Zinkwanne gewaschen. Und obwohl es sehr eng war, erinnere ich mich gerne an die Zeit zurück. Wir hatten oft Besuch von der Verwandtschaft und dann haben wir gemeinsam gesungen und der Vater meiner Mutter hat dazu Akkordeon gespielt. Als ich 1963 dann mit der Lehre anfing, sind meine Eltern in die Lindenstraße gezogen“, erzählt Monika Schmidt. Und obwohl die Jubilarin Anna Freudenreich gemeinsam mit ihrem Mann Paul (verstarb 2003 88-jährig) vier Kinder großzuziehen hatte, ging sie immer arbeiten. „Sie hatte eine Stelle in der Waldstraße und hat dort bei Leuten im Haushalt und im Garten geholfen“, sagt Monika Schmidt. „Und obwohl das Geld bei vier Kindern immer knapp war und mein Vater als Chemiearbeiter auch nicht viel verdient hat, hab ich meine Mutter nie klagen gehört. Ihre positive Ausstrahlung ist ansteckend.“

„Ihre positive Ausstrahlung ist ansteckend.“

Unglaublich: Noch im Alter von 102 Jahren hat Anna Freudenreich alleine zu Hause in der Lindenstraße ihren Haushalt geschmissen. Monika Schmidt und die anderen Kinder kamen und kommen oft zu Besuch. Und dann holt Monika Schmidt erst mal die Lockenwickler und die Schere raus. Die gelernte Friseurin macht ihrer Mama dann die Haare schön. „Das sind die Momente, die ich mit meiner Mutter genieße. Ich kann es mir ohne sie gar nicht so recht vorstellen.“

Von Jeannette Hix

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