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13 Euro Beute – Dreieinhalb Jahre Gefängnis

22-jähriger Oranienburger wegen räuberischer Erpressung verurteilt 13 Euro Beute – Dreieinhalb Jahre Gefängnis

Seine Opfer soll er teilweise mit einem Messer bedroht haben: Der 22-jährige Marlon B. aus Oranienburg muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis –– für eine Beute von insgesamt 13 Euro.

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Quelle: dpa

Neuruppin. "Ich habe zwei Körperverletzungen begangen, aber auch nicht mehr", sagte Marlon B. am Donnerstag. Das sah das Landgericht Neuruppin anders. Es verurteilte den 22-Jährigen zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren, unter anderem wegen räuberischer Erpressung.

"Sie neigen offenbar dazu, sich unter irgendwelchen dummen Vorwänden Geld zu verschaffen", sagte der Vorsitzende Richter Gert Wegner. So zog Marlon B. dem 23-jährigen Mark L. am 13.September vergangenen Jahres in Oranienburg zehn Euro ab, als Strafe dafür, dass dieser eine gemeinsame Bekannte nachts im Krankenhaus besucht hatte. Dafür, dass Mark L. ihn angezeigt hatte, wollte der Angeklagte auch wieder Geld von ihm haben. Doch Mark L. war durch die erste Begegnung mit dem Angeklagten so nachhaltig beeindruckt, dass er nach eigenen Angaben abends kein Geld mehr mitnimmt.

Am 4.September erleichterte Marlon B. den 45-jährigen Thomas L. um drei Euro. Der war gerade mit seinem Hund auf dem Weg zum Supermarkt, um sich Bier zu kaufen, als ihn der Angeklagte abfing, bedrohte und ihm seine letzten Euro abknöpfte. Einen Monat zuvor hatte Marlon B. im betrunkenen Zustand Streit mit zwei Männern. In dessen Verlauf verteilte er Faustschläge und eine Kopfnuss. Diese Tat hatte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag zugegeben.

Es sei unfair, wenn er für die anderen Sachen nur wegen seiner Vorstrafen verurteilt würde, sagte Marlon B. am Donnerstag. Obwohl er sie ja nicht begangen habe, wie er beteuerte. Das Gericht war jedoch davon überzeugt, dass die Taten so geschehen waren, wie sie die Opfer geschildert hatten. "Wer jemanden zu Unrecht belastet und ihn ins Gefängnis bringen will, der behauptet nicht, dass ihm drei oder zehn Euro abgepresst worden sind", sagte Wegner. Die Vorstrafen spielten eine Rolle. "Dann müssen Sie solange artig sein, bis diese gelöscht sind."Von der Schuld des Angeklagten war auch Staatsanwältin Döring überzeugt. Sie war jedoch anders als das Gericht der Ansicht, dass Marlon B. seine Opfer teilweise mit einem Messer bedroht hatte. Sie forderte eine Strafe von sechseinhalb Jahren. "Marlon B. saß wegen ähnlicher Taten bereits im Gefängnis", sagte Döring. Auch, wenn es nicht um große Summen gehe, die kriminelle Energie bleibe die gleiche. Es klingt alles nicht so schlimm, wenn es ein Ersttäter wäre. Aber "Es sind seine Hausdelikte, die er immer wieder begeht", so Döring.

Die Strafkammer lag weit unter der von ihr geforderten Strafe. "Das ist ein Urteil, mit dem die Staatsanwältin nicht zufrieden ist", sagte Wegner. Dem Gericht jedoch erschienen dreieinhalb Jahre ausreichend. "Darunter gab es bei dieser Kammer nichts", so Wegner.

Von Dagmar Simons

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