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Oberhavel 1411 Mal „Nein“
Lokales Oberhavel 1411 Mal „Nein“
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00:31 23.03.2018
Auf dem Weg zur Poststelle des Rathauses. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Der Briefkasten war in den vergangenen Tagen und Wochen beim Nachhausekommen stets prall gefüllt. „Es verging kein Tag, an dem keine Einwendungen bei uns ankamen. Das war schon ziemlich cool“, berichtete Daniel Langhoff vom Verein Contra Eierfabrik am Dienstagvormittag. Gemeinsam mit Vereinsmitgliedern hatte der 38-Jährige fünf vollgepackte Briefkisten ins Büro von Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke geschleppt. Jeder einzelne Umschlag ein Protest gegen das bei Zehlendorf und Wensickendorf geplante Großprojekt eines niederländischen Investors, der dort zwei Legehennen-Anlagen für bis zu 84 000 Tiere errichten will. Noch am Dienstagmorgen hatten Langhoff und seine Mitstreiter stapelweise Einwendungen erhalten, die nun gesammelt an die Stadt Oranienburg übergeben wurden.

Insgesamt 1411 Einwendungen übergab der Verein im Oranienburger Rathaus. Quelle: Enrico Kugler

Am Ende waren es 1411 Briefe, die beim Verein, der sich seit Juni 2017 gegen den Bau Großanlage vor den Toren Oranienburgs engagiert, eingegangen waren. „Diese riesige Resonanz hat uns selbst überrascht“, verrät Langhoff. Auch Alexander Laesicke war von den Stapeln an Briefen, die sich in seinem Büro auftürmten, beeindruckt. „Wie Ihr Verein die Menschen in der Region mobilisiert hat, war beeindruckend. Das muss man erst einmal schaffen“, erklärte der Bürgermeister.“ Sie haben deutlich gemacht, dass die geplante Anlage ein ernsthaftes Problem ist – nicht nur für drei Nachbarn, sondern viele Menschen weit darüber hinaus. Durch Ihr Engagement wurde eine Debatte über die Grenzen Oranienburgs in Gang gesetzt, die inzwischen sogar bundesweit diskutiert wird und Gesetzesänderungen möglich machen könnte. Ich würde mir das wünschen.“

Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke zeigte sich beeindruckt vom Engagement des Vereins. Quelle: Enrico Kugler

Dass Alexander Laesicke mit dem Verein und seinem Anliegen sympathisiert, ist nicht neu. Die Stadt Oranienburg hat sich im Rahmen des Genehmigungsverfahrens gegen die Errichtung der Anlage ausgesprochen. Für Horst Jäkel, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, ein weiterer „wichtiger und großer Schritt, hoffentlich in Richtung Nichtgenehmigung der Anlage“.

Einwendungen gesammelt ans Landesumweltamt weitergeleitet

Die an den Bürgermeister übergebenen Protestbriefe werden im Planungsamt der Stadt nun registriert und dann gesammelt ans Landesamt für Umwelt übersandt. Sie sind nur ein Teil aller eingereichten Protestbriefe. Wie viele Bürger sich in den vergangenen zwei Monaten direkt bei der Stadt, dem Landkreis und dem Landesumweltamt schriftlich gegen die Anlage ausgesprochen haben – möglich ist dies für jeden Bürger, egal welchen Alters und Wohnorts – wird erst in den nächsten Wochen feststehen, wenn das Landesamt alle Briefe ausgezählt hat.

Einwendungen nur noch bis Freitag, 23. März 2018, möglich

Die Einsendefrist für Einwendungen läuft noch bis Freitag, 23. März 2018.

Adressaten sind das Landesumweltamt (auch per E-Mail an einwendungen-t11@lfu.brandenburg.de), der Landkreis Oberhavel oder die Stadt Oranienburg.

Ausführliche Informationen zum Ablauf des Einwendungsverfahren unter www.contra-eierfabrik.de

Von Nadine Bieneck

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