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ICE-Ausfall: 16-Jähriger strandet in Hannover

Hennigsdorfer  erheben Vorwürfe gegen die Bahn ICE-Ausfall: 16-Jähriger strandet in Hannover

Den 5. Juli wird Familie Müller (Name geändert) aus Hennigsdorf wohl lange in Erinnerung behalten. In keiner guten allerdings, denn die geplante Heimreise ihres Sohnes von einem Ausflug nach Soltau endete unfreiwillig in Hannover. Nun erheben die Eltern Vorwürfe gegen die Bahn.

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Keine Züge fuhren nach dem Unwetter vom 5. Juli zwischen Hannover und Berlin.
 

Quelle: dpa

Hennigsdorf.  Den 5. Juli wird Familie Müller (Name geändert) in Hennigsdorf wohl lange in Erinnerung behalten. In keiner guten allerdings, denn die geplante Heimreise ihres Sohnes von einem Ausflug nach Soltau endete unfreiwillig in Hannover. Eigentlich sollte der Junge dort um 18.40 Uhr in den ICE steigen und um 22.07 Uhr in Spandau eintreffen, wo die Eltern ihn abholen wollten.

Sturmverbindung sorgt für Bahnunterbrechung

Sturmtief Siegfried sorgte jedoch dafür, dass an diesem Tag einiges anders als geplant verlief. Kurz vor 18 Uhr erfuhren die Eltern in Hennigsdorf, dass der Zug ausfallen soll. Durch das Unwetter war die Verbindung Hannover – Berlin unterbrochen. Also setzten sie sich mit ihrem Sohn in Verbindung und rieten ihm, sofort zum Infoschalter zu gehen. Dort hatten sich bereits zwei lange Warteschlangen gebildet. Als der 16-Jährige endlich am Schalter anlangte, waren dreieinhalb Stunden vergangen, die Uhr zeigte 23.40 Uhr.

Eltern fahren in der Nacht nach Hannover und holen Sohn ab

Der Bahnmitarbeiter am Schalter habe, obwohl er darauf hingewiesen wurde, völlig ignoriert, dass ihr Sohn noch minderjährig ist, kritisieren die Eltern. Kurz vor Mitternacht habe man ihn zu einem Richtung Berlin fahrenden ICE schicken wollen. Eine Übernachtungsmöglichkeit sei überhaupt nicht ins Auge gefasst worden. Und auch mit der Getränkeversorgung habe es an diesem Tag mit über 36 Grad nicht geklappt. Der alleinreisende Junge hatte sich nicht aus der Warteschlange fortgetraut. Als er endlich an der Reihe war, hatten die Läden bereits alle geschlossen. Nach Hause gekommen ist ihr Sohn, indem sie mitten in der Sturmnacht per Auto nach Hannover gefahren sind, um ihn abzuholen. Die Eltern haben sich mit einer Beschwerde an das Servicecenter Fahrgastrechte der Bahn in Frankfurt am Main gewandt. Dort werden die Entschädigungsansprüche derzeit noch geprüft.

Bahn reagiert – nicht zur Zufriedenheit der Eltern

Einen Zwischenbescheid gab es nach Anfrage der MAZ jetzt aber vom Zentralen Kundendialog der DB. Darin wird das Bedauern über die Unannehmlichkeiten geäußert. Die Bahnmitarbeiter hätten in dieser Ausnahmesituation alle Anstrengungen unternommen, um die Reisenden so genau wie möglich zu informieren. Bei einer sich kurzfristig ändernden Lage sei das jedoch nicht immer möglich. Als vorläufiges Trostpflaster gab es einen 30-Euro-Reisegutschein. Für die Eltern keine befriedigende Antwort.

Von Ulrich Bergt

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