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25 Wagen beim Erntefestumzug

Teschendorf 25 Wagen beim Erntefestumzug

Erntedankfest in Teschendorf: Die vielen Zuschauer freuten sich über die heutige Bauerntechnik und beklatschten den einfallsreichen Wagenschmuck. Selbst die Autofahrer, die ab 14 Uhr auf der einige Male gesperrten B 96 warten mussten, fassten sich in Geduld und fotografierten mit ihren Handys.

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Dirk Wolff ließ die LPG Rote Rübe wieder auferstehen.

Quelle: Margot Schöning

Teschendorf. Die Glockentöne der schmucken Kirche aus dem 12. Jahrhundert geleiten die letzten Besucher der Andacht auf den Festplatz des ursprünglichen Dorfkerns im „Hagen“. Während die Kirchgänger aus dem Portal schritten, an den Ständen kühles Bier floß und Bratwürste sowie Steaks dampften, setzte sich um 14 Uhr der Festumzug mit 23 fein geschmückten Wagen langsam in Bewegung. Vorne weg fünf Westernreiter und die Kutsche mit den zwei Lokalpolitikern, Gemeindebürgermeister Bernd-Christian Schneck und Teschendorfs Ortsvorsteher Michael Grüber. Dahinter der ortsansässige, zehnjährige Gustav Ordel, der später für den besten Pferdewagen prämiert wurde.

Es folgte mit Grünebergs Ortschef Kalle Wacker noch ein Pferdegespann. Dann tuckerte die Armada wundervoll geschmückter Traktoren mit Anhängern und sogar einem Motor-Roller, einem Pedalritter und einem Trabbi vorüber. Mitten im Tross die LPG Rote Rübe, die der Teschendorfer Dirk Wolff auferstehen ließ.

Im Festumzug

Im Festumzug.

Quelle: Margot Schöning

Die vielen Zuschauer freuten sich über die heutige Bauerntechnik und beklatschten den einfallsreichen Wagenschmuck. Selbst die Autofahrer, die ab 14 Uhr auf der einige Male gesperrten B 96 warten mussten, fassten sich in Geduld und fotografierten mit ihren Handys. Die Bundesstraße war an diesem Samstag ohnehin ein Nadelöhr. Nicht nur für den Ernteumzug, auch für die Anreise der Staatsgäste von Bundeskanzlerin Angela Merkel musste die Route vorübergehend gesperrt werden.

Sehr vermisst wurde in Teschendorf das rauchende Getöse der Lanz-Bulldogs des Kelleraner Schaustellers Kurt Schmock, der mit seiner Sammlung jedes Jahr das Publikum und die Einheimischen begeisterte und nun nicht mehr unter den Lebenden weilt. Michael Grüber sagte: „Er wird immer in Erinnerung bleiben. Wir werden bei jedem Erntedank besonders an ihn denken.“

Geschmückt fürs Erntefest

Geschmückt fürs Erntefest.

Quelle: Margot Schöning

Den Teschendorfern dankte der Ortsvorsteher für das Mitmachen beim Fest, beispielsweise mit den tollen Dekorationen vor den Grundstücken. „Wir sind besonders bei diesem Fest dankbar, dass wir so leben können, wie wir leben, in Frieden, mit Essen und Trinken satt und guten Häusern und Wohnungen“, betonte Michael Grüber. Bevor die Preise an die Wagenlenker vergeben wurden, legten Schneck und Grüber den traditionellen Kranz am Ehrenmal nieder.

Dann ging es amüsant weiter. Ortvorsteher und Bürgermeister prämierten locker vom Hocker beziehungsweise von der Bühne die besten Erntewagen. Es gab eine Unmenge nur erster und zweiter Plätze. Für den ersten Platz spendierte das Festkomitee 50 Euro und eine Flasche Sekt, für den zweiten Platz 25 Euro und eine Flasche Wein. Die Prämien hatten die örtlichen Betriebe gesponsert.

Im Umzug

Im Umzug.

Quelle: Margot Schöning

Das alles begeisterte Fahrer und Publikum, die auf den Bänken vor der Bühne bei den Tropentemperaturen den Schatten suchten und dennoch später bis um zwei Uhr nachts das Tanzbein schwangen. Zum Bleiben animierten am Nachmittag die Crazy Chicken Danzers, Edwina De Pooter und zu späterer Stunde DJ Bonk und der Faschingsverein „Wilde Orchideen“, deren Akteure schon im Umzug als Kühe verkleidet für bombastische Stimmung sorgten. Teschendorf zeigte sich fröhlich und leicht beschwingt ganz nach dem Motto, das auf einem Traktor-Plakat zu lesen war: „Ist die Ernte eingebracht, wird geschwoft bis in die Nacht“. Dass die Ernte in diesem Jahr bescheiden ausfiel und die Landwirte von der Preispolitik des Marktes kalt erwischt wurden, sollte wenigstens in diesen Stunden keine Rolle spielen.

Von Margot Schöning

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